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Tik-Tok-Verbot in 45 Tagen: Trump erlässt Executive Order

Vivien Stellmach
Die Executive Order gegen Tik Tok verlangt einen Verkauf der App innerhalb der nächsten 45 Tage. (Foto: Pixabay.com / solenfeyissa)

Jetzt wird es ernst: Donald Trump hat eine Executive Order erlassen, nach der Tik Tok innerhalb von 45 Tagen – also bis zum 20. September 2020 – verkauft werden muss. Ansonsten droht ein Verbot aller Transaktionen des Betreibers. Steht die App vor dem Aus?

Die US-amerikanische Regierung empfindet Tik Tok als Bedrohung für die nationale Sicherheit. Präsident Donald Trump meint, der chinesische Inhaber-Konzern Bytedance würde massiv Nutzerdaten sammeln und die Kommunistische Partei des Landes dabei unterstützen, US-amerikanische Bürger auszuspionieren.

Deshalb hat das Weiße Haus nun offiziell eine Executive Order erlassen. Tik Tok muss demnach innerhalb von 45 Tagen verkauft werden, ansonsten stellt Trump alle Transaktionen mit dem Betreiber ein.

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China dementiert die Vorwürfe natürlich – und auch Tik Tok selbst hat ein kritisches Antwortschreiben auf die Executive Order veröffentlicht. Darin heißt es: „Wir sind schockiert über die jüngste Executive Order der US-Regierung, welche ohne ein ordnungsgemäßes Verfahren erlassen wurde.“

Und weiter: „Wir haben immer wieder deutlich gemacht, dass Tik Tok niemals Nutzerdaten an die chinesische Regierung weitergegeben oder Inhalte auf ihren Wunsch zensiert hat.“ Im Gegenteil stelle die Plattform den Quellcode ihres Algorithmus im eigenen Transparency Center zur Verfügung.

„Das ist ein Maß an Transparenz, zu dem sich bislang keiner unserer Mitbewerber verpflichtet hat. Wir haben sogar unsere Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, unser US-Geschäft an ein amerikanisches Unternehmen zu verkaufen.“

Executive Order: Wie steht es um den Datenschutz bei Tik Tok?

Um den Datenschutz bei Tik Tok war es in der Vergangenheit allerdings nicht immer gut bestellt. Die App sammelte zuletzt unter anderem noch Daten wie die IMEI-Nummer deines Smartphones, deinen Standort und Mobilfunkdaten.

Ganz so unschuldig wie Tik Tok sich in seinem Schreiben präsentiert, ist die App also nicht. Trotzdem lässt sich aus der Perspektive eines Nutzers natürlich nicht sagen, ob umgekehrt auch etwas an den Spionagevorwürfen dran ist.

Tik Tok: Originale App ist in China gar nicht verfügbar

Etwas merkwürdig klingt im Zusammenhang mit der Executive Order zunächst, dass das originale Tik Tok in China gar nicht verfügbar ist.

Die chinesische Version kommt allerdings ebenfalls von Bytedance und heißt Douyin. Sie zählt mehr als 500 Millionen aktive Nutzer pro Tag. Sie ist also wie Tik Tok in den Vereinigten Staaten sehr beliebt.

Sollten beide Apps heimlich Nutzerdaten sammeln, würden sie aber vermutlich so oder so beim selben Unternehmen – nämlich Bytedance – landen. Und Bytedance könnte diese Daten dann an die Kommunistische Partei Chinas weitergeben – zumindest in der Theorie.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.