Wirtschaft

Spitzenleistungen im Start-up: Auf diese 7 Faktoren kommt es an

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geschrieben von Carsten Lexa

Wie schafft man es, als Start-up erfolgreich zu sein? Diese Frage stellen sich viele Gründer:innen. In dieser Kolumne will ich den Fokus auf den wahrscheinlich wichtigsten Erfolgsfaktor legen: Spitzenleistungen im Team.

Erfolg in Start-ups

Es ist gar nicht so einfach zu sagen, wann ein Start-up erfolgreich ist. Das hängt nämlich davon ab, wie Erfolg vor einem bestimmten Hintergrund und mit Blick auf ein bestimmtes Ziel definiert wird.

Genauso kompliziert ist es zu sagen, was genau dafür sorgt, dass ein Start-up erfolgreich ist beziehungsweise wird. Denn der Erfolg hat, wie man so schön sagt, viele Väter. Und das betrifft nicht nur die Anzahl an Menschen, die an einem Erfolg beteiligt sind, sondern auch die Faktoren, die zum Erfolg führen.

Spitzenleistung als Erfolgsfaktor

Aus meinen Gesprächen – insbesondere mit Investor:innen – ergibt sich jedoch immer wieder ein wesentlicher Faktor, der im Zusammenhang mit Erfolg genannt wird. Und dies teilweise sogar als Hauptfaktor: die Erbringung von Spitzenleistungen im Team.

Dabei geht es meistens um das Team der jeweiligen Gründer:innen. Manchmal ist aber auch das junge Team eines Unternehmens, bestehend aus den Gründer:innen und den ersten Mitarbeiter:innen, gemeint. Nachfolgend soll der Begriff „Gründerteam“ beide Arten von Teams umfassen.

Wie Spitzenleistung erreicht wird

In dieser Kolumne will ich nun der Frage nachgehen, wie ein Gründerteam eine maximale Performance und damit eine Spitzenleistung erreichen kann.

Dabei kann ich schon vorausschicken, dass die Antwort nicht einfach ist. Denn es gibt nicht die eine Bedingung oder das eine Kriterium zum Erreichen von Spitzenleistung.

Entscheidend ist meiner Ansicht nach vielmehr eine Kombination mehrerer Elemente und Verhaltensweisen, die vorliegen müssen, damit ein Team Spitzenleistungen erbringen kann und letztendlich erbringen wird. Die folgenden sind dabei meiner Ansicht nach essentiell:

a. Vision und Strategie

Ohne zu wissen, wohin die Reise geht und ohne Kenntnisse, wie die Reise verlaufen soll, wird es schwierig sein, zum Ziel zu gelangen und dabei in irgendeiner Weise erfolgreich zu sein. Das Team braucht deshalb eine gemeinsame und insbesondere klare Vision und darüber hinaus eine Strategie, um zu verstehen, wie die Vision erreicht werden soll.


b. Selbstdisziplin

Die Mitglieder im Team müssen verstehen, welche Einzelziele und Leistungsstandards in Bezug auf diese Ziele bestehen, wann und unter welchen Voraussetzungen das Ergreifen von Initiativen sinnvoll ist und wie die Konzentration auf die Zielverwirklichung erfolgt.

c. Problemlösung

Dem Team muss klar sein, wie vorhandene Informationen analysiert und verarbeitet werden, um eigenständig Probleme lösen und entsprechende Entscheidungen treffen zu können.

d. Zusammenarbeit

In einem Team gehen viele Arbeiten Hand in Hand. Es ist deshalb wichtig für die Teammitglieder zu verstehen, wie Beziehungen aufgebaut und gepflegt werden und wie die Zusammenarbeit, Koordinierung und Kommunikation mit Teammitgliedern funktioniert.



e. Führung

Ohne Führung ist ein Team kopflos und kann nicht auf ein Ziel geeint werden. Den Teammitgliedern muss deshalb klar sein, wer in welcher Situation führt und wie mit komplizierten Situationen und Risiken im Namen des Unternehmens umgegangen wird.

f. Innovation und Kreativität

Neue Situationen und unerwartete Herausforderungen erfordern neue Ideen und kreative Umgangsformen. Das Team muss deshalb darauf trainiert werden, Ressourcen kreativ zu nutzen und neue Lösungen für Herausforderungen zu finden. Wert ist dabei darauf zu legen, dass es nur wenige Denkbeschränkungen gibt, um echte Neuerungen zuzulassen.

g. Beharrlichkeit

Am Ende geht es darum durchzuhalten, auch wenn es mal nicht einfach ist. Dazu bedarf es nicht nur einer gewissen Sturheit, sondern auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die der Teammitglieder sowie Stressresistenz und Hartnäckigkeit bei der Zielverfolgung. Darüber hinaus muss das Team in der Lage sein, beim Umgang mit Problemen nicht gleich zusammenzubrechen sowie mit negativen Emotionen umgehen zu können.

