Twitter, Twitter-Replies, Social Media, Kommunikation, Kontrolle

Twitter schränkt unsere Replies auf Tweets ein – zum Glück!

Vivien Stellmach
Künftig können wir unsere Kommunikation auf Twitter mehr kontrollieren. (Foto: Pixabay.com / neo5268)

Manchmal geben Twitter-Nutzer ihren Senf dazu, obwohl sie nicht dazu aufgefordert wurden oder wir sie nicht einmal kennen. Damit Twitter-Replies in Zukunft nicht mehr eskalieren, will das soziale Netzwerk sie nun einschränken. Endlich! Eine kommentierende Einordnung.

Gerade Nutzer, die viele Follower auf Twitter haben, erhalten oft Twitter-Replies von Menschen, die sie überhaupt nicht kennen. Diese Nutzer mischen sich manchmal in Diskussionen ein, die sie im Grunde überhaupt nichts angehen – und von denen man sicher nicht wollte, dass sie ihren eigenen Senf dazu geben.

Die Frage, wie Social-Media-Demokratie überhaupt geht, ist gerade erst auf Twitter aufgekommen. Denn erst kürzlich hatte der deutsche Ableger von Fridays for Future einen kontroversen Tweet gepostet, auf den zahlreiche Nutzer negativ reagierten.

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Twitter schränkt Twitter-Replies ein

Das Problem auf Twitter war bislang, dass einen öffentlichen Post auch gleich alle Nutzer kommentieren konnten – ob man wollte oder nicht.

Und genau das möchte die Plattform nun ändern. Twitter-Produktmanagerin Suzanne Xie hat auf der Technikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas erzählt, dass wir Nutzer neue Einstellungsmöglichkeiten für unsere Twitter-Replies erhalten sollen. Das berichtet das US-amerikanische Magazin The Verge.

Demnach können wir uns künftig auf vier verschiedenen Wegen auf der Plattform unterhalten: global, mit beziehungsweise in einer Gruppe, mit einem Panel und als Statement.

Laut Xie will Twitter die neuen Funktionen noch in diesem Jahr ausrollen.

Will ich mit der ganzen Welt kommunizieren oder nur meine Meinung sagen?

Konkret bedeuten die neuen Einstellungsoptionen folgendes: Wenn wir einen globalen Tweet veröffentlichen, darf nach wie vor jeder Nutzer auf unseren Inhalt antworten.

Einen Tweet, der nur für eine Gruppe bestimmt ist, können auch nur Nutzer kommentieren, die sich gegenseitig folgen. Die Panel-Einstellung ist noch ein wenig einschränkender: Unter ihr können Nutzer unseren Tweet nur kommentieren, wenn wir sie auch mit einem Mention in dem Tweet versehen haben.

Und wenn wir einfach nur unsere Meinung sagen und nicht mit anderen Nutzern diskutieren wollen, können wir einen Tweet als „Statement“ absetzen. Dann darf auf unseren Kommentar auch kein anderer Nutzer antworten.

Kontrollierte Kommunikation

Die Kommunikation auf Twitter bleibt damit natürlich weiterhin öffentlich. Wir können sie aber viel besser kontrollieren.

Twitter-Produktentwicklungschef Kayvon Beykpour sagte auch nochmal, dass es Twitters Aufgabe sei, „öffentliche Kommunikation zu ermöglichen“.

Deshalb sind die neuen Einstellungsmöglichkeiten sehr gut gewählt. Für Nutzer, die die offene Kommunikation mit anderen Menschen schätzen, ändert sich nämlich nichts. Nutzer hingegen, die auf Twitter lieber auch mal mit einem engeren Personenkreis kommunizieren wollen, können das nun endlich ebenfalls tun.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.