Wirtschaft

ErfolgsgeDANKE! Lars Hochmann zu Gast im New-Work-Podcast

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geschrieben von Christian Erxleben

Bei ErfolgsgeDANKE, dem Podcast über Erfolg, Karriere und New Work, kommen inspirierende Persönlichkeiten zu Wort und sprechen mit Björn Waide, CEO von Smartsteuer, über ihren Werdegang und ihre Wegbegleiter:innen. In der aktuellen Episode zu Gast: Lars Hochmann, Ökonom, Professor und Möglichkeitswissenschaftler.

Wie sind sie Macher und Macherinnen geworden? Wer sie sind? Welche Begegnungen haben sie geprägt, um eine Idee in die Tat umzusetzen? Und: Wem wollten sie schon immer einmal „Danke!“ sagen? Genau darüber spricht Björn Waide in seinem Podcast.

Lars Hochmann zu Gast im Podcast

Welche Fähigkeiten brauchen wir, um wirtschaftliche Phänomene etwa als Krisen zu deuten? Ausgehend von dieser Frage arbeitet der Ökonom Lars Hochmann daran, Andere zu befähigen, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu erkennen.


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In der aktuellen Episode von #ErfolgsgeDANKE spricht Lars Hochmann über das Thema Verantwortung in Krisenzeiten, die Auswirkungen der Wirtschaft auf die Gesundheit des Planeten und der Menschheit. Er erklärt zudem, warum es einen Ansatz braucht, der die Wissenschaft neu denkt.

„Diese Wirtschaft tötet“

Als Wirtschaftswissenschaftler befasst sich Hochmann mit dem wohl prägendsten Thema der Menschheitsgeschichte: Dem Tausch von Waren oder Dienstleistungen gegen Geld.

Den Kapitalismus schätzt Lars Hochmann dabei als ambivalent ein: „Zwar haben wir in den vergangenen Jahrhunderten viel Fortschritt verzeichnet, aber die Schattenseiten [der Wirtschaft] nehmen stetig zu.“

Beispiele dafür seien Abhängigkeitsverhältnisse, die Klima- und Erderwärmung sowie psychische Auswirkungen wie Burnouts. Damit, so Lars Hochmann, kann Wirtschaft töten.

Lars Hochmann, Ökonom, Professor, Möglichkeitswissenschaftler

Lars Hochmann, Ökonom, Professor und Möglichkeitswissenschaftler.

Die Neuerfindung der Gesellschaft als Wohlstandsgesellschaft spiegelte zwar einen Freiheitsgewinn für ganz viele Menschen wieder – und der Wunsch nach Wohlstand und Frieden sei an sich nicht problematisch. Aber „es benötigt eine Diskussion darüber, was Wohlstand bedeutet.“

Im Laufe der Jahre sei die Idee von Wohlstand gekippt: Geld macht nicht glücklich(er), materielle Güter tun es auch nicht. Je mehr Optionen (an Konsumgütern) wir haben, desto willkürlicher werden unsere Kriterien, zu denen wir sie auswählen.

Lars Hochmann veranschaulicht diese Theorie der „Tyrannei der Wahl“ mit der Produktauswahl im Supermarkt: „Je mehr Auswahl es gibt, desto weniger kann man sich entscheiden – und wählt letztlich das Produkt mit der schönsten Verpackung.“

Wird es unseren Kindern wirklich besser gehen als uns?

„Wir sollten thematisieren, dass Fortschritt mit Problemen verbunden ist“, fordert Hochmann, der unter anderem das Buch „Economists4Future“ herausgegeben hat. Seiner Meinung nach kann dafür auch ein Blick in die Geschichte hilfreich sein.

Früher kannte man etwa CO2 bereits, allerdings nur als Teil von Sodawasser. Damals war man sich der Auswirkungen des Gases auf das Klima schlicht nicht bewusst.

Der Zusammenhang zwischen CO2 und dem Klimawandel ist erst in den 1970er Jahren bekannt geworden: „Es ist nicht damit getan, möglichst viele Güter oder Dienstleistungen zu produzieren, sondern es gibt auch negative Folgen, denen wir uns bewusst werden müssen”, so der Ökonom.

