Technologie

So findest du heraus, in welchem Zimmer du das beste WLAN hast

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Unsplash.com / inlytics
geschrieben von Marinela Potor

Eine WLAN-Karte zeigt dir, in welchen Zimmern deine Internetverbindung besonders gut ist. Genauso zeigt sie dir, wo du dich mit deinem Laptop erst gar nicht hinsetzen musst. Wir erklären dir, wie du eine solche Karte anlegst. 

Der Videocall am Schreibtisch wird immer wieder unterbrochen. Doch wenn du nur drei Meter weiter links mit deinem Smartphone einen Call hast, ist die Verbindung super? Das klingt seltsam, kommt aber viel häufiger vor, als du vermuten magst.

Um herauszufinden, wo dein Signal am stärksten ist, kannst du eine App nutzen – oder eine WLAN-Karte anlegen. Der Grund für unterschiedliche WLAN-Qualität in einem Wohnraum ist oftmals die Wohnung selbst.


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So wandert dein WLAN-Signal durch die Wohnung

WLAN kann man vereinfacht als elektromagnetische Wellen beschreiben, die Daten transportieren. Die Wellenlänge von WLAN liegt im gleichen Bereich wie Röntgenstrahlen, Radiowellen oder Licht.

Wenn diese elektromagnetischen Wellen nun auf ein Hindernis treffen – etwa eine Wand, eine Abtrennung oder ein Fenster –, kann dies ihre Richtung und ihr Verhalten ändern.

Wenn die Wellen beispielsweise auf eine Holztür treffen, wird ein Teil der Wellen zurück reflektiert. Ein anderer Teil geht direkt durch. Ein anderer wiederum mag mehrmals durch das Holz gehen, bevor es in verschiedene Richtungen weitergeleitet wird.

Das heißt: Das WLAN-Signal kommt durchaus durch Hindernisse von einem Raum in den anderen. Doch auf dem Weg dahin geht, je nach Material und Hindernis, ein Teil der Energie verloren oder wird umgelenkt.

Eine andere Möglichkeit, die WLAN-Qualität zu messen, liegt darin, sich die Frequenzbereiche anzuschauen.

Das Problem der WLAN-Frequenzen

WLANs stehen bestimmte Frequenzbereiche zur Verfügung, die auch genau reguliert sind. Der am häufigsten genutzte Bereich ist 2,4 Gigahertz (GHz), gefolgt von fünf GHz und sechs GHz.

Das Problem dabei: Genau in diesen Bereichen agieren auch andere WLAN-Netzwerke in der Nachbarschaft – genauso wie andere Funktechniken. Je intensiver ein Frequenzband genutzt wird, desto stärker kann dies die Stabilität der angeschlossenen Technologien beeinflussen.

Das private WLAN-Netz operiert in der Regel im Bereich von 2,4 GHz. In diesem Frequenzbereich gibt es in Europa 13 Kanäle. Wenn beispielsweise ein Mehrfamilienhaus auf einem Kanal operiert, kann es durchaus die Internetqualität verbessern, wenn man über das Modem den WLAN-Kanal wechselt.

Beide Ansätze, das Verhalten von elektromagnetischen Wellen als auch die Untersuchung von WLAN-Kanälen, machen sich Apps zunutze, um dein WLAN zu analysieren und dir anzuzeigen, ob und wo du guten Empfang in deiner Wohnung hast.

WLAN-Signal per App messen

Da sprunghaftes WLAN ein generelles Problem in vielen Haushalten ist, gibt es auch viele Apps, mit denen du die Schwachstellen des Signals identifizieren kannst.

Einige dieser Apps sind:

  • Microsoft Wifi Analyzer
  • Solarwinds Wifi Analysis
  • Netspot
  • Acrylic Wifi
  • Vistumber
  • Wifi Solver

Manche Anwendungen sind kostenpflichtig, haben aber auch teilweise kostenlose Test-Abos, mit denen du dann immerhin einige grundlegende WLAN-Analyse-Tools nutzen kannst.

Andere Apps beschränken sich auf Frequenzanalyse oder die Analyse der Wellenbewegungen in deinem Wohnraum, während wieder andere Apps eine Vielzahl von Faktoren parallel untersuchen.

1. Microsoft Wifi Analyzer

Microsofts Wifi Analyzer beispielsweise sucht nach Kanalüberlappungen mit Nachbarnetzwerken, um so eine bessere („ungestörtere“) Frequenz zu finden, um so die WLAN-Qualität zu verbessern.

2. Wifi Solver

Bei Wifi Solver gibst du einen Grundriss deines Wohnraums inklusive aller Gegenstände und Materialien an, woraufhin der Algorithmus berechnet, an welchen Stellen das Signal besonders gut oder kaum ankommt. Daraufhin erstellt die App eine Wärmeflusskarte, um dies zu verbildlichen.

3. Solarwinds Wifi Analysis

Solarwinds wiederum hat in der Bezahlvariante ein sehr umfassendes Analyseangebot. Das reicht von der Analyse des Wohnraums per Wärmeflusskarte über Netzwerk- und Geräteanalyse bis hin zu einer Untersuchung der Anwendungen auf einem Gerät, die die Internetverbindung beeinträchtigen können.

Die Apps können eine gute Anlaufstelle sein, um WLAN-Schwachpunkte in deiner Wohnung zu erkennen. Insbesondere bei der Berechnung des Wellenverhaltens in deiner Wohnung ist aber zu sagen, dass die Algorithmen nur allgemeine Berechnungen anstellen, da es andernfalls zu komplex wäre.

Wenn du ganz genau herausfinden willst, wo das Internetsignal in deiner Wohnung am stärksten ist, kannst du eine WLAN-Karte anlegen.

So legst du eine WLAN-Karte für deine Wohnung an

WLAN-Karten können präzise Ergebnisse liefern. Der Aufwand dafür ist aber auch größer. Um eine solche Karte zu erstellen, nimmst du einen Grundriss deiner Wohnung und unterteilst ihn in gleich große Quadrate, die jeweils einen Quadratmeter deiner Wohnung repräsentieren.

Parallel musst du in deiner Wohnung diese Quadrate ebenfalls markieren. Dann machst du in jedem dieser Quadrate einen Internet-Geschwindigkeitstest – zum Beispiel mit einer Applikation wie Ookla oder auch Speedtest. Auch viele der erwähnten WLAN-Apps bieten übrigens solche Funktionen.

Anschließend notierst du auf deiner WLAN-Karte in jedem Quadrat jeweils den höchsten sowie den niedrigsten Wert.

Genau dabei wirst du dann oftmals erkennen, dass bestimmte Quadrate in einem Zimmer sehr gute Werte haben, andere wiederum sehr schlechte. So weißt du am Ende ganz genau, wo dein Internet-Empfang am besten beziehungsweise am schlechtesten ist.

Und wenn sich dann herausstellt, dass ausgerechnet dein Arbeitszimmer im Signalloch steckt? Dann kannst du entweder versuchen, dein Modem umzumontieren, deinen Schreibtisch umzustellen oder einfach ein gutes altes LAN-Kabel nutzen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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