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Der Caucus in Iowa zeigt, wie wichtig Wahlzettel auch heute noch sind

Bild: Element5 Digital
geschrieben von Felix Baumann

Die Einkaufsliste tippen wir ins Handy, die neusten Nachrichten lesen wir übers Tablet und unsere wichtigen Notizen schreiben wir in eine App auf dem Computer. Durch die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags wandern immer mehr Inhalte vom Papier auf einen Bildschirm. Meist hat dies Vorteile (bspw. reicht nun ein eBook aus, anstatt 10 Bücher mitzuschleppen), trotzdem ist Technologie doch immer mal wieder eines: unzuverlässig.

Das mussten die Demokraten in den Vereinigten Staaten nun schmerzhaft zu spüren bekommen. Auf einer Abstimmung, die zur Auswahl des besten Präsidentschaftskandidaten für die diesjährigen Wahlen diente, versagte die digitale Erfassung und Auswertung der Stimmen. Die Folge: eine tagelange Verzögerung.

Hervorgerufen wurden dadurch die üblichen Verdächtigen. Der amtierende Präsident Donald Trump machte sich über die Panne lustig, während im Internet bereits Gerüchte kursierten, dass es sich um einen Hackerangriff seitens einer ausländischen Regierung handelte. Die Demokraten sprachen von einer Panne, die auf die eingesetzte Smartphone-App zurückzuführen sei. Auch Back.up-Systeme funktionierten nicht wie gewünscht.

[mg_blockquote cite=“Eddie Perez, Open Source Election Technology Institute“]This is a very clear lesson of why paper records are critical. If they did not have those paper presidential preference cards in Iowa, you would have a true crisis of confidence.[/mg_blockquote]

Das Beispiel zeigt, dass gerade bei für die Demokratie kritischen Vorgängen digitale Lösung meist nicht eine ausreichende Sicherheit und Verfügbarkeit bieten. Würden die Aufzeichnungen der Abstimmung nicht auch in Papierform vorliegen, dann müsste diese für nichtig erklärt werden.

Ein weiterer Punkt ist das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler. Beispiele in der Vergangenheit zeigten bereits, dass sich Wahlcomputer hacken und manipulieren lassen, weshalb nie eine absolute Sicherheit bestehen kann, dass ein gewisser Anteil an Stimmen falsch ausgewertet wurde. Wahlzettel bieten im Gegensatz hierzu eine sichere Alternative, da im Falle eines vermuteten Betrugs diese erneut ausgezählt werden können.

Das gute alte Papier bietet eine gewisse Sicherheit (Bild: Element5 Digital).

Es bleibt also abzuwarten, ob und wann ein Lerneffekt bei den betroffenen Demokraten, aber auch international, einsetzt. Eins ist bereits jetzt bekannt. Für den nächsten Caucus setzt man nicht mehr die gleiche App ein. Lösung ist aber lediglich die App eines anderen Entwicklers.

Quelle: MIT Technology Review

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

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