Narbe, Mann, Modell, Fehler, Fehler anerkennen

Warum auch deine Karriere „Narben“ braucht

Christian Erxleben
Eine Karriere ohne Fehler ist keine gute Karriere. (Foto: Unsplash.com / Hunter Newton)

Welche Fehler hast du während deiner beruflichen Laufbahn bislang begangen? Wer auf diese Frage keine Antwort weiß, hat laut einem der besten Headhunter der Welt geringe Chancen auf einen Führungsjob. Wir alle müssen unsere Fehler anerkennen. Ein Kommentar.

In jedem Bewerbungsgespräch gibt es unangenehme Fragen. Das ist klar. Dabei macht es auch keinen Unterschied, wie gut wir uns auf ein Gespräch vorbereiten. Denn letztendlich verfolgen Personal-Verantwortliche und Headhunter mit ihren Fragen genau dieses Ziel.

Sie wollen dich aus der Reserve locken und sehen, wie du reagierst. Was hinter so manchen skurril erscheinenden Bewerbungsfragen steckt, ist nichts anders als eine Transferaufgabe.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Wenn du beispielsweise beantworten sollst, wie du einen Elefanten durch eine Tür bekommen würdest, geht es keineswegs darum, diese Aufgabe tatsächlich auszuführen. Im Hintergrund der Frage stehen Aspekte wie logisches Denken oder die Problemlösungsfähigkeit.

Warum sich Headhunter „Narben“ und Fehler wünschen

Eine weitere beliebte Frage in Vorstellungs- und Bewerbungsgesprächen betrifft die eigenen Fehler. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um eine einzelne Frage, sondern um einen gesamten Katalog an Fragestellungen.

  • Was ist Ihre größte Schwäche?
  • Warum würden Sie sich selbst nicht einstellen?
  • Welche Eigenschaft zeichnet Sie aus, die Sie gerne verbergen würden?

In der Regel geht es dem Fragesteller darum, dass der Bewerber beweist, dass er zu Selbstreflexion und Ehrlichkeit in der Lage ist. Eine weitere Frage in diesem Kanon ergänzt Roger Duguay: „Gibt es irgendetwas, das Sie in den vergangenen fünf Jahren anders gemacht hätten?“

Diese Frage zählt in dieser oder leicht abgewandelter Form zum Standard-Portfolio von Duguay. Er arbeitet seit 25 Jahren für die kanadische Recruiting-Firma Boyden. Seine Hauptaufgabe als Headhunter besteht darin, globale C-Level-Positionen zu besetzen.

Fehler anerkennen und persönliches Versagen hängen nicht zusammen

Sicherlich: Diese Frage ist unangenehm, entspricht damit jedoch genau dem Muster von derartigen Formulierungen. Das einzige was Duguay laut eigener Aussage auf diese Frage nicht hören möchte, sind Antworten wie „Ich habe noch nie einen Fehler gemacht.“ oder „Meine Karriere ist bislang reibungslos verlaufen.“

Denn letztendlich deuten derartige Sätze nur daraufhin, dass der potenzielle Bewerber sich einerseits nicht ernsthaft mit dem Thema der Selbstreflexion beschäftigt hat. Denn es ist unbestreitbar, dass wir in unserer Karriere alle Fehler begehen.

Dabei muss es sich nicht einmal um große oder geschäftsschädigende Taten handeln. Es genügen auch schon Fehler im Umgang mit Stresssituationen oder bei der persönlichen Betreuung von unterstellten Mitarbeitern oder Kollegen.

Wer weiß, dass er Fehler begangen hat, zeigt, dass er eigene Fehler anerkennen kann und aus diesen Fehler auch lernen kann oder schon daraus gelernt hat. Es geht also um Transparenz und Ehrlichkeit – und nicht darum, falsches Verhalten ans Tageslicht zu fördern.

Niemand ist perfekt!

Die in meinen Augen wichtigste Lektion ist: Ehrlichkeit und Transparenz sind die wichtigsten Eigenschaften – beruflich und privat. Niemand ist perfekt und das sollte auch nicht das Ziel sein.

Wer von seinen Mitarbeitern verlangt, dass sie nie wieder Fehler begehen, lebt in einer Utopie. Selbstverständlich ist es richtig, das Beste herauszuholen und eine perfekte Bilanz als Ziel auszugeben.

Doch wenn dann trotzdem Fehler passieren, ist es insbesondere für Führungskräfte und Geschäftsführer wichtig, einfühlsam zu sein. Anstelle des Vorschlaghammers sollten sie lieber nach dem Weg suchen, über den Mitarbeiter am besten zu erreichen sind.

So oder so zeigt sich: Nur wer eigene und fremde Fehler anerkennen und akzeptieren kann, bringt die Eigenschaften mit, die eine gute Führungskraft benötigt.

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Praktikant Online-Marketing und Brand/Content...
Vodafone GmbH in Düsseldorf
Duales Studium Informatik (B.Sc.) am virtuell...
IU Internationale Hochschule in Bad Homburg vor der ...
Praktikant:in Content Marketing (m/w/d)
Effizienzpioniere GmbH in Stuttgart
Junior Online Marketing Manager (m/w/d)
CineStar Zentrale in Lübeck
Pflichtpraktikum (m/w/d) – Schwerpunkt Social...
Gottlieb Nestle GmbH in Dornstetten
Werkstudent:in Content Creator Social Media (...
Praxis für Ästhetik Dr. Lejla Bourgla in Hannover
Servicetechniker Sicherheitstechnik (m/w/d)
BAUER Elektroanlagen Süd GmbH in Traunreut
Teile diesen Artikel
Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.