Social Media Technologie

Facebook entfernt Konten, Seiten und Gruppen der „Querdenken“-Bewegung

Facebook, FTC, Federal Trade Commission, FTC gegen Facebook, Facebook entfernt "Querdenken"-Bewegung
Pexels.com / Thought Catalog
geschrieben von Maria Gramsch

Facebook will künftig auch eine neue Art schädlicher Netzwerke von seiner Plattform verbannen und entfernt auch die „Querdenken“-Bewegung. Das soziale Netzwerk hat zahlreiche Seiten, Gruppen und Konten gelöscht.

Mit dem Löschen von Fake-Accounts hat Facebook wahrlich alle Hände voll zu tun. Allein im 1. Quartal dieses Jahres hat das soziale Netzwerk 1,3 Milliarden solcher Konten von seiner Plattform entfernt. Im Jahr zuvor belief sich die Zahl sogar auf 2,2 Milliarden Konten.

Doch nicht nur Fake-Accounts bereiten den Moderationsteams des Techgiganten einiges an Arbeit. Denn Facebook hat sich nun auch zum Ziel gesetzt, eine neue Art schädlicher Netzwerke von seiner Plattform zu verbannen.

Facebook entfernt „Querdenken“-Bewegung

Zu diesen „schädlichen Netzwerken“ gehört laut der Auffassung von Facebook auch die „Querdenken“-Bewegung. Der Konzern hat mitgeteilt, zahlreiche Seiten, Gruppen und Konten entfernt zu haben.

Dabei habe Facebook auch einzelne Konten, die mit der Bewegung in Verbindung stehen, dauerhaft gelöscht. Dazu zählen auch Accounts bei Facebooks Tochter-Netzwerk Instagram.

Zu den gelöschten Instagram- und Facebook-Seiten gehört unter anderem auch „Querdenken711“ aus Stuttgart. Auch der Account des „Querdenken“-Gründers Michael Ballweg gehört dazu.

Insgesamt handele es sich laut Facebook um „unter 150 Konten, Seiten und Gruppen“.

Facebook will neue Maßstäbe schaffen

In seinem Blog-Beitrag begründet Facebooks globaler Sicherheitschef Nathaniel Gleicher die Entscheidung. Denn nicht nur Spam-Seiten oder -Accounts, deren Betreiber:innen im Verborgenen bleiben, würden zu schädlichen Verhaltensweisen neigen.

Facebook habe analysiert, dass der Trend dahin gehe, dass „Bedrohungsakteure bewusst die Grenzen zwischen authentischen und nicht authentischen Aktivitäten verwischen“. Das beeinflusse die Durchsetzung der Richtlinien des Netzwerks negativ.

Diese Kanäle würden wiederholt „in koordinierter Weise“ gegen die Richtlinien des Netzwerks verstoßen. „Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt.“

Neue Regeln für „schädliche Netzwerke“

Facebook hat sich neue Richtlinien für „schädliche Netzwerke“ auferlegt. Der Konzern betont, nicht die „Querdenken“-Inhalte verbieten zu wollen. Die Maßnahmen zielten darauf ab, „Missbrauch auf unserer Plattform zu verhindern und die Nutzer unserer Dienste zu schützen“.

Die neuen Richtlinien sollen dazu Beitragen, dass Facebook „koordinierte Kampagnen zur sozialen Schädigung“ besser unterbinden kann. Dabei handle es sich „in der Regel um Netzwerke von hauptsächlich authentischen Nutzern, die sich organisieren, um systematisch gegen unsere Richtlinien zu verstoßen und Schaden auf oder außerhalb unserer Plattform anzurichten“.

Auch interessant:

Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

Kommentieren