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Doordash: Größter US-Lieferdienst startet in Deutschland

Doordash Logo, Tasche, Lieferdienst
Doordash
geschrieben von Marinela Potor

Deutschland hat einen neuen Lieferdienst. Doordash, der größte Anbieter aus den USA, startet ab sofort mit Essenslieferungen aus Restaurants. Stuttgart ist die erste Stadt, in der das Angebot verfügbar ist. Wir liefern dir alle wichtigen Informationen zum Deutschland-Start.

Ab sofort: Doordash startet in Deutschland

Der Lieferdienst-Markt in Deutschland wird kräftig aufgemischt. Ab sofort startet Doordash, der größte US-Lieferdienst, auch hierzulande durch. Das gab das Unternehmen auf einer Pressekonferenz am gestrigen Mittwoch bekannt. Stuttgart ist dabei die erste Stadt, in der das Angebot verfügbar ist.

Warum ausgerechnet Stuttgart? Baden-Württembergs Landeshauptstadt sei seiner Meinung nach im Bereich der Essenslieferungen „unterversorgt“, sagte Mitgründer Andy Fang. Daher sei dies ein guter Ort, um zu testen, ob es in Deutschland Appetit für das Angebot gebe.

CO2-neutrale Lieferungen bei Doordash

In Stuttgart legt Doordash zunächst mit 30 Kurier:innen („Dasher“) los. Diese sind allerdings nicht direkt bei der Lieferplattform angestellt, sondern über die Agentur Jobandtalent, sagte Fang.

Doordash wolle seinen Angestellten faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen garantieren. Unter anderem werde der Lieferdienst seinen Fahrer:innen Helme, Handschuhe, Winterjacken und Gesichtsmasken zur Verfügung stellen.

Die Dasher werden die Essenslieferungen auf E-Bikes von Zoomo transportieren. Ziel ist es, dass jede Lieferung unterm Strich eine Netto-Null in Sachen CO2-Emissionen aufweist.

80 Prozent der Restaurants ohne Online-Marktplatz

In Deutschland sieht Doordash einen vielversprechenden Markt. Das liegt einerseits sicherlich an der Marktgröße. Gleichzeitig bieten aber über 80 Prozent der Restaurants in Deutschland keinen Internet-Marktplatz für Lieferungen, sagte Fang.

„Wir glauben, das ist eine große Möglichkeit für uns, um Händler zu erreichen und ihre Verkäufe zu steigern“, versicherte Fang. Dazu bietet die Lieferplattform verschiedene Kooperationsmodelle.

Zum einen gibt es für Händler das Marktplatz-Angebot, bei dem ihre Produkte direkt auf der Doordash-App angezeigt werden. Zum anderen gibt es aber auch die Möglichkeit, eine Liefer-Software von Doordash direkt in die eigene Website zu integrieren.

Zwischen 10 und 30 Prozent Provision

Je nach Kooperation, fallen die Provisionen für Restaurants an Doordash unterschiedlich aus. Wer etwa nur die Software nutzt, aber seine eigenen Lieferungen übernimmt, zahlt zehn Prozent Provision. Wer die Lieferungen per „Dasher“ transportieren lässt, zahlt zwischen 25 und 30 Prozent Provision.

Darüber hinaus soll eine Partnerschaft mit dem Berliner Start-up Choco Händler mit nachhaltigen Verpackungen zu einem günstigen Preis versorgen. Zudem können Restaurants ebenfalls von professionellen Fotoaufnahmen ihrer Gerichte profitieren, die Doordash gratis anbietet.

Zukunftspläne mit Wolt unklar

Doordash befindet sich derzeit auf Expansionskurs. Nach Launches in Kanada, Australien und Japan ist der Dienst nun auch erstmals in Europa verfügbar. Erst in der vergangenen Woche wurde zudem bekannt, dass Doordash die Lieferplattform Wolt in einem Deal von rund sieben MilliardenEuro übernommen hatte.

Nun, da Doordash selbst mit dem eigenen Dienst auch in Deutschland startet, ist unklar, wie die beiden Plattformen künftig parallel laufen sollen. Werden die Dienste in unterschiedlichen Städten operieren? Wird Wolt seine Marke künftig aufgeben?

Andy Fang äußerte sich dazu nur sehr vage, da man beim Wolt-Deal noch auf die Billigung der Wettbewerbsbehörden warte. Unabhängig davon, was mit Wolt passiere, sei es aber das Ziel von Doordash, Händler dabei zu unterstützen, den Übergang in eine „Post-Covid-Welt“ zu finden.

Doordash mischt Lieferdienste in Deutschland kräftig auf

Doordash wurde 2013 gegründet und ist allein in den USA in über 7.000 Städten verfügbar. Die Internet-Plattform ermöglicht es Restaurants, ihr Angebot auf Doordash online zu stellen, sodass Kund:innen direkt über die App Essen bestellen können.

Es gibt darüber hinaus in verschiedenen Märkten auch die Option, Lebensmittel über die App zu bestellen. Das Geschäftsmodell ist für Deutschland nicht neu. Auch Unternehmen wie Uber Eats, Bringbutler und natürlich auch Deutschlands größter Essenslieferdienst Lieferando bieten vergleichbare Dienste an.

Gleichzeitig könnte Doordash auch in die Märkte der Zehn-Minuten-Lieferdienste und anderer Delivery-Angebote drängen. So präsentierte Andy Fang Pläne, dass die Plattform künftig auch andere Produkte wie alkoholische Getränke, aber auch Blumen liefern möchte.

Es wird daher interessant zu sehen, wie die neue, große Konkurrenz aus den USA den Lieferdienstmarkt hierzulande verändern wird.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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