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Erhebliche Datenschutzmängel: Stiftung Warentest kritisiert Clubhouse scharf

Maria Gramsch
Stiftung Warentest nimmt Clubhouse unter die Lupe. (Foto: Unsplash.com / William Krause)

Verbraucherschützer warnen seit dem Start von Clubhouse vor Datenschutzmängeln. Nun hat die Stiftung Warentest die Hype-App unter die Lupe genommen. Das Fazit fällt mit Blick auf den Datenschutz bei Clubhouse nicht gerade positiv aus.

Clubhouse steht seit seinem Start in Deutschland im Fokus von Datenschützern. Sie kritisieren die Plattform vor allem dafür, dass sie beim Einladen von Freunden auf die Telefonbücher ihrer Nutzerinnen und Nutzer zugreift.

Stiftung Warentest hat die App nun einem Datenschutz-Check unterzogen und untersucht, welche Informationen die App genau sammelt und wo sie gegen Daten­schutzrecht verstößt.

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Datensammelwut und Datenschutz bei Clubhouse

Stiftung Warentest hat sich den Daten­strom der App einmal genauer angeschaut. Dabei wurde deutlich, dass die App unter anderem speichert, welches Smartphone mit welchem Mobilfunkanbieter man nutzt, wo man sich gerade aufhält oder wie lange man sich in der App in welchem Chatraum aufhält.

Auch die geführten Gespräche werden komplett aufgezeichnet und – zumindest temporär – gespeichert. Diese Daten gelangen dann teilweise auf die Clubhouse-Server. Andere Daten werden auch an Apple übermittelt – oder an eine Daten­analyse-Firma in den USA.

Die Informationen über Smartphone und Mobil­funkanbieter reicht Clubhouse zum Beispiel an die US-Firmen Data Theorem und Amplitude weiter. Data Theorem ist auf IT-Sicherheit, Amplitude hingegen auf Daten­analyse spezialisiert.

Hier schauen die Macher also ganz genau, wie Nutzerinnen und Nutzer sich verhalten und die App nutzen. Daraus lassen sich für die Betreiber wertvolle Informationen gewinnen, die dann zum Beispiel für Werbezwecke zu Geld gemacht werden können.

Clubhouse hat bereits eine Abmahnung kassiert

Der Verbraucherzentrale Bundes­verband hat die Betreiber der App bereits abgemahnt. Hintergrund waren die Verstöße gegen die DSGVO, wie zum Beispiel die bisher nur auf Englisch vorliegende Datenschutzerklärung.

Der Hype geht weiter

Doch all diese Datenschutzmängel halten die Nutzerinnen und Nutzer nicht auf. Clubhouse ist derzeit die beliebteste App in Apples App Store.

Unklar ist bislang natürlich, ob die derzeitige Euphorie die Anfänge der App überdauern kann. Doch das wird sich vermutlich erst zeigen, wenn sich die Corona-Pandemie ausschleicht und das soziale Leben wieder hochgefahren wird.

Bei den Machern von Facebook, Twitter und Co. löst Clubhouse aber offenbar Angstzustände aus. Nach Twitter will nun auch Facebook einen Klon auf den Markt bringen. Das Produkt befindet sich aber noch in der Frühphase der Entwicklung, berichtet die New York Times.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.