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Meta stellt die Gesichtserkennung bei Facebook ein

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Pixabay.com / teguhjatipras
geschrieben von Maria Gramsch

Meta trennt sich von der umstrittenen Gesichtserkennung bei Facebook – und auch die Daten von mehr als einer Milliarde Menschen will der Konzern löschen. Die Technologie hinter der Facebook-Gesichtserkennung soll aber nicht gänzlich aus dem Metaversum verschwinden.

Meta beendet Facebook-Gesichtserkennung

Die Gesichtserkennung bei Facebook hat ausgedient. In den kommenden Wochen werde der Konzern die Technologie abschalten, kündigt KI-Chef Jerome Pesenti in einem Blogpost an.

Das Feature hat bei Facebook eine lange Tradition. Bereits 2011 führte das soziale Netzwerk das umstrittene Feature mit dem Namen Deepface in Deutschland ein. Bedenken von Datenschützer:innen führten jedoch dazu, dass Facebook die Technologie vorerst wieder abschalten musste.

Restart für Deepface-Technologie im Jahr 2015

Nach der Übernahme der israelischen Firma Face.com im Jahr 2012 bekam Deepface eine zweite Chance. Im Jahr 2015 hat Facebook sie dann weltweit ausgerollt. Die Gesichtserkennung bei Facebook erntete jedoch immer wieder Kritik.

Die jüngste Aufschrei stammt aus dem Jahr 2019. Während der „10 Year Challenge“ posteten mehr als fünf Millionen Menschen Fotos von sich von vor zehn Jahren und heute. Dabei wurde gemunkelt, dass die Challenge von Facebook initiiert wurde, um die Gesichtserkennung des Konzerns zu trainieren.

Wofür braucht Facebook eine Gesichtserkennung?

Facebook nutzt seine Gesichtserkennung überwiegend dafür, Nutzer:innen auf Fotos zu erkennen – damit diese sie liken oder teilen können. Deepface soll die Facebook-Nuter:innen aber auch vor Betrug schützen – beispielsweise wenn jemand ein fremdes Profilfoto als das seine ausgibt.

Doch das soll nun ein Ende haben. In den kommenden Wochen werde Facebook die Gesichtserkennung abschalten, Nutzer:innen würden dann nicht mehr automatisch in Fotos oder Videos erkannt.

Im Rahmen dieser Änderung werden Personen, die unserer Gesichtserkennungseinstellung zugestimmt haben, nicht mehr automatisch in Fotos und Videos erkannt, und wir werden die zur Identifizierung verwendete Gesichtserkennungsvorlage löschen.

Die Änderung hat laut Pesenti auch Auswirkungen auf den Alt-Text. So würden blinden und sehbehinderten Menschen nach der Abschaltung keine Namen von erkannten Personen mehr zur Verfügung gestellt.

Warum schaltet Facebook seine Gesichtserkennung ab?

KI-Chef Pesenti erklärt das Ende der Gesichtserkennung mit „wachsenden gesellschaftlichen Bedenken“. Der Einsatz der Technologie müsse gegen diese abgewägt werden. Ein weiterer Grund seien die fehlenden Vorgaben durch Regulierungsbehörden.

Facebook hat über die Jahre die weltweit wohl größte Datenbank für Gesichtserkennung erschaffen. Doch mit der Abschaltung des Features sollen auch die Daten verschwinden. Der Konzern werde bei der Abschaltung die Templates „von mehr als einer Milliarde Menschen“ löschen.

In Zukunft wolle Facebook aber weiter an der Entwicklung der Technologie arbeiten. Denn diese sei ein „leistungsfähiges Werkzeug“, um die Identität von Menschen zu überprüfen oder „Betrug und Nachahmung zu verhindern.“

Wir glauben, dass die Gesichtserkennung für solche Produkte hilfreich sein kann, wenn der Datenschutz, die Transparenz und die Kontrolle gewährleistet sind, so dass Sie entscheiden, ob und wie Ihr Gesicht verwendet wird.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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