Wirtschaft

Mymuesli: Vom Start-up zum Vorzeigeunternehmen und wieder zurück?

Mymüsli, Müsli, Start-up, Passau, Ernährung, Lebensmittel, Mymuesli
Mymuesli
geschrieben von Maria Gramsch

Mymuesli befindet seit seiner Gründung im Jahr 2007 auf der Überholspur. Doch die Corona-Krise macht auch vor dem Flockenversender nicht halt. Das Unternehmen will nun fast alle seine stationären Geschäfte schließen und auf „Online first“ setzen.

Das sonst so wilde Treiben in den Innenstädten und Fußgängerzonen ist in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie fast dauerhaft zum Erliegen gekommen. Nur langsam rollt vieles mit den Lockerungen aktuell wieder an.

Für viele stationäre Geschäfte war das eine existenzbedrohende Zeit – wohl dem, der über einen Onlineshop verfügt oder sich in der Krise schnell anpassen und sein Angebot auf Lieferung umstellen konnte.


Neue Stellenangebote

Praktikum Marketing Social-Media Redaktion / Presse / Publishing *
enercity AG in Hannover
Social Media Manager (m/w/d)
HAPEKO Hanseatisches Personalkontor GmbH in Großraum Paderborn / Höxter / Warburg
Pflichtpraktikum – Social Media / TikTok (m/w/d)
Campusjäger by Workwise in Berlin

Alle Stellenanzeigen


Die Kund:innen verlagerten ihre Einkäufe mangels Alternativen zunehmend ins Netz. Es dürfte also nicht überraschen, dass sich mit Mymuesli eines der erfolgreichsten deutschen Start-ups fast komplett aus dem stationären Handel verabschiedet und auf eine Online-first-Strategie setzt.

Online first, Fußgängerzone second

Der Müsliversender hat angekündigt, 20 seiner insgesamt noch 23 stationären Filialen schließen zu wollen. Nur die Geschäfte im Heimatort Passau sowie in München und Geisslingen in Baden-Württemberg dürfen offen bleiben.

„Die Coronakrise war nicht der Hauptgrund für die Schließung. Wir verfolgen eine Online-first-Strategie und folgen dem Trend weg von stationären Läden“, sagt Co-Gründer Hubertus Bessau gegenüber dem Handelsblatt.

Pandemie hat das Aus der Filialen beschleunigt

Doch es ging den Filialen von Mymuesli bereits vor den pandemiebedingten Schließungen an den Kragen.

Nach dem sprunghaften Erfolg hat das einstige Start-up bereits im Jahr 2016 sein 50. Geschäft eröffnet. Auch in Österreich und der Schweiz war das Unternehmen stationär vertreten. Damals ging es besonders darum, die Bekanntheit der Marke zu steigern.

„Wir wollten nahe am Kunden sein“, begründet Bessau die damalige Entscheidung. Das beste Marketing sei „das Probieren des Müslis“ gewesen.

Inzwischen hat sich der Müslihersteller jedoch einen Namen gemacht und benötigt das Marketing im stationären Handel nicht mehr. Zumal die Filialen es auch nie so wirklich in die schwarzen Zahlen geschafft haben.

In der Pandemie brach der Umsatz in den stationären Geschäften sogar um 80 Prozent ein – der Todesstoß für die Läden, die nun zugunsten des Online-Geschäfts aufgegeben werden.

369 Prozent mehr Gewinn: Die Zahlen geben Mymuesli recht

Die Geschäfte in den Innenstädten haben den Passauern jahrelang Verluste beschert. Das Online-Geschäft entwickelt sich hingegen prächtig.

So konnte das Unternehmen den Online-Umsatz während der Pandemie um 33,2 Prozent auf 58,4 Millionen Euro steigern. Bei der Zahl der aktiven Online-Kunden legte Mymuesli um 28 Prozent auf fast eine Million zu.

Damit konnte das Unternehmen sogar die Umsatzeinbußen aus den lokalen Geschäften kompensieren und insgesamt einen operativen Gewinn von fünf Millionen Euro erwirtschaften – ein sattes Plus von 369 Prozent.

Die Pläne von Mymuesli

Doch der Flockenversand will sich nicht nur auf seine Müsli-Mix-Maschine mit den 566 Billiarden verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten konzentrieren.

„Wir möchten von Europas führender Müsli-Marke zur führenden Plattform für individualisierte Lebensmittel wachsen“, erklärt Bessau die Strategie. Dafür haben die Müslispezialisten im ersten Schritt bereits Bio-Blatttee und pflanzliche Milchalternativen ins Sortiment aufgenommen.

Auch interessant:

Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

Kommentieren