Parkplätze könnten riesige Flächen für Solaranlagen bieten. Doch bislang bleibt dieses Potenzial weitgehend ungenutzt. Dabei könnten Solarüberdachungen nicht nur sauberen Strom erzeugen, sondern auch Unternehmen entlasten und die Ladeinfrastruktur für Elektroautos stärken.
Die Bundesregierung hat sich für den Ausbau der Solarenergie in Deutschland ehrgeizige Ziele gesetzt. Denn bis zum Jahr 2030 soll die installierte Photovoltaikleistung auf 215 Gigawatt steigen.
Im Jahr 2025 lag die installierte Solarleistung in Deutschland laut der Bundesnetzagentur bei rund 117 Gigawatt. Um das Ziel bis 230 zu erreichen müssten jährlich also rund 20 Gigawatt Leistung hinzukommen.
Um diese Lücke zu schließen, rücken neben Hausdächern und Freiflächen zunehmend bereits versiegelte Flächen in den Fokus. Ein bislang kaum ausgeschöpftes Potenzial bieten große Parkplätze. Denn diese könnten mit Solardächern nicht nur sauberen Strom erzeugen, sondern auch Fahrzeuge vor Hitze schützen und zugleich Ladestationen für Elektroautos versorgen.
Welches Potenzial bieten Solar-Parkplätze?
Frankreich setzt beim Ausbau von Solar-Parkplätzen bereits auf verbindliche gesetzliche Vorgaben. Bereits 2023 wurde dort ein Gesetz verabschiedet, laut dem größere, nicht überdachte Außenparkplätze auf mindestens der Hälfte ihrer Fläche mit Überdachungen ausgestattet werden müssen, die erneuerbaren Strom erzeugen.
Auch in Slowenien müssen seit 2024 neu gebaute, befestigte Parkplätze mit einer Fläche von mindestens 1.000 Quadratmetern grundsätzlich mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Damit will das Land Flächen, die ohnehin für den Verkehr genutzt werden, zusätzlich für die Stromproduktion erschließen.
Die britische Regierung geht derweil von einem enormen Potenzial der Solar-Parkplätze aus. Schätzungen zufolge könnte demnach ein Parkplatz mit 80 Stellflächen pro Jahr rund 28.000 Pfund an Stromkosten sparen, das sind aktuell mehr als 32.000 Euro.
Dabei bieten Solar-Parkplätze vor allem für Einkaufszentren und große Supermärkte mehrere Vorteile. Denn der erzeugte Strom kann direkt vor Ort für Beleuchtung, Kühlung, Klimaanlagen oder andere Bereiche des laufenden Betriebs genutzt werden und so den Strombezug aus dem Netz senken. Gleichzeitig spenden die Überdachungen Schatten, schützen Fahrzeuge vor Hitze und Witterung und können mit Ladepunkten für Elektroautos kombiniert werden. Weil dafür bereits versiegelte Flächen genutzt werden, entsteht zudem kaum zusätzlicher Flächenverbrauch.
Fallstudie in Leeds belegt Chancen von Solar-Parkplätzen
Wie wirkungsvoll Solarüberdachungen auf Parkplätzen sein können, zeigt eine Fallstudie an dem Parkplatz Stourton Park & Ride in Leeds. Nach Angaben der britischen Regierung erzeugt die dort installierte Photovoltaikanlage jährlich rund 852.000 Kilowattstunden Strom.
Im ersten Betriebsjahr konnten dadurch etwa 471 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspreche rechnerisch so viel wie die jährlichen Emissionen von mehr als 200 Autos.
Die Anlage in Leeds verbindet Solar-Carports mit einem Batteriespeicher und Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. Das Projekt gilt damit als Beispiel dafür, wie bereits versiegelte Verkehrsflächen zugleich zur Stromerzeugung, zum Laden von Elektroautos und zur Senkung von Emissionen genutzt werden können.
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