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Ghost Kitchens: Virtuelle Restaurants bieten Essen, aber keine Tische und Stühle

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geschrieben von Marinela Potor

Die USA sind eine der größten Tech-Nationen dieser Welt. Doch wie stehen eigentlich die Amerikaner selbst zu all dem? Welche Trends begeistern sie, welche gehen völlig an ihnen vorbei? Genau darüber berichtet Marinela Potor – direkt aus den USA – im BASIC thinking US-Update. Diesmal geht es um virtuelle Ghost Kitchens.

Hast du schon mal etwas von Ghost Kitchens gehört? Ich ehrlich gesagt, bis vor Kurzem auch nicht. Bis ich in der Zeitung las, dass die Hähnchen-Kette Cluck Norris in Cincinnati eine solche Geisterküche eröffnet hat.

Bitte was? Erst dachte ich, es sei ein typischer Chuck-Norris-Witz. Aber schnell stellte sich heraus: Ghost Kitchens gibt es wirklich. Und nicht nur das: Offenbar liegen sie in den USA voll im Trend.


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Was sind Ghost Kitchens?

In den Ghost Kitchens geht es weder mit Geisterhand zu noch handelt es sich dabei um eine Halloween-Aktion.

Gemeint sind damit virtuelle Restaurants, bei denen du zwar Essen bestellen kannst (in der Regel über eine Website oder App, aber auch telefonisch), es dann aber nicht dort konsumieren kannst.

Es sind also reine Mitnehm-Restaurants. Meist sind sie zudem an einen Lieferdienst wie etwa Doordash oder Uber Eats gekoppelt, sodass man das Essen sogar vor die Haustür geliefert bekommt.

Geteilte Küche

Das Konzept lässt sich vielleicht am Ehesten als Küchen-Sharing beschreiben. Denn um die Gerichte zuzubereiten, richten sich diese Ghost Kitchens in fremden Küchen ein. Dafür zahlen sie natürlich Miete an die entsprechenden Restaurants.

Das ist für beide Seiten ein gutes Geschäft. Die Restaurants „verleihen“ ihre Küchen in Zeiten, in denen sie diese nicht benutzen und kassieren dafür Miete. Die Ghost-Kitchen-Betreiber wiederum müssen kein komplettes Restaurant mieten, Bedienungen bezahlen oder gar Speisekarten drucken. Sie sparen also Geld.

Beide Seiten sparen zudem Ressourcen und, ein weiterer Vorteil, es entsteht weniger Essensabfall. Das liegt daran, dass sich die Betriebe oft auch Lebensmittel teilen, was auch noch dem Klima zugutekommt.

Kund:innen bekommen wiederum mehrere Restaurants in einem – also eine größere Auswahl an Gerichten, die sie sehr unkompliziert bestellen können. Es ist das klassische Win-Win-Win-Modell der Sharing-Economy. Doch warum ist das Kitchen-Sharing in den USA plötzlich so beliebt?

Pandemie begünstigt Kitchen-Sharing

Ein Restaurant zu betreiben, ist in der Regel nicht günstig. Das galt natürlich insbesondere im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie. Denn auch wenn die Gastronomie in den USA nur etwa einen Monat lang komplett schließen musste, war bei den Restaurants eher Flaute angesagt.

Viele Menschen wollten schlicht nicht das Risiko eingehen, drinnen zu essen. Auch gingen mehr Menschen dazu über, zu Hause zu kochen. Im Home Office bietet sich das schließlich eher an.

Zwar bestellten viele weiterhin auch Essen – entweder zur Lieferung oder zum Mitnehmen. Doch allein dafür ein Restaurant zu betreiben, ist langfristig nicht kostendeckend. Und so kamen viele Gastronomiebetriebe auf die Idee, ihre Küchen zu teilen.

Das gilt übrigens nicht nur für Restaurants. Auch Hotelküchen und Catering-Betriebe sind häufig Teil des Kitchen-Sharings. Denn auch sie haben natürlich aufgrund der Pandemie hohe Einbußen hinnehmen müssen.

Haben Ghost Kitchens eine Zukunft?

Die große Frage ist natürlich, ob dieses Pandemie-Geschäftsmodell sich auch langfristig durchsetzen kann. Denn schon jetzt kann man erkennen, dass sich die Restaurants mit steigender Impfquote langsam aber sicher wieder füllen.

Ghost Kitchens gab es tatsächlich schon vor der Pandemie. Die ersten tauchten in den USA sogar schon 2019 auf, waren aber eher eine Randerscheinung. Und es ist anzunehmen, dass sich die Zahl der Geisterküchen in Zukunft reduziert, wenn Gastronomiebetriebe wieder voll operieren.

Allerdings bietet das Modell zu viele Vorteile, um nicht weiter bestehen zu bleiben. Es wird somit für viele Betriebe eine zusätzliche Einnahmequelle bieten und virtuelle Restaurants sind so kostengünstig im Betrieb, dass es hier sicherlich auch noch nach Corona ein gutes Angebot geben wird.

Das gilt übrigens auch für Cluck Norris. Denn die Kette expandiert derzeit kräftig.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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