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WhatsApp zeigt jedem Stalker, dass du online bist

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WhatsApp ist für Stalker ein beliebtes Tool zur Überwachung. (Foto: Pixabay.com / Matryx)
geschrieben von Christian Erxleben

WhatsApp gehört zu den liebsten Tools von Stalkern, um Opfer zu überwachen. Der Messenger zeigt immer, wenn du online bist und wenn du eine Nachricht tippst – und WhatsApp will das auch nicht ändern. Wir erklären, wie WhatsApp Stalker (un)absichtlich unterstützt.

WhatsApp: Stalker können Online-Status in Sekunden abfragen

Mit über zwei Milliarden Nutzer:innen ist WhatsApp der mit Abstand größte Messenger der Welt. Und täglich kommen neue Nutzer:innen hinzu. Doch WhatsApp eignet sich nicht nur hervorragend zur Kommunikation mit Bekannten und Familie. Auch bei Stalkern ist der Messenger äußerst beliebt.

Der Grund dafür ist simpel. Über zahlreiche Online-Tools und Apps können WhatsApp Stalker ihre Opfer Tag und Nacht überwachen – und das völlig unkompliziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Sicherheitsexperten von Traced.

WhatsApp zeigt, wenn du online bist und wenn du eine Nachricht schreibst

Alles, was die Stalker dafür benötigen, ist die Telefonnummer des Opfers. Diese wird in den entsprechenden Tools eingegeben und schon zeigen sie dem Stalker deinen Status an.

Die entsprechenden Anwendungen sind dabei nicht direkt auf Kriminelle ausgerichtet. Sie wenden sich in den App Stores beispielweise an besorgte Eltern, die die Aktivitäten ihrer Kinder überwachen wollen. Doch der Missbrauch wird von den meisten Publishern (mutwillig) akzeptiert.

Den Zugriff auf die Informationen erhalten die entsprechenden Dienste über die offizielle Schnittstelle von WhatsApp ab.

Zwar stellt das automatische Abgreifen von Informationen einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von WhatsApp dar. In der Masse scheint WhatsApp jedoch nicht gegen die entsprechenden Services vorzugehen. Das zeigen auch weitere Tests.

WhatsApp erlaubt Stalking in den Datenschutz-Einstellungen

Eher ist sogar das Gegenteil der Fall. In den offiziellen FAQ zu den Datenschutz-Einstellungen heißt es:

Es gibt keine Möglichkeit, „schreibt“ oder „online“ zu verbergen.

Oder anders ausgedrückt: Du kannst unter keinen Umständen verbergen, dass du aktuell in WhatsApp aktiv bist. Ebenso wenig kannst du verhindern, dass Fremde über die entsprechenden Schnittstellen sehen, dass du gerade eine Nachricht schreibst.

Alle Sicherheitseinstellungen von WhatsApp, mit denen du deinen Status verbirgst oder verschleierst, sind folglich nichts anderes als Tarnung für die öffentliche Wahrnehmung. Tatsächlichen Schutz bietet der Messenger nicht.

Mehr Transparenz und mehr Sicherheit für Nutzer

Wenn WhatsApp nicht länger ein Paradies für Stalker sein möchte, muss es seinen Nutzer:innen endlich die Möglichkeit bieten, den Online-Status komplett zu verschleiern. Ein solcher Schritt würde viel Vertrauen schaffen und das ohnehin schon angekratzte Image aufbessern.

Zugleich ist es essenziell, dass WhatsApp nicht nur nach Hinweisen entsprechende Apps und Developer sperrt. Der Messenger muss endlich proaktiv gegen den Missbrauch vorgehen und der psychischen Gewalt und Überwachung ein Ende setzen.

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mittwald

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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