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Krypto-Buzzwords unchained: Was ist eine Wallet?

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Es gibt digitale und haptische Wallets für Kryptowährungen. (Foto: Unsplash.com / David Shares)
geschrieben von Christian Erxleben

Kryptowährungen werden für immer mehr deutsche Anleger:innen spannend. Doch vor einem voreiligen Investment solltest du die Grundlagen kennen. Diese klären wir in „Krypto-Buzzwords unchained“. Heute: Was ist eigentlich eine Wallet und wie funktioniert sie?

Was ist eine Wallet?

Auch wenn es der Name suggeriert, ist eine Wallet eben nicht mit einem herkömmlichen Geldbeutel vergleichbar. Vielmehr dient sie der Verwaltung deiner Kryptowährungen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob du Bitcoin, Ethereum oder andere Coins besitzt.

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Was ist in einer Wallet?

Diese Frage ist durchaus berechtigt – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Kryptowährungen und Coins dort eben nicht liegen. Was befindet sich also in deiner digitalen Brieftasche?

Tatsächlich befinden sich dort deine Private und Public Keys. Diese ermöglichen dir (und allen Personen, die darauf Zugriff haben) einen eingeschränkten oder kompletten Zugriff auf deine Bestände an Kryptowährungen.

Letztendlich ist die Wallet folglich das Programm, mit dem du die Schlüssel zu deinen Kryptowährungen verwaltest.

Was sind Public Keys und Private Keys?

Die sogenannten Keys, die in deiner digitalen Briefbörse hinterlegt sind, bilden die Voraussetzung für den Handel, den Empfang und das Versenden von Bitcoin, Ethereum und Co. Um nun wiederum zu verstehen, was ein Key ist, ist das Bild eines Briefkastens sehr hilfreich.

1. So funktioniert ein Public Key

Alle Public Keys, die in deiner Wallet hinterlegt sind, sind mit dem Briefkasten selbst vergleichbar. Jeder, der deine Adresse und somit den Standort deines Briefkastens kennt, ist dazu in der Lage, dir Kryptowähungen (Briefe) zu senden.

Der Public Key ist so etwas wie deine öffentliche Empfängeradresse. Diese musst du beispielsweise hinterlegen, wenn du auf Kryptobörsen neue Coins kaufst. Sobald das Geld bei Händlern wie BTC Direct angekommen ist, erhältst du im Austausch deine Kryptowährungen.

Die passende Analogie aus der Bankwelt ist die IBAN-Nummer deines Kontos. Ohne dein Passwort ist sie für andere Personen zunächst einmal nutzlos.

2. So funktioniert ein Private Key

Dieses Passwort oder – um bei den Analogien der Bankwelt zu bleiben – die Geheimzahl deines Kontos ist in der Welt der Kryptowährungen dein Private Key.

Beim Bild des Briefkastens ist der Private Key mit dem Briefkastenschlüssel vergleichbar. Diesen besitzt nur du. Deshalb kannst du deine Briefe herausholen, lesen und bei Bedarf weiterleiten.

Wenn also der Private Key zu einer deiner Kryptowährungen bekannt ist, können andere Nutzer:innen in Kombination mit deinem Public Key also auf dein Guthaben zugreifen. Deshalb ist der Schutz der Private Keys extrem wichtig.

Wer erstellt den Private und Public Key?

Im Gegensatz zu deinen Konten bei Facebook, Amazon und Co. musst du dich dabei nicht auf dein Gehirn oder zufällige Passwort-Generatoren verlassen.

Tatsächlich generiert die Blockchain selbst einen einzigartigen Hashwert, der dann dein Private Key ist. Dieser Private Key wiederum erzeugt einen weiteren individuellen Hashwert, der dann deinen Public Key darstellt.

Da beide Schlüssel auf der Blockchain gespeichert sind und sich eben nicht auf einem Server befinden, sind sie vor Angriffen geschützt.

Welche Arten einer Wallet gibt es?

