Wirtschaft

Bedingungsloses Grundeinkommen: Studie zahlt 1.200 Euro drei Jahre lang

Geld, Gehalt, bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sucht Probanden für eine Studie zum bedingungslosen Grundeinkommen. (Foto: Pexels.com / Karolina Grabowska)
geschrieben von Christian Erxleben

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird auch in Deutschland schon seit mehreren Jahren diskutiert. Jetzt startet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ein Forschungsprojekt dazu. Insgesamt 120 freiwillige Probanden erhalten über drei Jahre 1.200 Euro im Monat.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen: Dieses Thema spaltet die Gesellschaft ebenso wie die Wirtschaft und die Politik in Deutschland. So gibt es beispielsweise einige Parteien, die nur existieren, um das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen. Sobald es existiert, wollen sie sich wieder auflösen.

Allerdings findet dieses Konzept auch in zahlreichen Wahlprogrammen von überwiegend linken oder sozialen Parteien seine Erwähnung. Das Problem dabei: Wie bei vielen Ideen gibt es auch in diesem Fall viele Vor- und Nachteile, die gegeneinander abgewägt werden müssen.


Neue Stellenangebote

Social Media & Community Manager (m/w/d)
Intermate Media GmbH in Berlin
Social Media & Community Manager (m/w/d)
Intermate Media GmbH in Berlin
Social Media Manager (w/m/d)
Porta Service & Beratungs GmbH & Co. KG in Porta Westfalica

Alle Stellenanzeigen


DIW startet Forschungsprojekt zum bedingungslosen Grundeinkommen

Aus diesem Grund startet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Kooperation mit dem Verein „Mein Grundeinkommen“, dem Max Planck Institut und der Universität zu Köln ein dreiteiliges Projekt.

Die erste Phase des Projekts dauert insgesamt drei Jahre. Dafür suchen die Forscher nun 1.500 Probanden aus Deutschland. 120 von ihnen erhalten über drei Jahre hinweg 1.200 Euro steuerfrei im Monat. Die restlichen 1.380 Personen dienen als Vergleichsgruppe. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung.

1.200 Euro im Monat durch bedingungsloses Grundeinkommen: So bewirbst du dich

Die einzigen beiden Voraussetzungen für die Teilnahme am Forschungsprojekt sind:

  • ein Erstwohnsitz in Deutschland
  • ein Mindestalter von 18 Jahren

Das heißt: Auch Studierende und Empfänger von Sozialleistungen wie dem Arbeitslosengeld, Wohngeld, Elterngeld oder BAfög können sich bewerben. Allerdings kann es in diesem Fall dazu kommen, dass einige Leistungen mit dem ausgezahlten Grundeinkommen verrechnet werden.

Trotzdem sind laut DIW die Beträge aus dem bedingungslosen Grundeinkommen in der Regel höher als die bisherigen Leistungen.

Die Bewerbungsfrist für die Teilnehmer endet am 10. November 2020. Nur eine Woche später erhalten alle Bewerber eine Aussage darüber, ob sie es in die nächste Phase geschafft haben oder eben nicht. Der tatsächliche Auszahlungs- und Studienbeginn liegt im Frühjahr 2021.

Quasi als Gegenleistung müssen die teilnehmenden Probanden alle sechs Monate einen Online-Fragebogen ausfüllen. Der Zeitaufwand liegt dafür laut dem DIW bei ungefähr 25 Minuten.

Schon über 1,6 Millionen Bewerbungen

Ursprünglich hatte der Projektleiter Michael Bohmeyer als Ziel für die Bewerbungsphase eine Million Bewerbungen ausgerufen. Dieses Ziel hat der Zusammenschluss bereits nach drei Tagen erreicht – und die Zahlen steigen minütlich weiter.

Zwar sei laut Bohmeyer der Ansturm auch eine Herausforderung. Allerdings verbessert jede eingehende Bewerbung für ein bedingungsloses Grundeinkommen auch die wissenschaftliche Grundlage für die Auswahl der Teilnehmer und die Aussagekraft der Untersuchung.


LinkedIn-Guide gratis!

Melde dich für unser wöchentliches BT kompakt an und erhalte als Dank unseren großen LinkedIn-Guide kostenlos dazu!

Auch interessant:


Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

Kommentieren