Wirtschaft

Was Apple und Entwickler mit Sherlock und Watson zu tun haben

Sherlock Holmes, Benedict Cumberbatch, Entwickler
Der Gesichtsausdruck von Sherlock-Holmes-Darsteller Benedict Cumberbatch dürfte einigen Entwicklern durchaus bekannt vorkommen. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Christian Erxleben

Entwickler leisten mit ihren Anwendungen oftmals wertvolle Arbeit. Manchmal werden aus einzelnen Apps sogar globale Trends. Doch nicht immer erhalten die Erfinder auch den Ruhm für ihre Arbeit. Derzeit steht deshalb wieder einmal Apple in der Kritik. Eine Einordnung.

Was haben Apple und Entwickler mit Sherlock Holmes und seinem nicht weniger genialen Partner Watson gemeinsam? Zunächst einmal relativ wenig. Trotzdem hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte unter Apple-Entwicklern das geflügelte Wort „to sherlock“ verbreitet.

Was ist der Hintergrund zu dieser Geschichte?

Im Jahr 2002 hatte Apple seine Desktop-Suche mit dem damaligen Namen „Sherlock“ einem Update unterzogen. Die neuen Funktionen entstammen jedoch nicht direkt dem Apple-Universum, sondern waren zuvor Bestandteil der kostenlosen Third-Party-Anwendung mit dem passenden Namen „Watson“.


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Deshalb spricht man in Entwickler-Kreisen gerne davon, dass man von Apple „gesherlocked“ wurde, wenn der Technologie-Konzern eine Funktion aus einer Drittanwendung direkt ins eigene Betriebssystem übernimmt.

Warum ist das Vorgehen von Apple kritisch?

Zunächst einmal wirkt es in diesen Fällen selbstverständlich so, dass Apple die Innovation der Entwickler übernommen hat und die Erfinder damit übergangen worden sind. Das lässt natürlich vor allem Apple in einem ungünstigen Licht erscheinen.

Doch selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um eine klare Schwarz-Weiß-Situation. Denn andersherum müssen wir uns die Frage stellen: Soll Apple lieber sein Betriebssystem nicht aktualisieren, damit einige Entwickler weiterhin ihre Erfolge feiern können?

Auch auf diese Frage ist die Antwort schnell gefunden: Natürlich soll das gesamte System besser werden.

Entwickler der Bluemail-App verklagen Apple

Doch wie lässt sich das Problem lösen? Eine einfache Antwort gibt es in diesem Fall vermutlich nicht. Doch eine aktuelle Klage aus den USA führt uns womöglich in die richtige Richtung.

Dort verklagt aktuell Blix, der Entwickler der E-Mail-Management-App Bluemail, Apple. Der Vorwurf: Die neue Anmelde-Funktion „Sign in with Apple“ fußt auf den Entwicklungen von Bluemail.

So schreibt der Blix-Manager Dan Volach in einem offenen Brief:

Wenn Apple dich aus seinem App Store geworfen hat, seine Entwickler-Richtlinien dazu verwendet hat, um deine Innovationen zu kontrollieren, dein App-Store-Ranking manipuliert hat oder – lasst uns ehrlich zueinander sein – dich belogen hat, während es deine Technologie gestohlen hat, ist es an der Zeit zu reden.

Selbstverständlich schwingt in diesen Zeilen viel Ärger mit – und das ist durchaus verständlich. Doch die eigentliche Botschaft dahinter ist richtig: Es darf nicht sein, dass Apple seine Marktstellung ausnutzt, um Entwickler um ihre Errungenschaften zu bringen – auch nicht im eigenen App Store.

Um derartige Situationen in Zukunft zu entschärfen, braucht es öffentliche und transparente Vorgehensweisen, die auch von unabhängigen Dritten nachvollzogen werden können. Somit müssen dann weder die Entwickler noch die Nutzer leiden.


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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