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Projekt Gryphon: Twitter arbeitet an Abo-Modell

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Twitter entwickelt ein Abo-Modell. (Foto: Unsplash.com / Sara Kurfeß)
geschrieben von Christian Erxleben

Durch das Coronavirus sind die Werbe-Einnahmen von Twitter massiv eingebrochen. Das ist beim Blick auf den Umsatz-Anteil äußerst bedenklich. Deswegen sorgt eine neue Stellenausschreibung für Aufsehen. Sie legt nahe, dass Twitter ein Abo-Modell entwickeln möchte.

Software Engineer für Projekt Gryphon gesucht

Manchmal genügt schon eine Stellenausschreibung und die Spekulationen beginnen. So ist das nun auch bei Twitter geschehen. Auf der Job-Börse des Kurznachrichtendienstes ist ein neues Angebot erschienen. Sie beginnt mit den Worten „Wir sind ein neues Team, Code-Name Gryphon“.

Gesucht wird demnach ein „Senior Full-stack Software Engineer“. Die Aufgabe: „Wir bauen eine Subscription-Plattform, die von anderen Teams wiederverwendet werden kann. Es ist das erste (Abo-Modell) für Twitter.“

Konkret geht es um einen Payment- und Abo-Modell. Der neue Software-Spezialist soll die Entwicklung des Produktes leiten und die Zusammenarbeit mit anderen Entwickler-Teams koordnieren.

Abo-Modell als Umsatz-Ersatz für Twitter

Eine mit dem Projekt Gryphon vertraute Person äußerste sich gegenüber dem Nachrichten-Magazin Bloomberg. Laut den Aussagen dieses nicht näher benannten Mitarbeiters ist es möglich, dass das Produkt niemals veröffentlicht wird – selbst, wenn aktuell daran gearbeitet wird.

Mit dem Blick auf die Umsatz-Verteilung von Twitter ergibt ein Abo-Modell jedoch durchaus Sinn. Schließlich stammen knapp 84 Prozent des Umsatzes aus dem Werbe-Geschäft. Dieses ist einerseits stark von den aktiven Nutzern abhängig und andererseits – das zeigt die Krise – stark von der Gesamtwirtschaft abhängig.

Wenn also die Werbungtreibenden ihre Ausgaben für Social Media Marketing reduzieren, leidet das Geschäftsmodell von Twitter sehr. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, sich durch ein Abo-Modell ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen.

Das Problem am Abo-Modell für Twitter

Grundsätzlich gehören Subscription-Services zu den großen Gewinnern der letzten Jahre. Das zeigen Streaming-Dienste wie Netflix und Spotify auf der einen Seite und digitale Konzerne wie Adobe und Microsoft auf der anderen Seite. Der reine Verkauf von Lizenzen gehört der Vergangenheit an.

Die Voraussetzung für ein funktionierendes Abo-Modell liegt jedoch darin, dass die Nutzer für ihr (monatliches) Investment auch signifikante Vorteile erhalten. Und genau an dieser Stelle wird es für Twitter problematisch.

Welche exklusiven Dienstleistungen kann der Kurznachrichtendienst seinen Premium-Nutzern bieten ohne zugleich die kostenlosen Anwender zu verscheuchen?

Eine sinnvolle Lösung könnte ein werbefreies und dafür kostenfinanziertes Modell sein. Das heißt: Du bezahlst dafür, dass deine persönlichen Daten nicht für Werbung verwendet werden. Ob das jedoch genügt und welche anderen Ideen Twitter noch hat, werden die kommenden Monate zeigen.


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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