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Meta will mit haptischen Handschuhen Illusionen im Gehirn erzeugen

Fabian Peters
Meta

Meta will den Tastsinn in sein geplantes Metaverse bringen. Ein haptischer Handschuh soll dabei helfen, den virtuellen Raum spürbar zu machen. Damit treibt der Zuckerberg-Konzern die Idee seiner Parallelwelt weiter voran. Wir erklären die Hintergründe.

Bereits vor Kurzem hat Meta eine künstliche Haut für sein Metaverse präsentiert. Sie trägt den Namen Reskin. Langfristig gesehen soll die Technologie dabei die physische Interaktion zwischen der Realität und der virtuellen Parallelwelt erleichtern.

Die künstliche Haut eigne sich laut Meta dabei vor allem in Kombination mit Roboterhänden oder taktilen Handschuhen. Nun hat der Zuckerberg-Konzern jedoch einen weiteren Schritt in Richtung virtuelle Parallelwelt gewagt. Denn das Forschungsteam von Meta hat genau so einen haptischen Handschuh entwickelt.

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Haptischer Handschuh: Meta will sein Metaverse spürbar machen

Bereits im März 2021 hat das Unternehmen – damals noch unter dem Namen Facebook – einen Drei-Punkte-Plan für die künftige Interaktion zwischen Computern und Menschen vorgelegt. Neben VR-Brillen setzt die Forschungsabteilung des Unternehmens vor allem auf Eingabegeräte am Handgelenk.

Nun hat der Konzern jedoch einen haptischen Handschuh präsentiert, der die dritte Ebene seiner dreistufigen Zukunftsvision darstellt: die Robotik. Alle drei Technologien sollen langfristig im geplanten Metaverse zum Einsatz kommen und auf Grundlage einer Künstlichen Intelligenz (KI) miteinander interagieren.

Auf visueller Ebene gelten die Forschungen mit dem Oculus Virtual-Reality-Headset dabei bereits als weit fortgeschritten. Und auch in puncto Steuerung und Kontrolle hat der Zuckerberg-Konzern erst kürzlich mit seiner künstlichen Haut Reskin nachgelegt.

Der nun entwickelte künstliche Handschuh soll auch den Tastsinn in das Metaverse bringen und es spürbar machen.

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Meta-CEO Mark Zuckerberg mit einem Prototypen des haptischen Handschuhs. (Foto: Meta)

Wie funktioniert der haptische Handschuh für das Metaverse?

Die Ziele der Forschungsabteilung von Meta sind ambitioniert.

Denn der neue haptische Handschuh soll Hand- und Fingerbewegungen einerseits präzise erfassen. Andererseits soll der Datenhandschuh auf Grundlage dieser Bewegungen ein taktiles Feedback erzeugen, das Beschaffenheit, Vibrationen und die Empfindlichkeit virtueller Objekte simulieren soll.

Laut einem offiziellen Blog-Beitrag von Meta sollen digitale Objekte so letztlich spürbar werden. Deshalb hat das Forschungsteam von Meta neuartige elektroaktive und pneumatische Aktuatoren entwickelt. Sie reagieren auf elektrische Impulse, können Widerstände mittels Druckluft erzeugen und letztlich so auch ihre Form und Größe verändern.

Ein eigens entwickelter Mikrofluidik-Chip kontrolliert dabei wiederum, welche Aktuatoren wann wie reagieren. Um virtuelle Objekte auch spürbar zu machen, hat Meta zudem eine Technologie entwickelt, die dem Datenhandschuh die Beschaffenheit, Größe und das Gewicht von Objekten vermitteln kann.

Meta will Illusionen im Gehirn erzeugen

Eine physikalische, KI-basierte Software soll dabei die Richtung, Kraft und räumliche Position von physikalischen Kräften bestimmen. Doch die Frage, wie digitale Objekte letztlich auch spürbar werden, stellt die bisher größte Herausforderung dar.

Antworten auf diese Fragen sucht das Forschungsteam von Meta dabei momentan in der Wahrnehmungsforschung sowie dem Leistungsspektrum unseres Gehirns. Unterschiedliche und teilweise auch widersprüchliche Informationen sollen so zu einem schlüssigen Sinneseindruck zusammengefügt werden.

Meta-Forscherin Sophie Kim äußerte dazu, dass das menschliche Gehirn gut darin sei, visuelle und auditive Signale zu vermischen, um die Illusion zu erzeugen, dass wir beispielsweise ein Objekt in der Hand hielten. Die Grundidee ist dabei, dass ein haptischer Handschuh das Gehirn dabei unterstützt, ein Gefühl von Widerstand zu simulieren.

Datenhandschuh von Meta: Fortschrittlich aber (noch) nicht alltagstauglich

Um all das zu gewährleisten und letztlich auch praxistauglich zu machen, muss der Datenhandschuh zahlreiche unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen.

So muss er einerseits weich, leicht und flexibel sein. Andererseits muss er stabil und widerstandsfähig sein. Vor allem soll er laut Meta aber auch erschwinglich sein, in verschiedene Hände passen und vor allem: stylisch aussehen. Bis es so weit ist, steht der Forschungsabteilung von Meta jedoch noch einiges an Arbeit bevor.

Zwar ist der Datenhandschuh bereits jetzt deutlich leichter und flexibler als vergleichbare Technologien der Konkurrenz. Allerdings machen die unzähligen Kabel, Drähte und der damit verbundene Kompressor den Handschuh bei Weitem noch nicht praktisch oder gar alltagstauglich.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).