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Bald dürfen 20 Personen Mark Zuckerberg bei Facebook überstimmen

Philip Bolognesi
Künftig soll ein unabhängiges Kontrollgremium entscheiden, was bei Facebook und Co. erlaubt ist und was nicht. Mark Zuckerberg wird gegen diese Entscheidungen nicht unternehmen können. (Foto: Screenshot / YouTube)

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Welche Inhalte dürfen auf Facebook bleiben und wann darf das Netzwerk einen Beitrag löschen? Über diese Frage diskutiert künftig ein Kontrollgremium. Das Besondere: Selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg kann diese Entscheidungen nicht anfechten.

Facebook steht für das Löschen von bestimmten Inhalten schon lange Zeit in der Kritik. Deshalb hat sich das soziale Netzwerk schon vor einigen Monaten dazu entschieden, ein unabhängiges Kontrollgremium zu schaffen.

Das Ziel dieses Kreises: Es soll darüber entscheiden, welche Inhalte auf dem sozialen Netzwerk bleiben dürfen und welche nicht. Es geht also beispielsweise um die Frage: Müssen Memes gelöscht werden, weil sie gegen Urheberrechte verstoßen oder fallen sie unter die künstlerische Freiheit?

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In der Geschichte von Facebook wäre dies das erste Mal überhaupt, dass jemand eine Entscheidung gegen den Willen von Gründer und Geschäftsführer Mark Zuckerberg trifft. Frühestens im Herbst 2020 soll das Gremium seine Arbeit aufnehmen.

Diese Personen dürfen Mark Zuckerberg überstimmen

Alle Mitglieder des Rats sind externe und erfahrene Fachleute auf ihrem Gebiet. Nun hat Facebook die ersten 20 Mitglieder vorgestellt. Darunter finden sich in Deutschland mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen.

  • Michael McConnell ist ein ehemaliger US-amerikanischer Bundesrichter, der jetzt an der Stanford Law School und der Hoover Institution arbeitet.
  • Jamal Greene ist Rechtsprofessor an der Columbia University und auf Verfassungsrecht spezialisiert.
  • Catalina Botero-Marino ist eine kolumbianische Anwältin und Rechtsprofessorin. Sie ist zudem Sonderberichterstatterin für freie Meinungsäußerung bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission.
  • Helle Thorning-Schmidt war zwischen 2011 und 2015 Dänemarks Premierministerin, später CEO der humanitären Hilfsorganisation Save the Children.

Ebenso gehört zum Kontrollgremium ein Zeuge des US-amerikanischen Justizausschuss, der sich für die Amtsenthebung von Präsident Trump eingesetzt hat. Desweiteren findet sich dort ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Redakteur, der die von Edward Snowden weitergeleiteten Dokumente veröffentlichte.

Facebook-Nutzer können das Gremium kontaktieren

Nutzer von Facebook können innerhalb der ersten Phase das sogenannte Oversight Board kontaktieren, wenn ihrer Meinung nach eigene Inhalte ungerechtfertigt gelöscht worden sind.

In der zweiten Phase behandelt das Gremium auch Forderungen, wenn es um das Löschen von Inhalten anderer Nutzer sowie um gelöschte Gruppen oder Facebook-Seiten geht.

Gleichzeitig kann auch Facebook selbst das Board um Rat bitten, wenn es Fragen zur Handhabe bestimmter (anstößiger) Inhalte in Bezug auf Werbung, Facebook-Gruppen oder -Seiten hat.

Das Gremium soll das Image des Konzerns aufpolieren

Facebook und sein Gründer Mark Zuckerberg möchten langfristig die Außenwirkung in ein positiveres Licht rücken. Schließlich hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren unter anderem durch die zahlreichen Datenskandale einen schlechten Ruf in der Öffentlichkeit.

Das neue Kontrollgremium soll nun dazu beitragen, dass das Image von Facebook weniger leidet. Ob das Oversight Board dann in Zukunft jedoch wirklich positive Veränderungen hervorrufen kann, werden wir erst in den kommenden Jahren wissen.

Zu einem großen Teil hängt das sicherlich auch von Mark Zuckerberg ab.

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Philip Bolognesi war von 2018 bis 2020 in der Redaktion von BASIC thinking tätig. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover.