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Max Schrems: Google trackt illegal Android-Smartphones

Marinela Potor
Pixabay.com / Pexels

Der österreichische Datenschützer Max Schrems hat schwere Vorwürfe gegen Google erhoben. Angeblich tracke das Unternehmen illegal Android-Smartphones und verstoße damit gegen die DSGVO. Fast 300 Millionen Menschen in der EU sind angeblich betroffen. 

Nutzt du ein Android-Smartphone? Dann sammelt Google vermutlich Informationen über dich, ohne dass du das weißt oder dem bewusst zugestimmt hast.

Das behauptet der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems und hat darum in Frankreich eine Beschwerde gegen das Tech-Unternehmen eingereicht.

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Max Schrems: Werbe-ID von Google trackt ohne Zustimmung

Bei den Vorwürfen geht es um eine spezielle Tracking-ID in Android-Smartphones, die Android Advertising ID (AAID). Wie auch bei der Identifier-for-Advertisers-ID von Apple handelt es sich dabei um eine Werbe-ID. Sie ist vergleichbar zu den Werbe-Cookies im Web-Browser.

Im Fall von Android-Smartphones ist dies eine individuelle Nummer, die nahezu jedes Smartphone zugewiesen bekommt. Darauf können Unternehmen zugreifen und das Surfverhalten der Nutzer erkennen und entsprechend personalisierte Werbung einspielen.

Nach der in der EU geltenden DSGVO müssen Nutzer:innen solchen Trackern allerdings explizit zustimmen. Und genau hier sieht Max Schrems ein illegales Verhalten bei Google. Denn Nutzer:innen haben keine Wahl diese Werbe-ID auf ihren Smartphones abzulehnen.

So schleust Google Werbe-ID auf dein Android-Handy

Wenn du ein Android-Smartphone besitzt, läuft darauf in der Regel auch das Google-System und somit auch Google Play, über das du dir deine Apps herunterlädst.

Im Google-Play-Toolkit ist die AAID integriert, sagt Max Schrems in seiner Beschwerde gegen Google. Wenn du demnach den Datenschutzbedingungen von Google Play zustimmst, erlaubst du ebenfalls den Zugriff von außen auf diese, deinem Handy eigene, Identifikationsnummer.

Damit lassen sich eine Vielzahl von Surf-Gewohnheiten identifizieren, wie etwa welchen Browser du benutzt, welches Gerät du hast oder welche Apps du herunterlädst.

Stefano Rossetti von der Datenschutz-Gruppe Noyb, zu der auch Max Schrems gehört, sagt dazu:

AAID ist wie ein farbiges Pulver, das man an den Füßen und Händen hat: Es macht jede Bewegung innerhalb des mobilen Ökosystems nachvollziehbar. Außerdem kann man das Pulver nicht entfernen, man kann lediglich die Farbe wechseln. Das ist letztendlich, worum es bei der Android Advertising ID geht – ein Tracker der ständig Informationen über unser Verhalten sammelt.

Anwendungen, die Daten sammeln, die sich derart spezifisch zuordnen lassen, müssen aber laut DSGVO aktiv angenommen werden. Beziehungsweise sollten Nutzer:innen auch die Option haben, diese abzulehnen.

Dies ist die Variante, die Apple immerhin für das kommende iOS-Update gewählt hat (Noyb hat derweil auch eine Beschwerde gegen Apples Tracking-Praktiken eingereicht).

Doch bei Android-Smartphones gibt es diese Möglichkeit bislang überhaupt nicht.

Fast 300 Millionen Android-Telefone betroffen

Darum fordert Max Schrems, dass Google seine Tracking-Praktiken offenlegen soll, damit auch klar ist, ob sie wirklich DSGVO-konform sind.

Die Ausmaße der betroffenen Nutzer:innen ist enorm hoch. Laut Noyb gibt es innerhalb der EU rund 450 aktive Mobiltelefone. Davon nutzen etwa 300 Millionen Android. Davon haben nahezu alle Smartphones den betreffenden Werbe-Tracker.

Da die Beschwerde von Max Schrems auf der E-Privacy-Richtlinie beruht, kann die französische Datenschutzbehörde direkt eingreifen, ohne dass eine EU-weite Abstimmung erforderlich ist.

Sollte die Behörde Schrems Recht geben, drohen hohe Aktionen.

Max Schrems mit separater Beschwerde in Österreich

In Österreich hat Schrems übrigens separat eine Beschwerde gegen Google eingereicht. In dem Fall geht es darum, dass sich die Werbe-ID nicht von Android-Geräten löschen lässt.

Google hat sich bislang zu den Vorwürfen nicht geäußert. Doch Max Schrems ist durchaus ein ernstzunehmender Gegner, selbst für die Big-Tech-Konzerne.

So brachte Schrems bereits mit einer Klage im Sommer 2020 das Privacy-Shield zwischen den USA und der EU zum Kippen.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.