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Warum und wie Musik-Streaming der Umwelt schadet

Fabian Peters
Unsplash.com/ Sara Kurfeß

Musik-Streaming schadet der Umwelt massiv. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Sharon George, Dozentin für Umwelttechnologie an der Keele University in Newcastle. Der ökologische Fußabdruck einiger Songs sei demnach vergleichbar mit rund 4.000 Flügen zwischen London und New York. 

Laut einem Bericht der British Phonographic Industry (BPI), dem Verband der britischen Musikindustrie, ist der ökologische Fußabdruck einer Schallplatte rund zwölfmal so hoch wie der einer CD. Zwar ist der Absatz von CDs hierzulande gesunken. Allerdings verkauft die Musikindustrie immer mehr Schallplatten – allein 4,2 Millionen im Jahr 2020.

Doch auch immer mehr Menschen setzen auf Musik-Streaming-Dienste wie Spotify und Co. Das ist gut für die Umwelt, könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Denn laut einem Bericht des britischen Nachrichtenmagazins New Statesman sorgt das Musik-Streaming für eine bedenkliche Energiebilanz.

Musik-Streaming: Service und Server haben enormen Energiebedarf

Kyle Devine, Professor für Populärmusik an der Universität Oslo, habe demnach ermittelt, dass die CO2-Emissionen in der Musikindustrie allein in den USA zwischen 1977 und dem Jahr 2016 um rund 45 Prozent angestiegen sind – auf über 200.000 Tonnen pro Jahr.

Knapp 94 Prozent entfallen dabei mittlerweile auf das Musik-Streaming. Zwar setzen Schallplatten und CDs pro Einheit – vor allem bei der Herstellung – höhere Emissionen frei als eine Stunde Streaming. Allerdings macht die Zunahme des Musikkonsums via Spotify und Co. diese „Einsparungen“ schnell wett.

Vor allem die Server und Service-Kosten der Musik-Streaming-Dienste verursachen dabei einen hohen CO2-Ausstoß. Denn sowohl Festplatten als auch Server-Infrastruktur haben einen enormen Energiebedarf. Auch Datenkabel auf dem Meeresgrund und Kühlelemente für die Server verbrauchen viel Energie.

Einige Songs sind vergleichbar mit rund 4.000 Flügen zwischen London und New York

Aktuelle Daten der Umwelt-Dozentin Sharon George belegen, dass das fünfstündige Streamen eines Albums ähnlich hohe CO2-Emissionen verursacht wie die Herstellung einer CD.

Bei Schallplatten liege der Vergleichswert bei rund 17 Stunden. Der Download von Tonträgern auf die eigene Festplatte sei also oftmals effizienter als dauerhaftes Streaming. Mit Blick auf die gesamte Musikbranche hätten den Wissenschaftler:innen zufolge nur Tourneen einen noch höheren CO2-Ausstoß als das Streaming.

Der ökologische Fußabdruck der Single „Drivers License“ der US-amerikanischen Sängerin Olivia Rodgrio sei in puncto Streaming allein seit Januar 2021 mit rund 4.000 Flügen zwischen London und New York vergleichbar. Das wiederum entspricht den jährlichen Emissionen von rund 500 Menschen in Großbritannien.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).