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Bestellungen unverpackt zurückgeben: Amazon revolutioniert die Retouren

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Keine Packstation, kein teures Etikett: Amazon erlaubt es Kunden, Retouren unverpackt abzugeben. (Foto: Pixabay.com / NGi)
geschrieben von Christian Erxleben

Kein Paket, kein Etikett, kein Klebeband: Amazon ermöglicht es seinen Kunden in den USA nun, Bestellungen unverpackt abzugeben. Damit revolutioniert Amazon das Geschäft mit Retouren – und setzt andere Online-Händler gehörig unter Druck.

Der Umgang mit Retouren wird innerhalb des E-Commerce hitzig diskutiert. Sollten Händler ihre Kunden dazu erziehen, dass möglichst wenig Retouren anfallen? Oder steht der Kunde im Fokus und der Rückversand von Paketen ist dementsprechend unkompliziert?

Je nach Shop-Betreiber gibt es dazu unterschiedliche Argumente und differenzierte Antworten. Doch ob die Händler mit einer komplizierten Abwicklung von Retouren ihre Position noch lange vertreten können, ist fraglich.

Ohne Box und unverpackt: Amazon revolutioniert Retouren

Warum das so ist? Weil der größte Online-Händler der Welt nun eine möglicherweise entscheidende Ankündigung gemacht hat. In einem Blog-Beitrag hat Amazon jetzt bekannt gegeben, dass seine Kunden ihre Retouren ab sofort ohne Paket, Klebeband oder Rücksende-Etikett abgeben können.

Wir verstehen, dass es Ärger und Mühe macht, einen Karton und Klebeband zu finden, und ein Etikett auszudrucken.

Mit diesen auf den ersten Blick unwirklich erscheinenden Worten leitet Amazon seine kleine Revolution ein. Vorerst profitieren von der Neuerung nur Kunden in den USA. Doch das bedeutet natürlich nicht, dass nicht auch wir Nutzer in Deutschland früher oder später in den Genuss kommen.

Rückgabe bei Amazon, im Einzelhandel und bei UPS

Selbstverständlich ist es (noch) nicht möglich, jede Bestellung unverpackt zurückzugeben. Doch bei „Millionen von Produkten“ besteht diese Option laut Amazon bereits.

Als Abgabeort für die Retouren stehen den Kunden von Amazon eine Vielzahl an Optionen zur Verfügung:

  • Alle physischen Amazon-Läden. Dazu gehören beispielsweise alle Amazon-Books- und Amazon-4-Star-Geschäfte.
  • Ebenfalls ist eine unverpackte Rückgabe in den 1.150 Filialen von Kohl’s, den knapp 500 Whole-Foods-Märkten und den 4.768 UPS-Geschäften möglich.

Durch die Einbindung des stationären Einzelhandels und der Paket-Spezialisten von UPS wird auch die Suche nach einem passenden Abgabeort vereinfacht.

Im Geschäft scannt dann ein Mitarbeiter laut Amazon nach Erhalt des Produkts den Code für das passende Rücksende-Lager von Amazon ein und kümmert sich im Anschluss um die Verpackung und den Versand. Die Kunden brauchen also tatsächlich nicht mehr als das physische Produkt – und eventuell die Bestellnummer.

Amazon erhöht den Druck auf den internationalen Online-Handel

Nun könnten andere Online-Händler selbstverständlich bei ihrem Verfahren im Umgang mit Retouren bleiben. Insbesondere in Deutschland wird sich sofort vermutlich auch nur wenig verändern.

Langfristig setzt Amazon jedoch mit dieser Ankündigung den gesamten Handel gehörig unter Druck. Schließlich sind es Amazon-Kunden dann gewohnt, ihre Bestellungen unverpackt abgeben zu können.

Wer diese Option im eigenen Online-Shop nicht anbietet, wird vermutlich früher oder später durch Amazon ersetzt – sofern das möglich ist. Denn eines hat die Vergangenheit gezeigt: Wir Nutzer sind beim Online-Shopping gnadenlos.

Komfort steht dabei über allen anderen Faktoren. Und genau den liefert Amazon wieder einmal.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

4 Kommentare

  • Solange die Ware dann tatsächlich auch wieder – z.B. als B-Ware – in den Warenkreislauf gelangt, ist dieses Vorgehen selbstverständlich zu begrüßen. Schließlich ist der zuvor verwendete Versandkarton meist nicht mehr zu gebrauchen und ob jeder Kunde einen funktionsfähigen Drucker besitzt, ist ebenfalls in Frage zu stellen.
    Mir macht eher Sorgen, dass gerade Amazon dafür bekannt ist, Retouren einfach zu zerstören. Ware (Rohstoffe), die eigentlich noch verkehrsfähig wäre, wird in vielen Fällen vernichtet, da Prüfung auf Funktionsfähigkeit, neuverpacken und Wiedereinlagerung wohl zu kostspielig sei. Das ist eine äußerst pervertierte Seite des Onlinehandels, die leider oft außer Acht gelassen wird.

    • Drucker brauchst du doch schon lange nicht mehr. DHL, Hermes & Co genügt doch die Sendungsnummer / der QR-Code um das Etikett zu drucken. Sowohl im Laden, als auch an der Packstation.

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