Wirtschaft

Leben wie ein Millionär – ohne Millionär zu sein?

Leben wie ein Millionär ohne Millionär zu sein
Kann man wie ein Millionär leben, ohne einer zu sein? (Foto: Carsten Lexa)
geschrieben von Carsten Lexa

Wenn ein Buch „Leben wie ein Millionär ohne Millionär zu sein“ heißt, dann weckt das gewisse Erwartungen. Aus diesem Grund habe ich das Buch von Constantin Klausmann gelesen, um zu sehen, ob der Inhalt hält, was der Titel verspricht. Eine Rezension.

Constantin Klausmann ist ein digitaler Nomade. Vor einiger Zeit hat er sich entschieden, sein Leben in Deutschland aufzugeben, um mit einem Rucksack durch die Welt zu reisen. Er arbeitet remote und entdeckt, was die Welt außerhalb Deutschlands bereit hält.

Dabei darf man sich den Autor von „Leben wie ein Millionär ohne Millionär zu sein“ nicht wie einen abgedrehten Alt-Hippie vorstellen. Es geht nicht darum, eine Art balinesischen Hipster-Lifestyle für sich umzusetzen.


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Die Sinnfrage im Arbeitsleben

Constantin Klausmann hat vielmehr ein Lehramtsstudium begonnen, als Pizzafahrer gearbeitet und einen Finanzvertrieb aufgebaut. Aufgrund eigener finanzieller Probleme folgte nicht die Unabhängigkeit, sondern der Weg in die Festanstellung.

Das wiederum löste die gedanklichen Probleme jedoch nicht, sondern verstärkte sie noch. Dabei war der Boden für das digitale Nomadentum schon bereitet.

Doch neben diesen Tätigkeiten, bei denen er sich immer schneller die Sinnfrage stellte, war es tatsächlich ein dreiwöchiger Urlaub in Thailand, der den Anfangspunkt einer erst gedanklichen und später tatsächlichen Reise setzte, die bis heute anhält.

200 Seiten mit praxisnahen und praktischen Tipps

Aus den eigenen Erfahrungen und aus Gesprächen mit anderen remote arbeitenden Digitalnomaden entstand dann das vorliegende Buch. Es ist dabei kein kleiner Ratgeber, wie man ihn oft für wenige Euro zum Download auf irgendwelchen Webseiten bekommt.

Das Buch hat über 200 Seiten und behandelt nicht nur Fragen zu den besten Orten für digitale Nomaden, sondern auch Fragen nach der Krankenversicherung, der Besteuerung oder dem erforderlichen Mindset.

Darüber hinaus gibt es Einblicke in den Werdegang des Autors. Es gibt Empfehlungen für Tools und für Webseiten, um weitere Informationen zu erlangen. Ebenso gibt es Anregungen zu Möglichkeiten, um lukrativ ortsunabhängig zu arbeiten.

Und als wäre das nicht genug spricht der Autor auch noch einige Themen an, die auf den ersten Blick überraschen. Sie sind sehr sinnvoll, wenn man einmal darüber nachdenkt.

  • Wie kommt man mit anderen Reisenden ins Gespräch?
  • Warum ist die Minimalismus-Bewegung so wichtig für digitale Nomaden?
  • Sind Rücklagen erforderlich?

Rechtliche Details bleiben offen

Mir gefällt sehr gut, dass eine Fülle von Themen im Buch angesprochen werden. Dadurch wird das Buch umfassend und macht einen vollständigen Eindruck. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefgang erhofft.

Als Anwalt war ich natürlich auf die Ausführungen zur Besteuerung und zu den Versicherungen gespannt. Diese jedoch stellen in meinen Augen einen Anfangspunkt dar, wenn man sich mit diesen Themen beschäftigen möchte.

Man wird nicht umhinkommen, weitere Informationen einzuholen – insbesondere weil natürlich die einzelnen Länder unterschiedliche Beziehungen zu Deutschland unterhalten und sich dies entsprechend auswirken kann.

Keine Fortsetzung im Digitalen

Darüber hinaus war ich etwas überrascht, dass das Buch nicht mit einer Webseite verknüpft ist. So lassen sich die Informationen im Buch auf einem aktuellen Stand halten.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Kapitel, die Freelancer-Webseiten empfehlen, digitale Tools, Bücher oder auch eine Packliste für digitale Nomaden. Diese Informationen können sich natürlich schnell ändern, sodass dann das Buch in diesen Hinsichten veraltet ist.

Darüber hinaus sind die Beschreibungen im Buch oftmals relativ kurz. Das ist natürlich dem Umfang geschuldet. Über eine Webseite wäre es möglich, die dargebotenen Informationen auszubauen, zu ergänzen und natürlich gegebenenfalls zu aktualisieren.

Und dann sollte sich ein Leser noch im Klaren sein, dass viele Themen, die im Buch angesprochen werden, nicht immer tiefgehend betrachtet werden. So findet sich beispielsweise ein Hinweis auf die Möglichkeit, Verkäufe über Amazon-FBA durchzuführen.

Da ich hierzu Mandanten betreue, habe ich Einblicke in diese Art von Vertrieb. Die Informationen in „Leben wie ein Millionär ohne Millionär zu sein“ sind eher rudimentär. Betrachtet man die Ausführungen allerdings als einen ersten Hinweis auf diese Möglichkeit des Vertriebs, passen sie jedoch wieder gut zum Buch.

Fazit zu „Leben wie ein Millionär ohne Millionär zu sein“

Es mag jetzt so aussehen, als hätte ich viel zu kritisieren. Diesem Eindruck muss ich jedoch entgegentreten. Das Buch hat mir gut gefallen, wenn man es als das betrachtet, was es meiner Ansicht nach ist: eine Darstellung möglichst vieler Themen, mit denen sich jeder beschäftigen sollte, der Interesse am Lifestyle eines digitalen Nomaden hat.

Wenn man das Buch als Ausgangspunkt sieht, bringt es einem sehr viel. Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, dass es lediglich knapp zehn Euro kostet.

Wer vertiefte Abhandlungen zu den einzelnen Themen erwartet, wird mit dem Buch nicht ganz glücklich. Ich denke jedoch, dass das Buch so nicht gedacht ist. Allerdings könnte der Autor diesem Eindruck ganz einfach entgegenwirken, indem jedes Kapitel mit digital bereitgestellten Informationen verknüpft wird.

So könnte gleichzeitig eine Community aufgebaut und das Buch inhaltlich auf eine neue Stufe gehoben werden.

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Über den Autor

Carsten Lexa

RA Carsten Lexa berät seit über 10 Jahren deutsche und internationale Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschaftsrechtlicher Art, z.B. bei Gründungen, Strukturierungen oder Vertragsgestaltungen aber auch zu rechtlich-strategischen Fragen. Darüber hinaus war er Weltpräsident der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA), Mitglied der B20 Taskforces und Rechtsbeistand der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Er ist Mitinitiator der Gründerinitiative Gründen@Würzburg und Botschafter der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstands“. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und unternehmensrechtlichen Fragen.

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