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Facebook genehmigt Anzeigen, die Impfung mit dem Holocaust vergleichen

Fabian Peters
Unsplash.com/ Dawid Sokołowski

Facebook steht bereits seit geraumer Zeit in der Kritik, zu wenig gegen Hasskommentare und Desinformation zu unternehmen. Doch nun hat das soziale Netzwerk Anzeigen genehmigt, die die Impfung mit dem Holocaust vergleichen. Damit verstößt das Unternehmen sogar gegen seine eigenen Richtlinien. Eine Einschätzung. 

Facebook steht für seinen Umgang mit Hasskommentaren und Desinformation immer wieder in der Kritik. Mal ignoriert das soziale Netzwerk Hinweise zu schädlichen Inhalten. Mal versagen die Algorithmen bei der Überprüfung strafrechtlich relevanter Posts.

Aber was sich das soziale Netzwerk diesmal leistet, toppt alles. Denn Facebook hat offenbar Anzeigen genehmigt, die die Impfung mit dem Holocaust vergleichen. Wirtschaftliche Interessen scheinen wieder einmal im Vordergrund zu stehen. Dabei werden die Anzeigen doch manuell überprüft. Oder etwa nicht?

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Facebook verkauft Werbeanzeigen, die die NS-Zeit relativieren

Meta-Tochter Facebook stellt wirtschaftliche Interessen offenbar vor ihre eigene Verantwortung. Dabei hat sich der Konzern doch eigentlich den Kampf gegen Hasskommentare und Desinformation auf die Fahne geschrieben. Dennoch rutschen dem sozialen Netzwerk immer wieder Hassreden durch.

Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, hat die Plattform unter anderem Werbeanzeigen verkauft, die die NS-Zeit relativieren und der amtierenden US-Regierung gegenüberstellen. Andere genehmigte Inserate vergleichen wiederum die Impfung mit dem Holocaust und behaupten, dass die Corona-Politik Teil eines Plans sei, einen Großteil der Menschheit auszulöschen.

Interne Überprüfung versagt – Facebook verstößt gegen eigene Richtlinien

Die Anzeigen stammen dabei von verschiedenen Seiten. Einer internen Überprüfung von Facebook hielten sie jedoch stand. Denn laut der Forscherin und IT-Expertin Laura Edelson, die übrigens von der Plattform verbannt wurde, prüft das soziale Netzwerk nur einen Teil seiner Anzeigen manuell.

Viele Inserate gehen von einer Seite eines Bekleidungsanbieters mit dem Namen „Ride the Red Wave“ aus. Auf einigen T-Shirts, die auf Facebook beworben wurden, heißt es beispielsweise (übersetzt): „stolz darauf nicht vergiftet zu sein“ oder „langsamer, stiller, Holocaust“.

In beiden Fällen beziehen sich die Aussagen auf die Corona-Schutzimpfung. Denn auf den Shirts sind zusätzlich entsprechende Symbole wie eine Spritze abgedruckt. Gelöscht wurden diese Werbeanzeigen erst, nachdem CNN das Unternehmen darauf hingewiesen hatte. Das Netzwerk räumte ein, dass es gegen seine eigenen Richtlinien verstoßen habe.

So verdient Mark Zuckerberg mit Hass und Hetz Geld

Laut den Daten von CNN hat die Meta-Tochter seit Mai 2021 allein durch die Anzeigen von „Ride the Red Wave“ über 280.000 US-Dollar verdient. Zwar hat die Seite unter 10.000 Follower. Allerdings haben die bezahlten Anzeigen aufgrund der hohen Summe vermutlich Millionen Amerikaner:innen erreicht.

Eine weitere umstrittene Seite hat den CNN-Daten zufolge seit dem Jahr 2019 sogar über 500.000 US-Dollar investiert. Beide Accounts bewerben auf Facebook regelmäßig Desinformation und Hasskommentare im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung.

Verbraucherschützer können Facebook künftig verklagen

Hierzulande können Verbraucherschützer:innen künftig auch ohne konkreten Auftrag gegen das Unternehmen klagen. Das geht aus einem Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hervor. Neben Datenschützer:innen können demnach künftig auch Verbraucherschützer:innen eine Verbandsklage gegen Internet-Konzerne einreichen.

Das gilt auch dann, wenn ihnen kein offizieller Antrag von Betroffenen vorliegt. Allerdings bezieht sich das Gutachten überwiegend auf Datenschutzverstöße und Verbraucherthemen. Klagen aufgrund von Desinformation und Hasskommentaren sind für Privatpersonen und Organisationen ohnehin möglich.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).