Technologie

Studie offenbart, was Satelliten-Internet von Starlink wirklich taugt

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Unsplash / Matthijs van Heerikhuize
geschrieben von Marinela Potor

Was taugt Starlink, das Satelliten-Internet von Elon Musk? Und wie schlägt sich der Service im Vergleich zu anderen Internet-Diensten? Eine aktuelle Untersuchung aus Nordamerika liefert dazu nun erste Einblicke. 

Starlink, das Satelliten-Internet von Elon Musk, verspricht schnelles und zuverlässiges Internet – selbst in abgelegenen Regionen. Kann der Dienst halten, was er verspricht? Genau das hat eine Untersuchung nun unter die Lupe genommen.

Speedcheck, ein Portal zum Testen der Internet-Geschwindigkeit, hat über einen Zeitraum von acht Monaten einen Performance-Test durchgeführt und das Satelliten-Internet von Starlink mit DSL- und Kabelanschlüssen sowie Glasfaserverbindungen in den USA und Kanada verglichen.


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Satelliten-Internet: Schwankende Performance

Das Satelliten-Internet von Elon Musks Raumfahrt-Unternehmen SpaceX befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase. Erste Haushalte in den USA und Kanada testen den Service derzeit. Momentan sind aber noch nicht alle geplanten Satelliten in ihre Umlaufbahn gelauncht worden, sodass man die Zahlen noch mit Vorsicht genießen muss.

Voraussichtlich wird sich nämlich die Performance von Starlink verbessern, sobald alle Satelliten im All sind. Dennoch geben die Zahlen erste Einblicke in den Dienst. Das ist insbesondere auch für deutsche Haushalte interessant. Denn der Dienst soll bald auch hierzulande starten und lässt sich bereits vorbestellen.

Leichte Schwankungen, solide Performance

Wenn die Informationen aus den USA und Kanada aussagekräftig sind, müssen sich deutsche Nutzer:innen dann auf eine schwankende Performance einstellen.

So pendelt das Satelliten-Internet im Download am unteren Ende zwischen 43,61 Mbps und 56,67 Mbps am oberen Ende. Entsprechend liegen die Upload-Speeds zwischen 10,53 Mbps und 17 Mbps. Die Latenzzeiten schwanken wiederum zwischen 44 und 63 Millisekunden.

Interessant: Die Performance wird dabei nicht von Monat zu Monat besser. Tatsächlich war im Test von Speedcheck der Dezember 2020 der schnellste Monat und Januar 2021 der langsamste Monat. Danach geht es rauf und runter.

Dennoch bietet das Satelliten-Internet von Starlink mit Mittelwerten von 50 Mbps Download, 13 Mbps Upload und 57 Millisekunden Latenz in den USA und nahezu identischen Werten in Kanada eine solide Leistung.

Starlink vs. andere Satelliten-Anbieter

Neben Starlink gibt es in Nordamerika einige andere Anbieter für Satelliten-Internet. Bis auf wenige Ausnahmen lässt die Starlink-Konkurrenz ihre Satelliten aber in höherer Umlaufbahn kreisen, was die Latenz beeinträchtigt.

Das belegen auch die Speedtest-Zahlen deutlich. Die Latenz bei Starlink wurde teilweise bei 33 Millisekunden gemessen. Die Konkurrenz liegt im Bereich von 600 bis 800 Millisekunden.

Dennoch sind diese Anbieter Starlink momentan noch einen Schritt voraus, weil ihr Service in allen Regionen verfügbar ist, Starlink dagegen derzeit nur in ausgewählten Regionen genutzt werden kann.

Höherer Preis, unbegrenzte Leistung

Auch ist Starlink mit rund 100 US-Dollar im Monat etwas teurer als die Konkurrenz. Dafür gibt es aber kein Datenlimit. Langfristig würde das den Dienst also durchaus attraktiv machen – insbesondere in Regionen, in denen keine andere Infrastruktur vorhanden ist.

Denn, das zeigt der Test von Speedcheck ebenfalls, insbesondere das Glasfaser-Angebot kann locker mit dem Satelliten-Internet von Starlink mithalten.

Satelliten-Internet, Glasfaser, Kabel, DSL: Der Vergleich

Zur Erinnerung: Das Satelliten-Internet von Starlink erreicht im Mittel Download-Geschwindigkeiten zwischen 42 und 60 Mbps, Upload-Geschwindigkeiten zwischen 12,91 Mbps und 16,23 Mbps und Latenzzeiten zwischen 40 und 82 Millisekunden. Starlink kostet 99 US-Dollar im Monat.

Glasfaser deutlich schneller

Dagegen ist das Glasfasernetz ein Hochgeschwindigkeitszug. Down- und Upload-Geschwindigkeiten liegen hier zwischen 250 und 1.000 Mbps und Latenzen lediglich bei drei bis 17 Millisekunden. Der Preis liegt zudem mit rund 60 US-Dollar im Monat auch noch niedriger.

Wer also Zugang zu Glasfaser hat, hat also momentan eine deutlich bessere Internet-Performance. Nur, und das ist das Problem: Die Glasfaser-Infrastruktur umfasst im Moment lediglich 25 Prozent der USA.

Das ist zwar immer noch besser als Starlink. Doch Starlink holt hier natürlich auf. Ob und wann Glasfaser in ländlichen Regionen der USA oder Kanada verfügbar sein wird, ist völlig unklar.

Satelliten-Internet von Starlink besser als DSL

Tatsächlich nutzen die meisten Menschen in Nordamerika DSL- oder Kabelanschlüsse. Hier ergibt sich ein gemischtes Bild.

Die Performance von Kabel-Internet liegt zwischen 10 und 500 Mbps im Download und 5 bis 50 Mbps im Upload – also tendenziell etwas besser als Starlink. Bei DSL wiederum liegen die Werte zwischen 5 und 35 Mbps im Download und 1 bis 10 Mbps im Upload – also unter den Starlink-Werten.

DSL und Kabel-Internet kosten dafür monatlich zwischen 45 und 50 US-Dollar. Auch hier gibt es aber Verfügbarkeitsprobleme, da die Infrastruktur im ländlichen Raum entweder nicht oder nur punktuell vorhanden ist.

DSL-Verbindungen werden außerdem häufig durch Wetterphänomene beeinträchtigt. Auch hier würde Starlink also langfristig vermutlich ein attraktiveres Angebot darstellen.

Wie attraktiv ist Starlink für Deutschland?

In Deutschland muss sich natürlich noch zeigen, wie die Performance des Starlink-Internets konkret aussieht. Doch gegen Glasfaser dürfte Starlink es auch hierzulande schwer haben zu bestehen. Hier könnte aber der Zeitfaktor eine Rolle spielen.

Wenn Haushalte schneller an das Starlink-Internet kommen und dies erstmal installiert haben und dann zufrieden sind, kann es durchaus sein, dass sie das Angebot beibehalten. Wer schon Zugang zu Glasfaser hat, hat wiederum wenig Grund zu Starlink zu wechseln.

In Regionen wiederum, in denen die schnelle Infrastruktur fehlt, würde das Satelliten-Internet von Elon Musk dann aber auch in Deutschland eine gute Alternative sein.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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