Tatsächlich gibt es nicht die eine Wallet, um deine Schlüssel aufzubewahren. Allgemein kann man zwischen Desktop, Mobile, Online, Hardware und Paper Wallets unterscheiden. Sie alle bringen individuelle Vor- und Nachteile mit sich.

1. Desktop Wallet

Wenn du auf diese Form der Aufbewahrung setzt, eröffnen sich dir viele Möglichkeiten. So kannst du beispielsweise eine Bitcoin-Adresse generieren und die entsprechenden Keys speichern.

Wenn du genügend Speicherplatz hast, kannst du mit dem Desktop Wallet auch die gesamte Historie der Blockchain synchronisieren und analysieren, ob alle Regeln eingehalten worden sind.

Nachteile dieser Variante sind unter anderem, dass sich auf diese Art und Weise nicht in stationären Geschäften mit Kryptowährungen bezahlen lässt. Ebenso gefährdet ein Computer-Virus nicht nur deine persönlichen Dateien, sondern eben auch deine Kryptowährungen.

2. Mobile Wallet

Im Gegensatz dazu eignen sich Mobile Wallets für den Einsatz im Handel. Deine digitale Brieftasche befindet sich dadurch direkt auf deinem Smartphone. Du kannst entweder via QR-Code, Bitcoin-Adresse oder sogar über Near Field Communication schnell und teilweise sogar kontaktlos zahlen.

Selbstverständlich besteht das Risiko, dass du dein Smartphone verlierst oder es dir gestohlen wird. Geschieht dies, sind natürlich auch deine Kryptowährungen gefährdet.

3. Online Wallet

Eine Kombination aus den ersten beiden Wallets stellt de facto die Online Wallet dar. Sie ist webbasiert. Das heißt: Um auf sie zuzugreifen, benötigst du nur Internet und einen Browser. Somit kannst du auf diese Form von jedem Internet-fähigen Gerät zugreifen.

Der Nachteil ist, dass die Server, auf denen deine Private Keys liegen, von externen Unternehmen verwaltet werden. Das heißt: Du bist nicht dazu in der Lage, die Sicherheit zu überprüfen.

Ebenso können die Anbieter verständlicherweise in der Theorie auf all deine Bestände zugreifen und Transaktionen tätigen. Das geht, weil du nicht im Besitz deiner Kryptowährungen bist, sondern nur als Eigentümer darauf zugreifst.

Bei Online Wallets geht es also um den Zwiespalt zwischen Erreichbarkeit und Sicherheit.

4. Hardware Wallet

Der Name verrät es bereits: Eine Hardware Wallet ist ein physischer Träger zur Verwahrung und zum Bezahlen mit deinen Keys und Kryptowährungen.

Sie sind enorm sicher, da sie keinen Kontakt mit dem Internet und möglicherweise infizierten Geräten haben. Insbesondere zur Langzeitaufbewahrung in Tresoren und Safes eigenen sich Hardware Wallets sehr gut.

Da es sich bei der Hardware-Variante de facto um einen modifizierten USB-Stick handelt, auf dem deine Kryptowährungen gespeichert sind, musst du für Zahlungen oder Transaktionen deine Hardware Wallet an einen Rechner anschließen.

5. Paper Wallet

Die günstigste Variante einer Wallet ist eine sogenannte Paper Wallet. Dabei handelt es sich um ein Blatt Papier mit allen nötigen Informationen, um deine Adressen für Bitcoin und Co. im Ernstfall wiederherzustellen.

Da diese Variante im Alltag jedoch sehr unpraktisch ist, verschwindet sie zusehends vom Markt. Lediglich als Backup im Fall eines Verlusts ist eine Paper Wallet noch hilfreich. Genau deshalb setzen Mobile und Hardware Wallets auf eine Paper Wallet, um im Ernstfall alles wiederherstellen zu können.

Es handelt sich dabei folglich um den ultimativen Zugang zu deinen Private Keys und somit zu deinen Kryptowährungen. Dementsprechend sicher solltest du dieses Stück Papier aufbewahren. Ein Tresor oder ein Bankschließfach eigenen sich dafür sehr gut.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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