Wirtschaft

Jetzt mach doch endlich mal Feierabend!

Licht aus, Tür zu, Feierabend
Wer pünktlich das Licht ausmacht, sendet seinem Chef ein klares Signal. (Foto: Unsplash.com / Mat Reding)
geschrieben von Christian Erxleben

Bist du jeden Tag der letzte, der das Licht im Büro ausmacht oder dessen grünes Lämpchen noch in Slack leuchtet? Dann hast du ein Problem, denn wem es nicht gelingt (regelmäßig) pünktlich Feierabend zu machen, schadet nur sich selbst. Ein Kommentar.

„Du machst schon Feierabend? Okay. Dann wünsche ich dir einen schönen Abend.“ Kommen dir Konversationen oder Chat-Verläufe wie dieser bekannt vor? Dann stehst du auf keinen Fall alleine da. Es sei denn, du bist eine Person, die solche Sprüche äußert.

Der Feierabend ist keine Sünde!

Egal auf welcher Seite der Kommunikation du stehst: Du solltest nachdenken. Beginnen wir zunächst einmal mit dem Kollegen, der sich in den Feierabend verabschiedet. Er hat das Gefühl seine Arbeit erledigt zu haben und sich nach absolvierter Tätigkeit den privaten Interessen zuwenden zu können.


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Mit der oben genannten Frage erwachsen in ihm womöglich Zweifel. Ist es wirklich schon in Ordnung zu gehen? Schließlich arbeitet der Kollege ja auch noch. Verhalte ich mich etwa unsolidarisch? Unabhängig von deinen konkreten Gedanken: Bei den meisten Angestellten fallen sie in diesem Fall vermutlich negativ aus.

Und genau das ist die falsche Einstellung! Denn – und das ist wichtig – wer seine Aufgaben erledigt hat und seine reguläre Arbeitszeit erfüllt hat, hat alleine schon per Vertrag das Recht darauf, nach Hause zu gehen oder den Computer auszuschalten.

Überstunden sind nichts Schlimmes

Was jedoch auch wichtig ist: Das bedeutet nicht, dass Überstunden ein Tabu-Thema sind. Im Gegenteil: Es gibt immer wieder Phasen – zum Beispiel bei Projekten oder der Einarbeitung neuer Mitarbeiter –, die Überstunden erfordern. Derartige Situationen sind im Übrigen auch meistens im Arbeitsvertrag geregelt.

Doch darum geht es nicht. Schließlich arbeiten die meisten Angestellten sehr gerne für ihren Arbeitgeber, sodass ein paar Überstunden kein Problem darstellen. Kritisch wird es nur dann, wenn die Überstunden zum Alltag werden und du in der Woche anstelle von 40 dann 50 oder sogar 60 Stunden arbeitest.

Wenn das der Fall ist, solltest du dringend das Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchen. Denn womöglich hast du zu viele Aufgaben erhalten und ein Teil der Tätigkeiten muss im Team umverteilt werden.

Was der Feierabend mit Organisation zu tun hat

Nur in den wenigsten Unternehmen jedoch werden die Geschäftsführer proaktiv auf dich zugehen, wenn sie merken, dass du freiwillig Überstunden machst. Nur weil sie dir beständig neue Aufgaben erteilen, heißt das nicht, dass du sie sofort und am selben Tag erledigen musst.

Vielmehr zeichnen sich erfolgreiche Mitarbeiter dadurch aus, dass sie keine oder nur wenige Überstunden machen. Warum ist das so? Weil Überstunden im direkten Zusammenhang mit Organisation und Selbstdisziplin stehen.

Das erste Problem liegt dabei darin, dass viele Angestellte überhaupt nicht in der Lage dazu sind, ihre Aufgaben zu sortieren und nach Wichtigkeit zu priorisieren. Was muss sofort erledigt werden und was kann noch warten?

Wer diese Fragen für sich beantworten kann, arbeitet nicht nur bewusster, sondern qualifiziert sich auch für Führungsaufgaben. Denn Organisation und strukturiertes Denken sind zwei grundlegende Voraussetzungen, um Mitarbeiter anzuleiten.

Wenn du selbst nicht in der Lage dazu bist, deinen Tag zu ordnen und dir selbst Grenzen zu setzen, wirst du kaum dazu in der Lage sein, die Verantwortung für ein ganzes Team zu übernehmen.

Selbstdisziplin als Schlüssel zum beruflichen Aufstieg

Und wenn wir schon beim Thema Grenzen setzen sind: Dadurch dass du pünktlich Feierabend machst und auf geregelte Arbeitszeiten achtest, stärkst du nicht nur deinen Körper, deine Gesundheit und deine Psyche.

Nein! Du sendest zusätzlich noch ein Zeichen an deine Vorgesetzten – ein positives Zeichen. Denn wer nicht nur seine Aufgaben, sondern auch sein Zeit-Management perfektioniert hat, hat die volle Kontrolle über sein (Arbeits-)Leben. Und genau diese Personen suchen Vorgesetzte dringend.

Deshalb sollte sich der Kollege, der die unangenehme Frage gestellt hat, nicht wundern, wenn der andere Kollege, der pünktlich Feierabend macht, in einem oder zwei Jahren befördert wird.

Stattdessen sollte sich der Fragende überlegen, warum er diese Frage überhaupt stellt. Im Denkprozess kommt er vermutlich darauf, dass es sinnvoll wäre, die eigene Einstellung zu überdenken. Denn Organisation, Zeit-Management und Disziplin sind keine schlechten Eigenschaften – sie sind erwünscht.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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