Nicht einer für alles

Wichtig dabei ist zu verstehen, dass diese Elemente beziehungsweise Verhaltensweisen nicht in einer Person oder in wenigen Personen vereint sein müssen. Es ist durchaus möglich, dass die unterschiedlichen Teammitglieder verschiedene Beiträge im Hinblick auf die vorgenannten Kriterien liefern.

Entscheidend ist am Ende, wie sich die einzelnen Beiträge zu einem Ganzen ergänzen. Sind dann die Elemente und Verhaltensweisen klar, geht es im nächsten Schritt darum die konkreten Erwartungen bezüglich der Leistungen an die Teammitglieder zu formulieren, wobei diese Formulierung ohne weiteres, sofern möglich, durch das Team erbracht wird.

Leistungserwartungen als Basis

Leistungserwartungen sind dabei die Annahmen über die Handlungen, Verhaltensweisen und Ergebnisse, die sich die Teammitgliedern erhoffen, um die Ziele des Teams zu erreichen.

Sie sind entscheidend für den unternehmerischen und organisatorischen Erfolg, weil sie bei den Teammitgliedern Klarheit hinsichtlich der Erwartungen schaffen. Ich empfehle, in aller Kürze, die folgenden nächsten drei Schritte im Hinblick auf die Formulierung der Leistungserwartung:

1. Erwartungen festlegen und kommunizieren

Das Team muss wissen, was von jedem einzelnen in jeder der oben genannten Kategorien erwartet wird, sofern das jeweilige Teammitglied in einer Kategorie in Erscheinung tritt bzw. dort seinen Beitrag leisten soll. Ohne Klartext weiß das Team nicht, was gute Leistung ist und wie sie aussieht.

2. Wichtige Leistungsindikatoren für jede Kategorie entwickeln und überwachen

Die Verbesserung der Leistung erfordert, dass die jeweiligen erwarteten Leistung im Laufe der Zeit verfolgt und gemessen werden, um auf Probleme oder unerwartete, insbesondere negative Entwicklungen eingehen zu können. Dazu ist erforderlich, nachvollziehbare Kriterien zu entwickeln, die den Mitgliedern eines Teams klar sind und von diesen nachvollzogen werden können.

3. Bereiche für und Verbesserungen identifizieren

Ergeben sich aus dem oben genannten Schritt 2 Leistungsprobleme und Optimierungsbedarf, dann sollten diese offen angegangen und behoben werden. Dabei ist zu beachten, dass es nicht um Schuldzuweisung geht, sondern um das Erreichen eines gemeinsamen Ziels, dem sich alle verpflichtet haben.

Fazit: Spitzenleistungen im Start-up

Spitzenleistung zu erreichen ist nicht einfach. Spitzenleistung mit einem Team zu erreichen ist noch viel weniger einfach. Ein erster Schritt auf dem Weg zu maximaler Performance liegt deshalb darin, die einzelnen Elemente und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verstehen, die Voraussetzung für besondere Leistungen sind. Im Anschluss daran kann versucht werden, diese im eigenen Unternehmen sinnvoll zu nutzen.

Welche Kriterien sind für dich wichtig zum Erreichen von Spitzenleistungen? Schreibe sie mir gerne in die Kommentare.

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Über den Autor

Carsten Lexa

RA Carsten Lexa berät seit über 10 Jahren deutsche und internationale Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschaftsrechtlicher Art, z.B. bei Gründungen, Strukturierungen oder Vertragsgestaltungen aber auch zu rechtlich-strategischen Fragen. Darüber hinaus war er Weltpräsident der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA), Mitglied der B20 Taskforces und Rechtsbeistand der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Er ist Mitinitiator der Gründerinitiative Gründen@Würzburg und Botschafter der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstands“. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und unternehmensrechtlichen Fragen.

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