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Weil keiner fliegen will: Fluglinien in Europa starten Preisschlacht

Marinela Potor
Die Preisschlacht der Fluglinien in Europa hat begonnen. (Foto: Pixabay / fak1911)

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Fluglinien in Europa spüren den Corona-Effekt deutlich: Kaum einer will momentan im Flugzeug verreisen. Und so greifen Airlines nun zu einem verzweifelten Mittel: Sie reduzieren ihre Preise drastisch. 

2020 ist nicht das Jahr der Fluglinien. Die Nachfrage ist auf unterirdischem Niveau. Hinzu kommen Milliardenbeträge, die Fluglinien wegen Corona für stornierte Flüge an Passagiere zurückzahlen müssen. Und jetzt kommt auch noch der Herbst.

So greifen Fluglinien in Europa zu einem verzweifelten Mittel: Sie reduzieren ihre Preise – drastisch.

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Flüge ab 1 Euro

Das gilt insbesondere für die Billigflieger. Ryanair hat sich zum Beispiel die Aktion „Buy one, get one free“ ausgedacht. Bei zwei Reisenden bekommt man dabei das zweite Ticket gratis. Das Angebot gilt bis zum 14. Dezember und für 1.600 Strecken.

Weiteres Beispiel: Bei Easyjet findest du im November Flüge von Berlin nach Madeira für knapp 120 Euro, für Hin- und Rückflug.

Und die türkische Fluglinie Pegasus hatte kurzzeitig Flüge für den Schleuderpreis von einem Euro (zuzüglich Steuern) im Angebot.

Auch Wizzair bot Flüge mit einem Rabatt von 60 Prozent an und mit dem Wizz Air Flex-Tarif teilweise sogar ebenfalls ab einem Euro.

Das sind nur einige Beispiele. Klar ist: Die Fluglinien in Europa haben ihre Preisschlacht begonnen. Angesichts der aktuellen Reiseflaute kommt das nicht überraschend.

Fluglinien in Europa: Preise 15 Prozent günstiger

Schon im August hatte der Ryanair Marketing- und Digitalchef Dara Brady dies gegenüber der deutschen Touristikfachzeitschrift FVW angekündigt.

Eine aktuelle Übersicht der Reise-Analytics-Agentur Forwardkeys zur Preisentwicklung von beliebten Flugstrecken in Europa zeigt: Rabatte gibt es bei den Fluglinien derzeit durch die Bank weg.

Aktuelle Flugpreise liegen momentan im Schnitt etwa 15 Prozent unter Vorjahresniveau. Besonders günstige Strecken sind derzeit zwischen Großbritannien und Griechenland (35 Prozent günstiger im Vergleich zum Vorjahr) oder zwischen Deutschland und Portugal (25 Prozent günstiger).

Doch ob die Fluglinien damit wirklich Erfolg haben werden, ist fraglich.

Günstige Preise helfen nicht gegen Vertrauensverlust

Schließlich ist es derzeit nicht der Preis, der die meisten Urlauber vom Reisen abhält, sondern natürlich vielmehr die aktuelle Gesundheitssituation.


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Auch herrscht nach wie vor viel Unsicherheit über Regulierungen, die sich schließlich, je nach Gesundheitslage, auch rasant ändern können.

Und da viele schmerzlich selbst erlebt haben, wie schwierig es sein kann, einmal bezahlte Flüge erstattet zu bekommen, herrscht zudem auch noch Misstrauen gegenüber den Fluglinien.

Einige Reisende haben darüber hinaus sicher auch Bedenken inmitten einer Pandemie, längere Strecken in einem geschlossenen Flugzeug zu sitzen.

Diese Sorgen kann den Reisenden selbst ein extrem günstiger Flug nicht nehmen. Und, was fast noch schlimmer für die Nachfrage ist: Kunden haben aufgrund des Stornierungschaos das Vertrauen in die Airlines verloren.

So sagt Olivier Ponti, VP Insights bei Forwardkeys denn auch: „Das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen ist die Voraussetzung dafür, um Menschen wieder fürs Fliegen zu begeistern.“

Das könnte ein langer Weg sein.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.