Wirtschaft

4 gefährliche Mythen, an die viele Manager noch immer glauben

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Fast alle Führungskräfte sind davon überzeugt, dass sie ihre Mitarbeiter kennen. (Foto: Unsplash.com / Pablo Varela)
geschrieben von Christian Erxleben

Wer im Büro sitzt, arbeitet effektiv. Wer gut bezahlt wird, verlässt das Unternehmen nicht. Es sind Mythen wie diese, die noch in den Köpfen von zahlreichen Managern existieren – und das, obwohl sie gefährlich sind. Wir stellen vier dieser überholten Einstellungen vor.

Wer als Führungskraft tätig ist, braucht Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sonst führt womöglich bereits die erste ernsthafte Mitarbeiter-Kritik dazu, dass sich Abteilungsleiter hinterfragen und einknicken.

Selbstverständlich ist es wichtig, die Gefühle und Bedürfnisse der Mitarbeiter zu kennen. Ebenso essenziell ist es jedoch auch, Entscheidungen zu treffen. Dabei ist es manchmal einfach nicht möglich, alle Interessen zu vertreten.


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4 Manager-Mythen, die überholt und gefährlich sind

Leider führt das Selbstbewusstsein bei Führungskräften manchmal auch dazu, dass der Blick für die eigenen Mitarbeiter abhanden kommt. Dadurch passiert es, dass sich Denkmuster und Verhaltensweisen unbewusst automatisieren.

Gerade das jedoch ist sehr gefährlich. Deshalb wollen wir dir heute einmal fünf Mythen vorstellen, die sich leider noch immer hartnäckig in den Köpfen vieler Manager halten, obwohl sie längst widerlegt sind.

1. Nur im Büro arbeiten Mitarbeiter effektiv

Der erste Mythos betrifft die Anwesenheit im Büro. So glauben viele Führungskräfte noch immer, dass Mitarbeiter nur dann produktiv sind, wenn sie sichtbar in der Geschäftsstelle sitzen.

Dass diese Denkweise noch immer sehr präsent ist, haben die zögerlichen Reaktionen und die schnellen Rückhol-Aktionen vieler Unternehmen während der Corona-Krise offenbart.

Dabei belegen mehrere Studien: Angestellte im Home Office arbeiten wesentlich effizienter, weil sie produktiver sind und sich flexibel einrichten können. Außerdem fallen unnötige Kaffee-Pausen oder das Gespräch am Snack-Automaten weg.

2. Die Mitarbeiter arbeiten ausschließlich für das eigene Gehalt

Dass die Bezahlung auch in der jüngeren Generation nicht egal ist, ist belegt. Trotzdem halten viele Führungskräfte noch an zahlreichen Mythen rund ums Gehalt fest. So glauben viele Chefs immer noch, dass es den eigenen Angestellten nur um die Überweisung am Ende des Monats geht. Dabei ist fast das Gegenteil der Fall.

Im Mittelpunkt steht bei vielen Angestellten, dass sie für ihre Arbeit gewürdigt werden. Ebenso wichtig sind Vertrauen und Wertschätzung. Ein ehrliches „Danke“ ist für die Mitarbeiter-Bindung in vielen Fällen wichtiger als 50 Euro mehr auf dem Konto.

3. Gut bezahlte Mitarbeiter verlassen das Unternehmen nicht

Und auch in einem weiteren Punkt spielt das Gehalt eine entscheidende Rolle. So sind viele Vorgesetzte davon überzeugt, dass gut bezahlte Mitarbeiter das eigene Unternehmen nicht verlassen.

Diese Aussage ist zwar grundsätzlich richtig, führt allerdings in vielen Fällen auch zu Fehleinschätzungen. Schließlich sind insbesondere talentierte Führungskräfte auf dem Arbeitsmarkt begehrt.

Und wenn dann ein passendes Angebot eintrudelt, das eine bessere Work-Life-Balance und mehr Zeit mit der eigenen Familie garantiert, genügt ein hohes Gehalt auch nicht mehr, um Mitarbeiter zu halten.

4. Mitarbeiter wünschen keinen Kontakt zum Chef

Der letzte der vier Mythen dreht sich um die Rolle des Chefs selbst. So glauben viele Führungskräfte, dass ihre Anwesenheit im Alltagsgeschäft nicht benötigt wird. Schließlich sind die Prozesse klar und die Mitarbeiter wissen, welche Aufgaben sie erledigen müssen.

Die Realität ist jedoch eine andere. So wünschen sich viele Angestellte durchaus einen aktiven Vorgesetzten, der sich auch einmal in Besprechungen zeigt oder nach den Bedürfnissen fragt.

Denn nicht zuletzt ist das Führen eine zentrale Aufgabe einer Führungskraft. Dementsprechend ist es wichtig, verbale Akzente zu setzen. Wenn ein Projekt gut läuft, sind lobende Worte wichtig. Im gegenteiligen Fall ist Kritik genauso wichtig. Letztendlich geht es um die bewusste Balance zwischen dem Fördern und dem Fordern.


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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