Samsung Galaxy Fold, faltbares Smartphone Samsung

Warum der Preis für das Samsung Galaxy Fold absolut verrückt ist

Christian Erxleben
Das Samsung Galaxy Fold ist ein faltbares Smartphone und kostet 2.000 Euro. (Foto: Screenshot / YouTube)

Nach der Ankündigung im November folgte nun drei Monate später die offizielle Vorstellung: Das Samsung Galaxy Fold ist das erste faltbare Smartphone des südkoreanischen Konzerns. Der aufgerufene Preis ist jedoch eine maßlose Übertreibung. Ein Kommentar.

Waren das noch Zeiten, in denen wir für das neueste Smartphone der Spitzenklasse mittlere dreistellige Beträge auf den Tisch gelegt haben. Ja, diese Zeiten sind noch nicht allzu lange her. Trotzdem sind heutzutage neue Premium-Smartphones fast immer mehr als 1.000 Euro wert.

Der Kunde hinterfragt nicht – er zahlt

Dafür gibt es selbstverständlich unterschiedliche Ursachen, die alle ihren Anteil an dieser Entwicklung haben. Einerseits ist der Preisanstieg ein schleichender Prozess. Jedes neue Spitzen-Smartphone – egal ob von Apple oder Samsung – wurde ein wenig teurer.

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Von 350 Euro ging es auf 500 Euro. Aus den 500 Euro wurden 700 Euro und inzwischen bewegen wir uns schon bei Preisen von knapp 1.200 Euro – für ein Smartphone.

Andererseits ist es auch schwierig, den Herstellern Vorwürfe zu machen. Schließlich sind es letztendlich die Verbraucher, die die neuen und immer höheren Preise zahlen müssen und auch wollen. Und das machen sie auch ohne großes Jammern.

Wer das neueste Smartphone will, muss massig Geld investieren. Diese Konvention scheint in weiten Teilen der Gesellschaft akzeptiert zu sein. Denn wenn niemand die teuren Geräte kaufen würde, müssten die Konzerne die Preise auch wieder senken. Schließlich sind die Produktionskosten sowieso gering.

Das Samsung Galaxy Fold und der Preis der Innovation

Viele dieser Preissprünge wurden in den ersten Jahren durch Innovationen gerechtfertigt. Das Smartphone wurde leichter. Der Touchscreen zugleich empfindlicher als auch robuster und die Bildschirme immer größer.

Doch in den letzten Monaten und Jahren blieben die großen Innovationen zusehends aus. Dann reichten ein besserer Prozessor, eine bessere Kamera und ein paar Gramm weniger auf der Waage schon aus, um Mehrkosten von 200 Euro zu rechtfertigen.

Der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung ist jedoch mit dem Samsung Galaxy Fold erreicht. Dahinter verbirgt sich das erste faltbare Smartphone des südkoreanischen Konzerns, das Ende Februar in San Francisco vorgestellt wurde.

Mit Sicherheit: Dabei handelt es sich um eine kleine Revolution auf dem Smartphone-Markt. Bis auf den chinesischen Hersteller Royole gibt es noch nicht viele Anbieter von faltbaren Smartphones. Ist das überhaupt ein Fortschritt?

Und: Rechtfertigt diese technische Innovation wirklich den veranschlagten Preis ab (!) 2.000 Euro? In den USA ist das Gerät mit einem Startpreis von 1.980 US-Dollar ein wenig günstiger, aber natürlich immer noch viel zu teuer.

Was rechtfertigt ein 2.000-Euro-Investment?

Ohne Zweifel liefert das Samsung Galaxy Fold auch technisch gesehen ein paar absolute Highlights. So verfügt das faltbare Smartphone beispielsweise über insgesamt sechs Kameras mit bis zu 16 Megapixel.

Hinzu kommt im zugeklappten Zustand ein Display mit 4,6 Zoll. Im geöffneten Zustand erstreckt sich der Bildschirm sogar über 7,3 Zoll.

Der Klapp- oder Biege-Mechanismus ist zudem technisch geschickt über mehrere miteinander verbundene Zahnräder gelöst, die äußerlich durch ein kleines Scharnier mit Samsung-Schriftzug verdeckt sind.

Desweiteren verfügt das Samsung Galaxy Fold über den obligatorischen Fingerabdruck-Sensor und zwei unterschiedliche Akkus, die für ausreichend Laufzeit sorgen sollen.

Trotz alledem muss sich Samsung – aber auch jeder Käufer – die Frage gefallen lassen: Sind diese technischen Spielereien wirklich 2.000 Euro wert? Zumal es sich beim Samsung Galaxy Fold um das erste Produkt einer neuen Generation handelt, das sicherlich mit anfänglichen Problemen zu kämpfen haben wird.

Zum Vergleich: Das ebenfalls neue Samsung Galaxy S10+ kostet mit 12 Gigabyte RAM und einem Terabyte Speicher „nur“ 1.499 Euro. Damit wird auch deutlich: Ein Großteil des Preises des faltbaren Smartphones ist lediglich der Innovation geschuldet.

Ob das wirklich fair ist und wohin uns dieser Weg noch führt, ist ungewiss. Wer weiß: Vielleicht ist es in fünf Jahren absolut normal, 4.000 Euro für sein Smartphone – wenn es denn noch welche gibt – zu bezahlen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.