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Aufgaben, Fähigkeiten, Alltag: Was macht ein Chief Growth Officer?

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geschrieben von Christian Erxleben

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt von Grund auf. Deshalb entstehen neue Berufsbilder. Doch was versteckt sich hinter den Bezeichnungen? Das möchten wir in „Und was machst du so?“ greifbar machen. Heute: Ulrike Hager und der Beruf des Chief Growth Officer.

Der Start in den Tag als Chief Growth Officer

Ulrike, du arbeitest als Chief Growth Officer bei Videobeat. Beschreibe uns doch einmal in vier Sätzen, wie du deinen Beruf neuen Freunden erklärst.

Ich sehe es als mein Privileg an, Zukunftsstrategien zu entwickeln, die das langfristige Wachstum unseres Unternehmens aber vor allem auch meiner Kunden gewährleisten. Oder in kurz: Stellt euch einen Autoverkäufer vor, der gleichzeitig neue Mobilitätskonzepte erfindet.


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Wie sieht ein normaler Tag in deinem Beruf aus?

Was ist schon normal? Meine Tage beinhalten alles von persönlichen Mailings, Pitch-Präsentationen, Kunden-Check-ins, Mitarbeiter-Check-ins und Vorgesetzten-Check-ins, viel inhaltliches Coaching und Challengen.

Die richtige Frage ist eher: Wie sehen deine Nächte aus? Lesen, lesen, lesen: Eine Tugend, die in unserer Branche nicht ernst genug genommen wird.

Und womit startest du in den Tag?

Um 6 Uhr mit Gewicht-Training und dann mit Nachrichten: Wer zu wem, Innovationen und Markteinführungen, Wettbewerber-Musings auf LinkedIn, alles um up-to-date zu sein für die Gespräche des Tages.

Fahre ich zu einem Pitch, ist es neben den Lokalnachrichten auch ganz wichtig zu wissen, wie der lokale Fußball- oder Handballverein am Wochenende gespielt hat.

Ulrike Hager, Chief Growth Officer, Videobeat

Ulrike Hager, Chief Growth Officer bei Videobeat.

Die Aufgaben als Chief Growth Officer

Welche Aufgaben fallen in deinen Bereich?

Meine Aufgaben reichen vom Neuakquise-Geschäft über die Weiterentwicklung von Bestandskunden und die Entwicklung strategischer und operativer Ziele bis zur Konzeption unsere Innovations- und Zukunftsstrategie. Und: Unsere PR koordiniere ich auch.

Wie definierst und interpretierst du deinen Job als Chief Growth Officer persönlich?

Ich glaube, dass die Rolle weit über New Business hinaus geht. Zur Rolle eines Chief Growth Officers gehört es, permanent Veränderungen vorherzusehen und diese in Wachstumsstrategien umzuwandeln und das sowohl auf persönlichen als auch auf unternehmensseitigen Ebenen.

Wie ist deine Stelle in die Unternehmensstruktur eingegliedert? Das heißt: An wen berichtest du und mit wem arbeitest du zusammen?

Ich berichte direkt an unseren CEO und arbeite wirklich mit allen – da gibt es keine Hierarchien.

Spaß und Dankbarkeit in deinem Beruf

Selbstverständlich wird die Rolle eines Chief Growth Officer in jedem Unternehmen unterschiedlich ausgelegt. Welche Perspektiven kommen bei dir zu kurz, die grundsätzlich zum Berufsbild gehören?

Das ist für mich die falsche Frage. Ich glaube fest daran, dass es in der Verantwortung eines jeden Einzelnen liegt, sich die Perspektiven zu schaffen, die man sich wünscht. Das gelingt mir auch in der Regel sehr gut – und zwar sowohl auf Arbeitgeberseite als auch bei meinen Kunden.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Dass es jeden Tag etwas Neues zu erfahren gibt. Kein Tag ist wie der andere und dass mein Wissensdurst immer wieder neu inspiriert und geweckt wird.

Wofür bist du besonders dankbar?

Für Kunden, die sich trauen, den Tunnelblick abzulegen und Mitarbeiter, die sich dazu inspirieren lassen, das Rad täglich neu zu erfinden.



Und wie wird man jetzt ein Chief Growth Officer?

Insbesondere in der Digital-Branche gibt es häufig nicht mehr die klassische Ausbildung. Wie bist du zu deiner Stelle gekommen?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich bin noch nie in meinem Leben etwas geworden, weil ich einen klaren Karriere-Weg vor Augen hatte und dann irgendwann dort angekommen bin. Ich bin es geworden, weil es mir die optimale Balance zwischen strategischer Beratung, Zukunftsinnovation und klassischer Pitch-Hoheit gibt.

Es ist der Mix aus strategischem Denken, taktischer Kompetenz und Entrepreneur-Spirit ist, der diese Rolle optimal ausfüllt. Aber noch viel wichtiger ist, dass es einem gelingt, nicht nur mit Kompetenz zu überzeugen, sondern auch mit Menschlichkeit.

Welchen Tipp würdest du einem Neueinsteiger oder interessierten Quereinsteiger geben, der auch Chief Growth Officer werden will?

Charisma, Empathie und Leidenschaft sind für mich die Grundvoraussetzungen. Wenn ich in einen Raum komme, muss ich die Gabe haben, in den ersten drei Minuten zu überzeugen und zu polarisieren. Darüber hinaus denke ich, dass strategisches Denken elementar ist genauso wie ein übergreifendes Branchenwissen.

Und generell kann ich mich nur wiederholen: Lesen, lesen, lesen. Es ist erschreckend, wie viele Menschen sich auf dem Wissen ausruhen, das sie mal in der Uni oder in einem Workshop gehört haben.

Vielen Dank, Ulrike!

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

3 Kommentare

  • Interessanter Artikel. Ich habe im Gegenzug heute einen Kollegen zum Chief Growth Officer ernannt. 🙂

    Im Beispiel ist mir der Job aber zu viel Sales lastig. In meinen Augen sollte der CGO vor allem neue Ideen (Growth Hacks) in den verschiedensten Abteilungen entwickeln bzw. das Team entsprechend für Experimente begeistern.

      • Moin Christian. Na ja, wir Menschen sind gewissermaßen Gewohnheitstiere. Auf der anderen Seite geht es bei Agile und Lean darum, Neues auszuprobieren. Da fehlt manchmal der gewisse Stuppser von außen. Jemand mit entsprechendem Mindset, der/die Ideen einbringt und Angst vor Risiken nimmt. Sollte natürlich mit einem gewissen Budget ausgestattet sein. 😉

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