Wirtschaft

Google muss 3,8 Millionen US-Dollar Strafe wegen Diskriminierung zahlen

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Google soll systematisch Frauen und asiatische Mitarbeiter benachteiligt haben. (Foto: Unsplash.com / Greg Bulla)
geschrieben von Maria Gramsch

Gerechte Löhne sind im Silicon Valley eher Fehlanzeige. Bei Google ist das US-Arbeitsministerium auf eine systematische Ungleichbehandlung von Frauen und asiatischen Mitarbeitern gestoßen. Nun muss der Suchmaschinen-Gigant 3,8 Millionen US-Dollar für Ausgleichszahlungen berappen.

Es war nur eine Routine-Untersuchung. Doch diese wird Google nun um ein paar Millionen US-Dollar erleichtern. Das US-Arbeitsministerium hat bei einer „routinemäßigen Compliance-Bewertung“ des Konzerns „systemische“ Probleme im Hinblick auf gerechte Löhne und Gleichbehandlung aufgedeckt.

Die Ermittlungen führte die Abteilung mit dem eher sperrigen Titel Office of Federal Contract Compliance Programs in Mountain View, Seattle und Kirkland von 2014 bis 2017 durch.


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Das Ergebnis: Google hat Ingenieurinnen unterbezahlt sowie Frauen und asiatische Menschen bei Bewerbungsprozessen benachteiligt. Das kostet den Konzern nun insgesamt 3,8 Millionen US-Dollar, wie das Arbeitsministerium bekanntgegeben hat.

Die Einzelheiten zur Diskriminierung bei Google

Google hat von 2014 bis 2017 bei seiner Software-Engineering-Gruppe zeitweise bis zu 2.783 Frauen unterbezahlt. Diesen Frauen soll nun ein Teil der Strafzahlung zugutekommen. 1,35 Millionen US-Dollar fließen in die Rückvergütung benachteiligter Ingenieurinnen – inklusive Zinsen.

Im Geschäftsjahr 2017 hat der Tech-Konzern zudem Frauen und asiatische Menschen bei Bewerbungsprozessen in San Francisco und Kirkland benachteiligt. Für die Entschädigung weiblicher und asiatischer Bewerber muss Google nun 1,23 Millionen US-Dollar locker machen.

Der Konzern will außerdem weitere 1,25 Millionen US-Dollar für Gehaltsanpassungen bereithalten, heißt es.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein

Der Vorwurf ist nicht neu und betrifft vor allem nicht nur Google. Seit Jahren werden im Silicon Valley immer wieder Fälle von Lohndiskriminierung bekannt – als Grund dafür sehen viele die Macho-Kultur und den vorherrschenden Sexismus.

Oder wie Jack Morse es bei Mashable beschreibt:

Pay discrimination? In Silicon Valley? We’re shocked.

Studie belegt Diskriminierung von Frauen

Für die 2016 veröffentlichte Studie Elephant in the Valley haben die Macherinnen 200 Frauen aus dem Großraum San Francisco zu ihren Erfahrungen befragt. Die meisten von ihnen arbeiten in führenden Positionen bei Start-ups und Tech-Konzernen im Valley.

Die Studie zeichnet ein deutliches Bild. Immerhin 60 Prozent aller Frauen berichten von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz – meist durch Vorgesetzte.

Diskriminierung bei Google ist kein Einzelfall

Aber auch in Deutschland herrscht noch immer Ungleichheit in Sachen Bezahlung. Im Jahr 2019 lag die Gender-Pay-Gap bei rund 20 Prozent. Frauen haben im Schnitt in der Stunde 17,72 Euro brutto verdient. Das sind 4,44 Euro weniger als Männer mit 22,16 Euro, wie das Statistische Bundesamt ermittelt.

Dabei könnte die Sache auch ganz anders aussehen. Betrachtet man beispielsweise Ost- und Westdeutschland getrennt voneinander, werden schnell Unterschiede deutlich.

So lag die Pay-Gap in Westdeutschland im Jahr 2019 bei 21 Prozent, in Ostdeutschland betrug sie nur sieben Prozent. Natürlich sind diese Unterschiede vor allem historisch bedingt – aber sie zeigen eben auch: Es geht doch anders.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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