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HBO Max: Was taugt der neue Streaming-Dienst?

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Wir haben das neue Streaming-Angebot HBO Max getestet. (Foto: Unsplash.com / Glenn Carstens-Peters)
geschrieben von Marinela Potor

Die USA sind eine der größten Tech-Nationen dieser Welt. Doch wie stehen eigentlich die Amerikaner selbst zu all dem? Welche Trends begeistern sie, welche gehen völlig an ihnen vorbei? Genau darüber berichtet Marinela Potor – direkt aus den USA im BASIC thinking US-Update. Diesmal hat sie den neuesten Streaming-Dienst von HBO getestet: HBO Max. 

Die USA haben einen brandneuen Streaming-Dienst: HBO Max von HBO. Wie der Name schon sagt, soll es das bereits existierende Angebot von HBO (HBO Go und HBO Now) auf die nächste Stufe heben. Das heißt: mehr Filme, mehr Serien, mehr eigene Produktionen.

Am 27. Mai 2020 fiel der Startschuss, vorerst allerdings nur in den USA. Seitdem kann man das Angebot hierzulande für rund 15 US-Dollar monatlich abonnieren. Die erste Testwoche ist gratis. Was bietet HBO Max? Lohnt sich das Abo? Ich habe mir das Angebot genauer angeschaut.

HBO deutlich teurer als die Konkurrenz

Die erste Frage, die sich die meisten US-Nutzer stellen ist: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen HBO Max und den restlichen Streaming-Angeboten von HBO?

Kurz zusammengefasst: Es ist das HBO-Paket Plus. HBO Now ist der aktuelle unabhängige Streaming-Dienst von HBO und die Go-Variante kann man über seinen Kabelanbieter hinzubuchen.

Beides kostet ebenfalls jeweils 15 US-Dollar. HBO Max will nun mit einem sehr viel größeren Angebot auftrumpfen – und das beim gleichen Preis.

Denn während die anderen beiden Plattformen lediglich HBO-Shows und einige wenige Filme in wechselnder Rotation zeigen, soll es bei HBO Max das „maximale“ Angebot geben. Es kursiert die Zahl von 18.000 Filmen im Internet. HBO selbst spricht von 10.000 Stunden Content.

Die Intention ist also klar: Abonnenten sollen auf das bessere Angebot im neuen Streaming-Dienst umsteigen. Doch: Lohnt sich das überhaupt?

Denn mit 15 US-Dollar pro Monat ist es auch relativ teuer, wenn man es mit Netflix (knapp acht US-Dollar im Basis-Paket) oder Disney Plus (rund sieben US-Dollar) vergleicht.

Was bekommt man also für sein Geld?

HBO Max: Mehr Qualität statt Quantität

Zunächst die Basics. Du kannst dir deinen Account mit zwei anderen Personen teilen. Es ist auch möglich, ein Kinderprofil einzurichten. Das kannst du mit einem Passwort schützen und sicherstellen, dass nur altersgerechte Filme verfügbar sind.

Ich habe auf HBO Max über meinen Laptop zugegriffen. Der Dienst ist aber auch per Tablet, Smartphone, Spielkonsole und Streaming-Box verfügbar – allerdings verhandlungsbedingt noch mit einigen Ausnahmen.

Mein erster Eindruck: Das Angebot ist beeindruckend. Dabei meine ich weniger die Quantität. Hier kann nämlich noch deutlich aufgestockt werden, insbesondere bei den Serien. Ich meine vielmehr die Qualität.

Es gibt nämlich – dank der Zusammenarbeit mit Time Warner – viele hochkarätige Filme, wie etwa die komplette Reihe von „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ sowie „Harry Potter“ sowie unzählige Blockbuster („Batman“), Indie-Filme („Maria voll der Gnade“) und Filmklassiker („Belle du Jour“).

Auch bei den Serien hat HBO Max zwar noch eine kleine, aber sehr feine Auswahl zu bieten. „Friends“ ist dabei, „South Park“ auch, genauso wie natürlich die HBO-Klassiker „Game of Thrones“, „Watchmen“, „Six Feet Under“, „Sopranos“ oder „Sex and the City“.

Den Bereich Reality-Shows fand ich eher enttäuschend. Bis auf den Bachelor gibt es hier keine großen bekannten Shows, wenn auch beispielsweise die Serie „Lipstick Empire“ über zwei Gründerinnen in der Kosmetikwelt recht vielversprechend anfängt.

Gerade wenn man diesen Bereich aber mit den neuen Reality-Serien auf Netflix vergleicht, sieht HBO Max hier eher blass aus. Ähnlich sieht es mit den eigenen Produktionen aus.

Hier möchte HBO aber künftig wirklich aufstocken. Und wer die HBO-Produktionen kennt, weiß: Sie sind hochwertig und anspruchsvoll. Man darf also gespannt sein.

Wer etwas sucht, findet die provokative Rubrik

Besonders interessant fand ich auch die Rubriken „Sport“ mit vielen Sportdokumentationen, „Stand-up-Comedy“ und „DC Comics“.

Wer etwas weiter herumsucht, findet relativ schnell auch die Kategorie „Adult Swim“. Damit sind animierte Erwachsenen-Shows wie etwa „Rick and Morty“ gemeint, die ich mal mit dem Wort „provokativ“ beschreiben möchte.

Mein erster Eindruck ist also: HBO Max überzeugt eher durch Qualität als Quantität.

Fans von Filmen und Serien etwas abseits der Masse werden die Streaming-Plattform lieben. Wer sich viel Content wünscht und eher Blockbuster schaut, ist wahrscheinlich mit Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime glücklicher.

Andererseits ist HBO Max auch nicht „Criterion“. Das ist die Streaming-Plattform in den USA, auf der du jeden noch so unbekannten südkoreanischen Film in Originalsprache mit Untertitel findest.

HBO Max liegt also irgendwo zwischen Netflix und Criterion und hat sich damit sicherlich keine schlechte Marktnische ausgesucht.

Lohnen sich die 15 US-Dollar im Monat?

Wer die HBO-Shows liebt, wird wahrscheinlich auch die teuren 15 US-Dollar investieren, da man sie sonst nirgendwo sehen kann. Gerade, wenn man dazu auf Max auch ein größeres Angebot als auf den anderen HBO-Diensten bekommt, werden sicherlich viele einfach umsteigen.

Um allerdings langfristig auch neue Nutzer bei dem Preis auf die Plattform zu holen, zu halten und sich von der Konkurrenz abzuheben, müsste HBO Max meiner Meinung nach sein Angebot deutlich aufstocken – hoffentlich mit vielen guten Eigenproduktionen.


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

1 Kommentar

  • Habe ich ehrlich gesagt noch nie etwas von gehört, aber ich denke nicht, dass er gegen Netflix, Amazn Prime Video etc. ankommen wird.

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