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Corona-Warn-App: Neues Update erleichtert Statusnachweis – doch das Chaos bleibt

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unsplash.com/ Markus Winkler
geschrieben von Fabian Peters

Die Corona-Warn-App hat ein neues Update erhalten. Die Version 2.16 zeigt Zertifikate zur Impfung, Genesung und zu Testergebnissen künftig in einer kombinierten Übersicht an. Doch Impfdurchbrüche, Boosterimpfung und unterschiedliche Regeln bringen die App trotzdem an ihre Grenzen.  

Das Entwickler-Team der Corona-Warn-App (CWA) hat ein neues Update an den Start gebracht. Die Version 2.16 zeigt Nutzer:innen ab sofort ihren aktuellen Statusnachweis an. Die Anwendung erkennt neben Impf- und Genesenenzertifikaten künftig auch Testergebnisse und visualisiert anhand der jeweiligen Daten den aktuellen Status der Nutzer:innen.

Corona-Warn-App: Neues Update erleichtert den Statusnachweis

Im Zertifikatsbereich zeigt die App in einem kleinen blauen Kreis dazu den aktuellen Nachweis an. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:


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  • 3G: Bedeutet vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet. Für den 3G-Nachweis müssen User ein Impf-, Genesenen- oder Testzertifikat nachweisen. Schnelltestzertifikate dürfen maximal 48 Stunden alt sein,  PCR-Testzertifikate maximal 72 Stunden.
  • 3G+: Steht für vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet. Nutzer:innen müssen entweder ein Impf-, Genesenen oder PCR-Testzertifikat nachweisen.
  • 2G: Bedeutet vollständig geimpft oder genesen. Dort wo die 2G-Regel gilt, müssen Nutzer:innen ein Impf- oder Genesenenzertifikat nachweisen. Wer den 2G-Status nachweist, erfüllt automatisch auch 3G und 3G+.
  • 2G+: Steht für vollständig geimpft oder genesen, mit einem zusätzlichen Schnell- oder PCR-Testzertifikat. Nutzer:innen mit dem Status 2G+ erfüllen automatisch alle anderen Nachweise.

Kombinierte Anzeige soll Kontrollen erleichtern

Die neue Version der Corona-Warn-App zeigt die Impf-, Genesenen- und Testzertifikate in einer kombinierten Übersicht an. Je nach Nachweis aktualisiert sich dabei automatisch der aktuelle Status im Zertifikatsbereich.

Nutzer:innern können dort außerdem zwischen den verschiedenen Zertifikaten wechseln, um unkompliziert einen Nachweis für die aktuell geltenden 2G- und 2G-Plus-Regeln zu erbringen. Das soll vor allem die Kontrollen erleichtern. Die App-User erfahren zudem, welche Regeln ihre Zertifikate überhaupt erfüllen.

Ein negatives Testergebnis ist dabei jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Testzertifikat. Denn erst ein offizielles Zertifikat von einer Teststation bestätigt ein negatives Ergebnis. Die Testzertifikate müssen dazu via QR-Code mit der App angefordert und gescannt werden.

Corona-Warn-App und Covpass-App können nicht zwischen vollständiger Impfung und Booster unterscheiden

Vollständig Geimpfte oder Genesene, die die dritte, sogenannte Boosterimpfung erhalten haben, müssen für die 2G-Plus-Regel laut einem Beschluss der Gesundheitsminister kein zusätzliches Testzertifikat nachweisen. Das Problem: Die Corona-Warn-App kann nicht zwischen „vollständig geimpft“ und „geboostert“ unterscheiden.

Heißt konkret: Die App zeigt Nutzer:innen, die bereits die Boosterimpfung erhalten und ein entsprechendes Zertifikat hochgeladen haben, nicht automatisch den 2G-Plus-Status an. Gleiches gilt für die Covpass-App.

Das stellt viele Gastronomiebetriebe und Kontrolleure vor enorme Herausforderungen. Denn anhand der QR-Codes können sie nicht nachvollziehen, wie viele Impfungen die Person bereits erhalten hat; ob sie vollständig geimpft oder bereits geboostert ist.

Nutzer:innen der Covpass-App können zwar auf den QR-Code klicken und der kontrollierenden Person die Details zur Impfung – hier ist auch die Anzahl der Impfungen ersichtlich – zeigen. Allerdings weist die App selbst darauf hin, dass diese sensiblen Daten im Gegensatz zum QR-Code nicht zum Vorzeigen geeignet sind.

Doppelt geimpft und genesen: Corona-Apps erkennen Boosterstatus nicht an

Immer mehr Menschen erleiden einen sogenannten Impfdurchbruch. Das heißt, dass sie sich nach der Impfung mit dem Corona-Virus infizieren. Wer dabei bereits zwei Impfungen erhalten hat und anschließend als genesen gilt, erhält in vielen Bundesländern den Status „geboostert“ – eine Ausnahme ist unter anderem Berlin.

Zwar können User innerhalb der Apps ihr Genesenenzertifikat hochladen. Allerdings beziehen die Anwendungen den Status beim Impfnachweis nicht mit ein. Um den Status „geboostert“ nachzuweisen, müssen Genesene neben ihrem vollständigen Impfschutz separat ihre Genesenenzertifikat nachweisen.

Während das neue Update der Corona-Warn-App vor allem mit Blick auf die Testzertifikate Erleichterung verspricht, hinken beide Corona-Apps mit Blick auf den Status „geboostert“ weiterhin hinterher. Dabei ist das Problem nicht neu. Bei Kontrollen der 2G-Plus-Regel sorgen die Funktionslücken oftmals für reichlich Diskussionen und Komplikationen.

Ob und wann es hier ein entsprechendes Update gibt, ist derzeit noch unklar. Die neue Version der Corona-Warn-App wird jedoch in den kommenden Tagen nach und nach veröffentlicht. Apple-User können sie bereits ab sofort im App Store downloaden. Für Android-User besteht diese Option nicht.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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