Technologie

Wie schaffst du es als App auf die Demo-Geräte von Apple?

Philipp Hofheinz, Sonamedic, Apple Store, Apple Retail Demo App
geschrieben von Christian Erxleben

Stell dir vor, deine App ist auf den neusten iPhones im Apple Store und bei Mediamarkt und Co. vorinstalliert. Dieser Traum ist bei Sonamedic in Erfüllung gegangen. Wir haben Gründer und Geschäftsführer Philipp Hofheinz zum Interview getroffen.

Wer sich auch nur ein bisschen für Technik interessiert, bleibt beim Schlendern in der Stadt öfter mal bei den neusten Smartphones stehen. Apple-Fans begutachten dann natürlich die aktuellste iPhone-Generation.

Dabei sind auf den Demo-Geräten im Apple Store einige Apps vorinstalliert. Auch die Entspannungs-App Sonamedic gehört derzeit dazu. Wir haben Gründer und Geschäftsführer Philipp Hofheinz zum Interview getroffen und mit ihm darüber geredet, worauf App-Entwickler achten müssen, um Beachtung von Apple zu bekommen.

Als vorinstallierte App auf dem iPhone 13 im Apple Store

BASIC thinking: Philipp, seit September 2021 gehört eure Entspannungs-App Sonamedic zu den Retail Demo Apps von Apple in Deutschland. Was bedeutet das konkret?

Philipp Hofheinz: Sonamedic war als Demo im September und Oktober 2021 auf allen in den Apple Stores und bei den Apple-Retail-Händlern wie Gravis, Mediamarkt und Saturn ausgestellten iPhone 11, 12 und SE-Geräten vorinstalliert.

Aktuell sind wir außerdem auf den iPhone-13-Geräten im Apple Store vorinstalliert. Natürlich mit einer speziell für diesen Zweck gebauten, reinen Offline-Variante unserer App.

Selbstverständlich ist eine derart prominente Platzierung für euch sehr attraktiv. Doch wie ist es dazugekommen? Seid ihr an Apple herangetreten oder andersherum?

Apple ist an uns herangetreten. Wir hatten bereits während der Public-Beta-Phase nach einem erfolgreichen kleinen Crowdfunding die Chance, bei einem Developer Workshop vom App Store Deutschland mit einer kleinen Auswahl weiterer Start-ups und Gründern dabei zu sein.

Apple hat uns dabei bereits in einer sehr frühen Phase stark dabei unterstützt, eine gute Idee auch tatsächlich auf eigene Beine zu stellen.

Philipp Hofheinz, Sonamedic, Apple Store, Apple Retail Demo App

Philipp Hofheinz, geschäftsführender Gesellschafter bei Sonamedic.

Mehr Sichtbarkeit im Apple App Store erzielen

Manchmal kommt es vor, dass Tim Cook selbst nach Deutschland reist, um erfolgreiche App-Entwickler:innen zu besuchen. Hattet ihr auch Besuch von Apple?

Leider nicht, nein. In unserem Fall hat alles in kleinem Kreise in Berlin hinter verschlossenen Türen und später durch die Corona-Krise dann hauptsächlich in Videokonferenzen stattgefunden. Natürlich mit strikter Geheimhaltungsvereinbarung.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich ein junger, unerfahrener App-Entwickler bin: Was wären meine ersten Schritte für mehr Sichtbarkeit im App Store?

An erster Stelle stehen ein gutes Verständnis und eine detaillierte Einschätzung der Zielgruppe. Wer interessiert sich für euer Angebot? Was wünschen sich die Interessenten? Was erwarten sie? Und: Was könnt ihr besser lösen als eure Mitbewerber?

Daraus resultieren in der Regel bereits die wichtigsten Inhalte bezüglich eurer App-Store-Optimierung: die passenden Keywords, aussagekräftige Bilder und ein einprägsames App Icon.

Tipps für App-Entwickler

Ihr habt es sogar in die Retail-Demo-Version geschafft. Sonamedic hat sämtliche Prozesse durchlaufen. Welchen Tipp würdest du einem App-Entwickler geben, der euch nacheifern möchte?

Eine App bauen, die ein für die Zielgruppe relevantes Problem löst. Außerdem: Schnell und agil sein. Die Ideen da draußen sind hervorragend. Und sie sprießen im Moment überall aus dem Boden.

Mit Sicherheit gibt es auch einige No-Gos, die Apple gar nicht gerne sieht. Was sind Ausschlusskriterien für Apps?

Abgesehen von den bei Apple öffentlich einlesbaren Kriterien können wir uns dazu leider nicht äußern. Sollte es im Zuge einer Veröffentlichung oder eines Updates zu einer Ablehnung seitens Apple kommen, erhält man als Entwickler allerdings genaue Informationen über den Grund.

Die Gründungsgeschichte von Sonamedic

Letztendlich geht es natürlich darum, ein hervorragendes Produkt zu entwickeln und nicht den App-Store-Managern zu gefallen. Wie gelingt dieser Spagat im Alltag? Die Verlockung ist schließlich groß.

Sonamedic ist seit den ersten Schritten vor bald vier Jahren ein Herzens-Projekt aller drei Gründer. Wir haben keine externen Investoren und dadurch natürlich nicht die oft unendlich erscheinenden Möglichkeiten der großen Marken am Markt.

Aber unser Kern hier bei Sonamedic ist Sound – und den lieben wir alle und verbringen sowieso unser ganzes Leben damit. Insofern findet da gar kein Spagat statt.

Und zum Schluss natürlich die Frage: Wie kommt man als gelernter Tontechniker überhaupt auf die Idee, eine Entspannungs-App zu entwickeln?

Mein Mitgründer Andreas und ich haben vor Sonamedic schon viele Jahre zusammen in Andreas Branding-Agentur im Bereich Corporate Sound – also Sound für Unternehmen, Produkte und Marken – gearbeitet.

Und Sonamedic ist im Grunde als Projekt in dieser Agentur geboren worden – ursprünglich für eine große Thermen- und Bäder-AG, für die wir Soundkonzepte in Wellnessbereichen gebaut und umgesetzt haben.

Das Thema Sound ist da ja ohnehin immer sehr dankbar: Und um das Projekt haben sich schnell Interessenten und auch die nötigen Unterstützer und Experten gesammelt, sodass bereits nach kurzer Zeit Wege gesucht und gefunden wurden, das entsprechend wachsen zu lassen und letztendlich auf eigene Beine zu stellen.

Vielen Dank für das Gespräch, Philipp.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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