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#BanFossilAds: Umweltorganisationen fordern EU-Werbeverbot für fossile Brennstoffe

Marinela Potor
Marten van Djil / Greenpeace

Unter dem Hashtag #BanFossilAds sammeln 27 Umweltorganisationen in Europa ab sofort Unterschriften. Ihr Ziel: ein EU-weites Werbeverbot für fossile Brennstoffe durchsetzen.

„Wir brauchen ein EU-Gesetz für das Ende von fossiler Werbung!“ Mit dieser Forderung startet jetzt eine Unterschriftenaktion von 27 Umweltorganisationen. Unter dem Motto #BanFossilAds möchten die Organisationen ein Werbeverbot für Produkte und Unternehmen rund um fossile Brennstoffe durchsetzen. 

Das würde nicht nur Werbekampagnen von Konzernen wie Shell betreffen, sondern auch effektiv Werbung für Autos mit Verbrennungsmotoren, Flugzeuge oder Kreuzfahrtschiffe betreffen. Damit sich EU-Gremien aber überhaupt mit dem Thema befassen, muss die Bürgerinitiative zunächst eine Million Unterschriften sammeln.

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Industrien „stürzen uns in Klima- und Menschenrechtskrise“

Die Bürgerinitiative rund um #BanFossilAds glaubt, dass sie dafür klare Argumente bietet. So heißt es auf der Website:

Die fossile Industrie, wie Autohersteller, Fluglinien und Öl- und Gaskonzerne, nutzen Werbung und Sponsoring als Deckmantel, um von ihren klimaschädlichen Geschäften abzulenken. Währenddessen stürzen sie uns immer tiefer in die Klima- und Menschenrechtskrise. Das muss aufhören!

Organisationen wie Greenpeace, The Green Student Movement oder Adfree Cities fordern dabei nicht nur ein Werbeverbot, sondern auch ein Stopp von Sponsoring fossiler Brennstoffe. Sie kritisieren, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht nur verheerende Folgen fürs Klima und die Menschenrechte habe, sondern auch, dass die Unternehmen dies seit Jahrzehnten wüssten und bewusst ignorierten.

Darüber hinaus finanzierten Konzerne wie Total Energies oder Royal Dutch Shell mit Werbung und Sponsoring einerseits ihre „gefährlichen Geschäfte“, während sie andererseits mit PR-Aktionen um ihre angeblich grünen Lösungen Greenwashing betrieben. Das sei eine Irreführung der Verbraucher und eine Verschleierung der Klimaschäden.

Die von der Initiative kritisierten Unternehmen wie Shell, Total Energies und Eni wiesen den Vorwurf des Greenwashing zurück. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagten sie, dass es gerechtfertigt sei, ihre grünen Technologien zu profilieren, insbesondere angesichts ihrer Netto-Null-Emissionsziele bis 2050.

Das sei aber nicht ausreichend, sagte Greenpeace. Gegenüber ein paar grünen Projekten stünden fünfmal so viele Investitionen in Öl und Gas.

Durch Werbeverbot Bürger:innen schützen

Die Bürgerinitiative kritisiert zudem, dass Unternehmen aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe, wie etwa Automobilkonzerne, EU-Präsidentschaften sponsern und sich so Legitimität verschaffen.

Mit dem Werbeverbot hoffen die Umweltverbände, dass den Konzernen wichtige Einnahmequellen für ihre klimaschädlichen Aktivitäten wegbrechen und zudem ein wichtiges Instrument der „Manipulation“ der Massen wegfällt. Gleichzeitig könnte dadurch ein Umschwenken auf grüne Technologien erfolgen, und somit auch Bürger:innen geschützt werden.

Das Werbeverbot zu #BanFossilAds stellen sich die Umweltorganisationen so ähnlich vor wie das Verbot für Tabakwerbung.

#BanFossilAds: Auftakt zur UN-Klimakonferenz

Den Auftakt dafür markierten die Aktivist:innen mit einer Protestaktion im Rotterdamer Hafen. Dabei versuchten die Protestierenden die Zufahrt der Ölraffinerie von Shell zu blockieren.

Der Start der Aktion #BanFossilAds fällt bewusst auf Oktober. Schließlich findet Ende Oktober im schottischen Glasgow die UN-Klimakonferenz statt.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.