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Krypto-Mining? Nein! Das ist das Geheimnis der ukrainischen Lagerhalle

FUT, Fifa Ultimate Team, FIFA 21, FIFA 22
Screenshot / EA Sports
geschrieben von Christian Erxleben

In der ukrainischen Stadt Winnyzia leben rund 370.000 Menschen. Aufgrund von auffällig hohem Stromverbrauch hatten Sicherheitskräfte eine Lagerhalle mit Playstation-Konsolen und Grafikkarten gestürmt. Der erste Verdacht: Krypto-Mining. Tatsächlich geht es um das Fifa Ultimate Team (FUT).

Geheimdienst stürmt Lagerhalle und findet Hardware

Es klingt nach einem Action-Film a lá James Bond. Der ukrainische Geheimdienst wird auf eine Lagerhalle in der Großstadt Winnyzja aufmerksam. Dort leben etwa 370.000 Einwohner. Doch deren Stromversorgung ist in Gefahr.

Der Grund dafür: Die angesprochene Lagerhalle weist einen enorm hohen Stromverbrauch auf. Dieser ist so hoch, dass sogar die Versorgungssicherheit der gesamten Region in Gefahr ist. Deshalb entschließt sich der ukrainische Geheimdienst dazu, die Lagerhalle zu stürmen.


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Vor Ort finden die Ermittler dann rund 3.800 Playstation-Konsolen der vierten Generation sowie mehr als 500 Grafikkarten. Weitere Hardware findet sich ebenfalls reichlich.

Eine Krypto-Mining-Farm? Nein!

Zunächst gehen die Behörden vor Ort davon aus, dass es sich um eine illegale Farm zum Mining von Kryptowährungen handelt. Beim Proof-of-Work-Modell von Bitcoin und Co. wird viel Energie benötigt, um neue Münzen zu schürfen.

Doch die Recherchen der ukrainischen Zeitung Delo, über die mehrere deutsche Medien berichten, ergeben offensichtlich Zweifel. So sei die Hardware keinesfalls auf maximale Rechnerleistung ausgelegt. Vielmehr sollen Spiele entdeckt worden sein.

Laut der ukrainischen Zeitung Delo sind diese auch auf den Bildern des Geheimdienstes zu sehen. Dementsprechend ging es in der Lagerhalle folglich nicht um das Mining von Kryptowährungen. Vielmehr ging es darum, automatisch per Bot Münzen für das Fifa Ultimate Team (FUT) zu erspielen.

Wie funktioniert das Fifa Ultimate Team (FUT)?

Das Fifa Ultimate Team ist ein Spielmodus, der seit einigen Jahren in den Spielen der FIFA-Reihe von EA Sports enthalten ist. Dabei können sich Spieler:innen ihr eigenes Team zusammenstellen. Neue Spieler (in Form von virtuellen) Karten gibt es allerdings nur gegen Bezahlung.

Um die erforderlichen Coins zu erwerben, können die Gamer entweder viel Zeit beim Zocken und in Turnieren verbringen oder sie kaufen sich mit echtem Geld die benötigten virtuellen Münzen. Die Belohnungen differenzieren nach Schwierigkeitsstufe.

Allerdings gibt es beispielsweise für jede begonnene Partie eine Antrittsprämie. Das ist natürlich insbesondere dann ein lukratives Geschäftsmodell, wenn es nur darum geht, möglichst viele Münzen zu sammeln. Und genau das ist mit einer riesigen Hardware-Farm möglich.

Die illegale, aber lukrative Abkürzung

Wie Christian Mittweg beim Kicker erklärt, kosten eine Million Coins im Internet ungefähr 50 Euro. Wer hingegen den offiziellen Weg über die Fifa Points aus dem Spiel geht, zahlt für umgerechnet 600.000 Coins schon 100 Euro.

Somit erklärt sich das Geschäftsmodell der Bot-Farm schnell. Die durch die Bots erspielten Coins werden über das Internet für echtes Geld verkauft. Da sich die monatlichen Stromkosten der Lagerhalle auf mehr als 200.000 Euro belaufen haben sollen, scheint die Farm lukrativ gewesen zu sein.

Fifa Ultimate Team: Alles nur ein Glückspiel?

Viel problematischer ist allerdings, dass der Spiele-Hersteller EA Sports mit dem Fifa Ultimate Team ordentlich Geld verdient. In einem offiziellen Dokument gibt EA an, dass 2021 alleine durch den Ultimate Modus in FIFA, Madden und NHL 1,62 Milliarden Euro an Umsatz generiert werden sollen.

Die Kritik kommt daher, dass die sogenannten Lootboxen mit neuen Spielern für das FUT-Team mit einer Glückslotterie zu vergleichen sind. Dem Käufer ist vor dem Kauf nicht bekannt, welche Spieler er bekommt. Die Chance auf einen Superstar soll bei rund einem Prozent liegen.

Obwohl EA Sports alle Vorwürfe von Glückspiel von sich weist, scheint etwas daran zu sein. Anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass Spieler:innen beim Kauf demnächst sehen können, was in einem Kartenpack enthalten ist.

Wenn sie mit dem Inhalt unzufrieden sind, können sie ablehnen. Allerdings können sie dann für 24 Stunden keine neuen Karten kaufen. Das berichtet Gamepro. Auf diese Art und Weise soll die Suchtgefahr im Spiel deutlich reduziert werden. Ob das Problem dadurch nur künstlich verlängert wird, kann erst die Zukunft zeigen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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