Wirtschaft

Grenzen setzen: 6 Sätze, mit denen du bestimmt und höflich „Nein“ sagst

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Wer auch mal eine Anfrage ablehnt, ist nicht faul, sondern bewusst. (Foto: Unsplash.com / Francisco De Legarreta C.)
geschrieben von Christian Erxleben

Im beruflichen Alltag kommen ständig neue Aufgaben auf uns zu. Dabei ist es für unser Selbstwertgefühl und unsere Gesundheit wichtig, auch ab und an „Nein“ zu sagen. Wir stellen dir einige Sätze vor, mit denen du im Beruf bestimmt und höflich Grenzen setzen kannst.

Hast du auf der Arbeit und auch am Feierabend oft das Gefühl, gestresst zu sein? Kämpfst du an vielen Tagen mit Kopfweh, einer erhöhten Herzfrequenz oder unerklärlichen Bauchschmerzen? Dann setzt du dich im Beruf vermutlich zu großen Belastungen aus.

Denn bevor du mentale oder psychische Schäden entwickelst, warnt dich dein Körper zunächst in den meisten Fällen mit physischen Symptomen. Dabei ist es wichtig, dass du diese Anzeichen nicht ignorierst, sondern dich aktiv mit ihnen beschäftigst.


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Die Bedeutung des Wortes „Nein“

In vielen Fällen führt die Suche nach den Ursachen zur Überanstrengung auf der Arbeit. Das hängt wiederum oftmals direkt mit der Fähigkeit zusammen, auch einmal gegenüber einem Vorgesetzten „Nein“ zu sagen.

Oder anders ausgedrückt: Wenn du einerseits beruflich erfolgreich und andererseits gesund und glücklich bleiben möchtest, musst du klare Grenzen setzen.

Das unterstreicht auch die Berliner Karriere-Beraterin Petra Barsch in einem Gespräch mit dem Jugendmagazin Zett. Darin erläutert sie: „Im Job Grenzen zu setzen, ist wichtig für den eigenen Selbstwert.“

Außerdem betont Petra Barsch, dass hinter dem ständigen Akzeptieren von neuen Aufgaben oftmals auch Ängste stecken. Das ist zum Beispiel die Angst vor Ausgrenzung, die Angst Kollegen und Vorgesetzte zu enttäuschen und auch das Bedürfnis nach Achtung und persönlichem Aufstieg.

Grenzen setzen im Job: So kommunizierst du bestimmt aber höflich

Dabei handeln laut der Karriere-Beraterin die Personen, die Grenzen setzen, nicht egoistisch. Vielmehr achten sie auf ihre eigene mentale und körperliche Gesundheit. Zudem sorgt eine klare Kommunikation mittelfristig für bessere zwischenmenschliche Beziehungen. Das gilt übrigens auch im Privatleben.

„Zu den Grundregeln gehört es, das Nein zu begründen, aber nicht ausführlich zu erklären“, sagt Petra Barsch gegenüber Zett. Wenn du Grenzen setzen willst, sollst du also höflich bleiben, bestimmt wirken und zugleich nicht dazu verfallen, dich zu rechtfertigen.

Zusätzliche Aufgaben von Vorgesetzten ablehnen

Jeder Angestellte wird früher oder später in seinem Beruf mit der Situationen konfrontiert, dass Vorgesetzte zusätzliche Aufgaben verteilen wollen.

Die richtige Antwort auf die Mehrarbeit ist laut Barsch beispielsweise: „Ich mache das gerne für Sie. Welche anderen Aufgaben soll ich dafür weglassen oder später erledigen?“

So signalisierst du deine grundsätzliche Bereitschaft und zeigst zugleich auf, dass dein Chef die Entscheidung treffen muss.

Zusätzliche Aufgaben von Kollegen ablehnen

Manchmal kommt auch dein Kollege zu dir und fragt, ob du nicht über einen zeitlichen Puffer verfügst. Wenn es deine Arbeit hergibt, kannst du natürlich auch einmal einspringen. Arbeitest du jedoch selbst am Limit, solltest du unterstreichen, dass du gerne hilfst, es jetzt gerade allerdings nicht geht.

Das gelingt laut Petra Barsch mit Sätzen wie „Ich unterstütze dich gerne, habe aber viel zu tun. Was könntest du für mich abnehmen?“ oder „Ich fühle mich geehrt, dass du ausgerechnet mich um Hilfe bittest, aber ich kann leider gerade keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen.“

Zusätzliche Aufgaben außerhalb der Arbeitszeit

Besonders kritisch wird es, wenn dich dein Chef am Feierabend oder Wochenende kontaktiert. Das wird durch den Trend zum Home Office teilweise unterstützt. Schließlich ist der Arbeitsplatz ja nur noch ein paar Meter entfernt.

In diesen Fällen rät die Karriere-Beraterin zu Antworten wie „Ich weiß, dass ich von zu Hause aus arbeite. Aber ich habe folgende Geschäftszeiten: …“.

Wenn dich eine berufliche Anfrage überfordert

Manchmal kommen berufliche Anfragen so überraschend, dass wir überhaupt nicht wissen, wie wir darauf reagieren sollen. Eine panische Reaktion ist – wie immer – nicht der richtige Weg.

Deshalb bitte deine Kollegen oder deinen Vorgesetzten um einen Moment der Ruhe, in dem du dich sammeln und deine Gedanken sortieren kannst.

Ein kurzes „Kannst du mir zehn Minuten zum Überlegen geben?“ kann dabei schon wahre Wunder bewirken.

Wenn dich ein Kollege ständig ablenkt

Doch es gibt auch andere Bereiche, in denen du Grenzen setzen musst. Das ist beispielsweise der Fall, wenn dich bestimmte Kollegen fortlaufend mit Nachrichten in Slack bombardieren oder dein Telefon des Öfteren klingt.

Handelt es sich bei der Anfrage um essenzielle Entscheidungen, die ohne dich nicht beschlossen werden können, ist die Kontaktaufnahme gerechtfertigt. Wenn sich der Kollege jedoch nur langweilt oder der eigenen Arbeit nicht nachgehen möchte, musst du Grenzen setzen.

Die beste Methode ist dabei auch höflich und direkt. „Ich habe gerade nicht die Zeit, ein bisschen zu plaudern. Ich melde mich gerne, wenn es wieder geht.“

Fazit

Wenn du Grenzen setzen möchtest, ist es wichtig, auf dein Gegenüber einzugehen. Dabei solltest du stets höflich bleiben und deine eigene Position trotzdem kurz und knapp transportieren. Hilfreich ist es zudem, wenn du in deiner Antwort auch noch gleich einen Alternativ- oder Lösungsvorschlag präsentierst.

Und auch wenn es am Anfang manchmal schwer erscheint: Indem du ab und an auch einmal „Nein“ sagst, stärkst du dein Selbstbewusstsein und auch deine Akzeptanz, weil eine Grenze eben auch sagt: Ich bin kein Fußabstreifer.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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