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Facebook präsentiert digitale Wallet Novi

Maria Gramsch
Novi

Facebook will mit seiner eigenen digitalen Wallet Novi durchstarten. Gleichzeitig veröffentlicht der Tech-Konzern erstmals einen Bericht über die meistgesehenen Inhalte. Das Netzwerk will beweisen, dass auf der Plattform nicht nur rechte oder verschwörungstheoretische Inhalte kursieren.

Facebook will die digitale Wallet Novi starten

Zunächst wollte Facebook mit der Kryptowährung Libra einen neuen Markt erschließen. Nun muss der Konzern mit der abgeschwächten Version Diem Vorlieb nehmen. Den Einstieg in den Finanzmarkt will sich der Social-Media-Gigant aber nicht nehmen lassen.

Facebook ist bereit, mit der digitalen Wallet Novi durchzustarten, erklärt Facebooks Finanzchef David Marcus in einem Beitrag bei Medium. Novi ist an das Blockchain-basierte Zahlungssystem von Diem gebunden.

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1,7 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Banken

Marcus kritisiert das heutige Finanzsystem als „teuer, langsam und nicht miteinander verbunden“. Denn weltweit seien noch immer 1,7 Milliarden Menschen nicht an das Banksystem angeschlossen, in den USA hätten 62 Millionen Menschen kein Bankkonto.

Veränderungen sind längst überfällig. Sie werden so oder so kommen. Novi ist bereit, auf den Markt zu kommen.

Nutzer:innen könnten ihrer Novi-Wallet Geld hinzufügen, das dann in die digitale Währung Diem umgewandelt wird. Aus der Wallet kann das Geld dann weltweit an andere versendet werden.

Facebook stellt meistgesehene Inhalte vor

Gleichzeitig versucht Facebook, sein Image aufzupolieren. Dafür hat der Konzern erstmals Zahlen dazu veröffentlicht, welche Inhalte auf der Plattform am meisten gesehen wurden. Dazu zählen die am häufigsten aufgerufenen Domains, Links, Posts und Seiten im zweiten Quartal 2021.

Die Veröffentlichung dieser Daten ist für den Tech-Konzern ein ungewöhnlicher Schritt. Doch der Grund liegt auf der Hand: Das Netzwerk steht in den USA in der Kritik, dass Nutzer:innen nur noch rechtsextreme Seiten und Konten sehen.

Mit der Auswertung will Facebook mehr Transparenz schaffen und ein gegenteiliges Bild prägen. Laut Facebook würden solche Inhalte „einen verschwindend kleinen Prozentsatz ausmachen.“

Corona-Fake-News: Facebook nimmt Superspreader ins Visier

Ein weiterer Schritt hin zu einer weißeren Weste dürfte für Facebook das Löschen sogenannter „Superspreader“ sein. Im März 2021 hatte eine Auswertung des Center for Countering Digital Hate (CCDH) einen Artikel veröffentlicht, dass Fake News zur Corona-Impfung nur auf zwölf Menschen zurückzuführen ist.

Nun hat Facebook bekanntgegeben, mehr als 36 Konten, Gruppen und Seiten gesperrt zu haben, die mit diesen „Superspreadern“ in Verbindung stehen. Außerdem sollen künftig auch mit diesen Personen verbundene Inhalte weniger sichtbar sein.

Wir haben für einige Domains Strafen verhängt, sodass alle Posts mit Bezug zu deren Inhalten im News Feed nach unten verschoben werden.

Alle weiteren mit den „Superspreadern“ verbundenen Konten, die Facebook nicht gelöscht hat, seien inaktiv beim Posten oder hätten nur eine geringe Menge Inhalte gepostet, die gegen die Regeln verstoßen.

Die zwölf vom CCDH als „Superspreader“ identifizierten Personen sind laut Facebook nur für 0,05 Prozent aller impfstoffbezogenen Inhalte verantwortlich. Deshalb seien sie „in keiner Weise repräsentativ für die Hunderte Millionen von Beiträgen, die Menschen in den letzten Monaten auf Facebook über COVID-19-Impfstoffe geteilt haben.“

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.