Das, was wir in den letzten zweieinhalb Jahren mit Fridays for Future & Co. gesehen haben, deutet in Hochmanns Worten darauf hin, dass „es einen Elefanten gibt, den immer mehr Menschen sehen und den wir alle als Gesellschaft ernst nehmen sollten.“

Der bekannte und wohlgemeinte Satz unserer Elterngeneration – „Meinen Kindern wird es einmal besser gehen als mir!“ – kann heute kaum noch geäußert werden: „Welche Eltern können das mit dem gleichen Nachdruck heute noch sagen“, fragt sich der Wissenschaftler.

Das Problem mit der Wissenschaft und der Selbstverantwortung

Dazu kommt die Corona-Krise, die in der Wirtschaft für Umbrüche und hoffentlich auch in den Wirtschaftswissenschaften für ein Umdenken sorgt, findet Lars Hochmann.

Denn sie haben die Krisen der jüngsten Zeit mitverantwortet. Teile der Wirtschaftswissenschaften drehen sich nur um sich selbst – sie stellen Theorien auf und wollen diese der Selbstbehauptung wegen unter Beweis stellen.

„Das ist ein Problem“, sagt Lars Hochmann, der dieses Verhalten nicht verantwortungsbewusst findet. „Alles in der Welt nach seiner Nützlichkeit zu hinterfragen, kann nicht Zielsetzung der Wissenschaft sein.“

Geld löst nicht unser Klimaproblem

Und auch in der Wirtschaft gäbe es selbstkreierte Hindernisse, die verantwortungsvollen Fortschritt verhindern: „Wo Geld verdient wird, entstehen Märkte und wo Märkte entstehen, entstehen Interessen.“

Und monetäres Interesse an CO2 wiederum könne das Emissions-Problem nicht lösen. Mehr purpose-getriebene statt geld-getriebene Unternehmen hingegen schon.

Es braucht Menschen und Unternehmen, denen nicht egal ist, wie wir uns als Gesellschaft versorgen, so Hochmann. Erst durch diese Selbstverantwortung könnten Menschen ihrem Tun einen Sinn zu geben – und dies ist essentiell, um in Krisenzeiten lösungsorientiert zu denken und zu handeln.

Die Herausforderung sei aber, dass in unserer Gesellschaft die Initiativen und Institutionen fehlen, die uns als Menschen allgemein lehren, zu kooperieren. Und durch die insbesondere junge Menschen lernen, früh Verantwortung zu übernehmen.

Die Zukunft gibt es nicht!

Das Problem der „Zukunft“ ist laut Hochmann, dass sie empirisch nicht zugänglich ist, sondern auf Imagination basiert.

Hier braucht es einen Übergang von klassischer Wissenschaft hin zu solchen Modellen, die auf Befähigung setzen: „Zukunft ist eine Sache, die es nur als Vorstellung in unserem Kopf gibt. Sobald sie real wird, ist sie Gegenwart. Es gibt also nur die Gegenwart“, philosophiert Lars Hochmann und erklärt damit, warum wir alle eine unfassbare Vorstellungskraft brauchen, um uns Lösungen für Krisen zu überlegen.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Art, wie wir Bildung begreifen und was für unser Bildungssystem noch relevanter sein sollte: „Wir müssen Fantasie mehr Futter geben, wir müssen eher die kreative Entwicklung und eigenständiges Denken (und nicht das Auswendiglernen) fördern. Denn das Selbermachen (und Selbstverantwortung) ermöglicht einen anderen Umgang mit Fehlern und Krisen“, so Hochmann, der vor allem durch seinen Doktorvater gelernt hat, andere Menschen zum Andersdenken zu befähigen.

Was die Ostereiersuche mit Teilen der Wissenschaft zutun hat, wieso die Logik von Kampfsportarten auf Organisationen übertragen werden kann und warum Selbstverantwortung in Krisenzeiten enorm wichtig ist – das alles könnt ihr in der aktuellen Episode des #ErfolgsgeDANKE-Podcasts bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts oder Spotify hören.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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