Technologie

Faltbare Smartphones: Wer bietet was – und warum bietet Apple nichts?

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Das Samsung Galaxy Fold ist eines der aktuell fortschrittlichsten faltbaren Smartphones. (Foto: Unsplash.com / mbaumi)
geschrieben von Vivien Stellmach

Samsung, Microsoft und Motorola bringen zahlreiche faltbare Smartphones auf den Markt. Nur Apple hält sich bislang zurück – und das hat sehr gute Gründe. Wir sehen uns an, welche Geräte es bislang gibt, und warum die Zeit für Foldables vielleicht noch nicht gekommen ist.

Eigentlich ist Apple vorne dabei, wenn es um technologische Innovationen geht. Aber wir wissen, dass sich das iPhone-Unternehmen auch gerne Zeit nimmt und Geräte erst veröffentlicht, wenn sie ausgereift sind – und das gilt scheinbar auch für faltbare Smartphones.

Samsung, Microsoft und Motorola setzen dagegen auf die Vorteile des Vorreiters. Samsung hat zum Beispiel schon das laut eigenen Angaben „revolutionäre“ Galaxy Fold auf den Markt gebracht – für einen ordentlichen Preis von 1.500 Euro. Die 5G-Variante kostet sogar über 2.000 Euro.


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Faltbare Smartphones: In einem Land nach unserer Zeit

Die Frage, die wir uns und sicher auch Apple sich dabei stellt: Wer will sich das überhaupt leisten? Derzeit kommen wir alle hervorragend mit normalen Smartphones aus.

Eigentlich haben wir noch nicht einmal gelernt, vernünftig mit ihnen umzugehen. Es scheint, als würden die Geräte uns mehr im Griff haben als wir sie, wenn wir einmal darauf achten, wie oft am Tag wir sie vollkommen unbewusst in die Hand nehmen.

Warum lechzen Mobilfunkanbieter und Smartphone-Hersteller dann schon nach der nächsten Revolution? Die Antwort darauf ist so simpel wie erwartbar: Geld.

Aber Samsung und Co. machen sich im Jahr 2020 keinen Gefallen damit, unserer Zeit mit faltbaren Smartphones voraus sein zu wollen. Oder hast du gerade etwa ein großes Verlangen nach einem Foldable, für das du mehr als Tausend Euro bezahlen musst?

Faltbare Smartphones finden in einem Land nach unserer Zeit statt. Die Mechanik zum Ausklappen solcher Geräte ist aktuell noch fehleranfällig und angreifbar. Die erste Version des Galaxy Fold gibt im geschlossenen Zustand zum Beispiel noch klackende Geräusche von sich.

Laut Samsung-Manager Koh Dong habe das Unternehmen nach einem chaotischen Start bis Januar 2020 auch nur „400.000 bis 500.000“ Galaxy-Fold-Geräte verkauft. Ursprünglich hatte das Unternehmen sich ein Verkaufsziel von einer Million gesetzt.

Microsoft Surface Duo und Co.: Diese Foldables gibt es noch

Neben dem Galaxy Fold gibt es auch schon weitere Foldables auf dem Markt. Ebenfalls von Samsung stammt das Galaxy Z Flip mit einem 6,7 Zoll großen AMOLED-Bildschirm.

Microsoft hat das Surface Duo entwickelt, das „das Beste aus Microsoft und Android“ vereinen soll. Das Smartphone soll mit einem 8,3 Zoll großen Display spätestens bis Weihnachten 2020 auf den Markt kommen.

Ein 360-Grad-Scharnier soll zudem die Möglichkeit bieten, das Gerät in beide Richtungen zu falten. Du kannst also entscheiden, ob das Display innen oder außen liegt.

Und Motorola hat 2019 das Razr herausgebracht, das ausgefaltet über einen 6,2 Zoll großen OLED-Bildschirm verfügt. Allerdings handelt es sich hierbei laut Kritikern nur um ein Mittelklasse-Gerät. Das Technik-Portal Golem berichtet sogar, dass das Smartphone nach 27.000 Klappvorgängen kaputt gehe.

Faltbare Smartphones: Apple experimentiert, hält sich aber zurück

Apple hält sich also aus sehr guten Gründen zurück, wenn es um faltbare Smartphones geht. Die Technik scheint zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgereift zu sein, um ein nachhaltiges Gerät zu veröffentlichen.

Zudem scheint die Nachfrage nach Foldables noch viel zu gering zu sein, als dass sich ein Produkt-Launch für Apple lohnen würde.

Aber das Unternehmen von Gründer Steve Jobs experimentiert schon im Verborgenen mit Foldables. Laut dem bekannten und zuverlässigen Informationen Ice Universe hat Apple tatsächlich „eine große Zahl“ an faltbaren Bildschirm-Modellen bei Samsung bestellt. Das berichtet das Technik-Portal Macrumors.

Dass Apple noch in diesem Jahr ein faltbares Gerät vorstellt, ist aber nahezu ausgeschlossen. Schließlich leistet sich das Unternehmen keine voreiligen Schnellschüsse – und müsste eine Veröffentlichung auch erst einmal vor dem iPhone und dem iPad rechtfertigen.

Denn bislang ist noch nicht klar, welchen Mehrwert faltbare Smartphones liefern sollen. Theoretisch können sie Smartphone und Tablet beziehungsweise iPhone und iPad vereinen – aber wäre ein Launch dann nicht eine Gefahr für diese beiden Produktgruppen?

Darüber dürfte sich Apple seine Gedanken machen – und ein faltbares Smartphone erst dann herausbringen, wenn das Unternehmen auch zu 100 Prozent überzeugt davon ist.


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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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