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Warum „Making the Cut“ die perfekte Serie im Streaming-Zeitalter ist

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Mit Amazon Prime können wir im April hervorragend abschalten. (Foto: Unsplash.com / Glenn Carstens-Peters)
geschrieben von Marinela Potor

Die neue Amazon-Prime-Serie „Making the Cut“ ist nicht nur einfach eine neue Reality-Show. Sie verbindet Streaming mit Online-Shopping und zeigt schon jetzt, wie die Zukunft des Streamings aussehen könnte. 

Es ist einerseits so naheliegend und einleuchtend, dass man sich fragt: „Wieso ist keiner vor Amazon darauf gekommen?“

Andererseits können wenige andere Streaming-Produzenten das umsetzen, was Amazon Prime derzeit mit der TV-Show „Making the Cut“ tut: Zuschauern eine unterhaltsame Reality-Serie zu bieten – und sie gleichzeitig dadurch zum shoppen auf der eigenen Website zu animieren.

Das steckt hinter „Making the Cut“

Zugegeben, das gilt wahrscheinlich nur, wenn du dich für Mode interessierst und Heidi Klum im TV ertragen kannst. Denn „Making the Cut“ ist ein Designer-Wettbewerb, den das deutsche Model entwickelt hat. Internationale Mode-Designer bewerben sich in der Show darum, die nächste große globale Modemarke zu werden.

Dazu müssen die Bewerber jede Woche eine neue Aufgabe erfüllen und als Ergebnis eine Mini-Kollektion für eine Modenschau erstellen. Dazu gehört auch immer ein „massentauglicher“ Look.

Nach jeder Modenschau beurteilt die Jury (Models Heidi Klum und Naomi Campbell, Modemacher Nicole Richie und Joseph Altuzarra sowie Carine Roitfeld vom Magazin Vogue) die Mode. Wessen Kleidung nicht gut genug ist, fliegt. Für den Gewinner winken am Ende unter anderem eine Million US-Dollar.

Doch – und das ist das Spannende – es gibt auch nach jeder Challenge einen Gewinner. Das massentaugliche Outfit gibt es nämlich direkt auf Amazon im „Making the Cut Store“ zu kaufen.

Wenn dich die Serie an Heidi Klums langjährige US-Show „Project Runway“ erinnert, liegst du nicht falsch.

Nach gescheiterten Gehaltsverhandlungen mit dem Sender „Bravo“ wechselte Heidi und mit ihr auch das von ihr entwickelte Konzept zu Amazon Prime. Hier ist es nicht nur eine unterhaltsame Show für die Lockdown-Zeit, sondern zeigt auch, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen wird.

Perfekt für den aktuellen Streaming-Trend

Auch wenn die Show natürlich nicht speziell als #StayHome-Beschäftigung konzipiert war, funktioniert sie trotzdem in diesen Tagen sehr gut.

Es ist sicherlich nicht die beste Mode-Show aller Zeiten. Aber sie ist dennoch sehenswert und es hat wirklich etwas Spezielles, wenn man die Kleidung seiner Lieblings-Designer der Serie direkt bei Amazon bestellen kann.

Und sie hat noch etwas: Sie zeigt uns eine Zeit vor Corona, in der man noch sorglos durch die Straßen von Paris laufen, Menschen noch umarmen und sehr einfach reisen konnte. Wer also mal eine kleine Pause von Corona braucht, findet hier eine kleine Oase.

Darüber hinaus ist das Konzept aber einfach geniales Marketing für Amazon. Denn im Online-Shop zur Serie findest du nicht nur die Gewinner-Looks, sondern dazu passend sehr viele Vorschläge, wie du den Look etwa mit anderer Kleidung oder Accessoires kombinieren kannst.

Amazon kann dir damit also gleich weitere Produkte verkaufen, die über die Show hinausgehen.

Auch für die beteiligten Juroren springt noch etwas heraus. Die beiden Modemacher Nicole Richie und Joseph Altuzarra können hier besonders prominent ihre beiden Modelinien „House of Harlow“ und „Altuzarra“ vermarkten.

Denn natürlich kannst du auch ihre Produkte im Shop von „Making the Cut“ auf Amazon kaufen.

Als Show okay, als Marketing-Konzept genial

Das Fazit zur Show ist sehr zwiegespalten. Lohnt sich die Show? Vom Unterhaltungswert her ist sie okay, steht aber weit hinter dem Niveau von „Project Runway“ zurück. Ganz klar: Das Original von Heidi Klum ist wesentlich mitreißender.

Doch wenn es um den Geschäftsaspekt geht, ist „Making the Cut“ sehr schlau: Fessle die Zuschauer mit einem Produkt, das sie auch noch sofort kaufen können.

Es ist zudem dezent genug verpackt, dass es nicht zu nervig wirkt – und die Zuschauer interessieren sich ja auch wirklich für die Mode. Die meisten Looks aus der Show sind zum Beispiel schon restlos ausverkauft.

Warum sollte man das Konzept also nicht auf andere Serien und Filme erweitern?

Zum Beispiel: Du schaust dir eine Folge von „Friends“ an und denkst „die Lederjacke von Joey ist echt cool“. Warum solltest du dann nicht direkt Joeys Jacke kaufen können? Das mag noch nach Zukunftsmusik klingen, es gibt aber schon Technologie, die genau darauf ausgerichtet ist.

TV und Online-Shopping werden darum in Zukunft sicherlich noch mehr miteinander verschmelzen. „Making the Cut“ ist nur der Anfang.


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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