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Georg Kofler und der angebliche Betrug: Was ist an den Vorwürfen dran?

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„Höhle der Löwen“-Investor Georg Kofler wird angeblich Betrug vorgeworfen. (Foto: TV Now Bernd-Michael Maurer)
geschrieben von André Gabriel

Hat er oder hat er nicht? Viele Rechtsthemen lassen sich im Kern auf diese Frage reduzieren – und natürlich beschreiben die verschiedenen Seiten den Sachverhalt sehr unterschiedlich. Jetzt reagiert der Ex-ProSieben-Chef und „Höhle der Löwen“-Investor Georg Kofler auf die Betrugsvorwürfe.

Wie das Manager Magazin berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Georg Kofler.

Der Unternehmer soll Versprechungen nicht eingehalten haben, aufgrund derer mehrere Investments getätigt wurden. Nach der Insolvenz der betroffenen Firma stehen die Geldgeber nicht nur mit leeren Händen da, sondern auch vor erheblichen Verlusten.

Das „Höhle der Löwen“-Mitglied bestreitet den Vorwurf des Betrugs. Georg Kofler äußerte sich inzwischen mehrfach über seinen Twitter-Kanal und bezeichnete die primäre Quelle als „billigen Clickbait-Journalismus“ sowie den zugrunde liegenden Artikel als „sensationslüsterne Schlagzeile.“

Kofler und die wütenden Tweets

Kofler distanziert sich deutlich von den Betrugsvorwürfen und prangert die Art der Berichterstattung an. In einem weiteren Tweet heißt es: „Nur schade, dass von diesem verdient schlechten Image auch der aufrechte, differenzierende und kompetent-kritischen Journalismus in Mitleidenschaft gezogen wird.“

Abgesehen vom Tippfehler sind das große Worte, die auf den ersten Blick wie eine Tirade an Rechtfertigungen wirken. Das Gefühl, sich wehren zu müssen, wenn man sich selbst im Recht sieht, ist nachvollziehbar.

Ob die sehr affektiv scheinende Aneinanderreihung von – Stand jetzt – sechs Tweets eine lohnende Idee ist, sei demgegenüber fragend entgegengestellt.

Das sind die Betrugsvorwürfe gegen Georg Kofler

Im Jahr 2018 stieg Kofler beim Sporthändler 21sportsgroup ein. Der damalige Geschäftsführer Henner Schwarz sah vor allem die Synergie-Optionen mit dem Kofler-Unternehmen „The Social Chain Group“ als „entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“ Ihm wurde der Sohn von Georg Kofler an die Seite gestellt.

Zu synergetischen Maßnahmen kam es aber nie. Eine gesellschaftsrechtliche Verknüpfung der Social Chain Group mit der 21sportsgroup sei laut Kofler nur möglich gewesen, wenn sich der E-Commerce-Anbieter börsenfähig entwickelt hätte. Inzwischen ist der Sporthändler insolvent.

Das ist die Vorgeschichte. Im Hauptteil der Betrugsvorwürfe gegen Kofler dreht sich wohl alles um ein Investorentreffen im Jahr 2019.

Bei einem gemeinsamen Essen soll der Unternehmer potenziellen Geldgebern die Firma 21sportsgroup schmackhaft gemacht haben – auch mit dem Argument der Social Chain AG und dem damit verbundenen Potenzial, sollte es zu einem Zusammenschluss kommen.

Kein Kontakt zu Ermittlern

Handelte es sich bei den Fusionsplänen um ein Versprechen oder eine theoretische Möglichkeit? Oder gab es werbende Gespräche dieser Art überhaupt nicht?

Derzeit kursieren öffentlich mehr potenzielle Gerüchte als Beweise. Auch bei Kofler selbst sei noch keine entsprechende Mitteilung eingegangen: „Das Beste: bei mir ist überhaupt noch kein Ermittler vorstellig geworden! Ich weiß davon auch gar nichts.“

Teil der Betrugsvorwürfe soll auch eine Präsentation sein, mit der Kofler einen anvisierten Börsengang bewarb, der den Investoren hohe Rendite versprach. Daraufhin sollen einige Geldgeber das Portemonnaie gezückt und mehrere Millionen Euro investiert haben.

In seinem bis dato letzten Tweet am Vormittag des 18. März 2021 schrieb Kofler:

Was ist das für ein System? Recht und Gerechtigkeit, journalistische Sorgfaltspflicht, Presserecht, lauter lebensferne Postulate? Ich bekomme 100+ Anrufe, besorgte Texte. Ich kann mich wehren. Aber was passiert mit den Vielen, die das nicht können??

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Über den Autor

André Gabriel

André Gabriel schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Als freier Autor und Lektor arbeitet er mit verschiedenen Magazinen, Unternehmen und Privatpersonen zusammen. So entstehen journalistische Artikel, Ratgeber, Rezensionen und andere Texte – spezialisiert auf Entertainment, Digitalisierung, Freizeit und Ernährung. Nach dem Germanistik-Studium begann er als Online-Redakteur und entwickelte sich vor der Selbständigkeit zum Head of Content.

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