Tesla Model Y, Gigafactory Brandenburg

Boombox: Tesla muss über 578.000 Fahrzeuge zurückrufen – schon wieder

Marinela Potor
Tesla

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Der Elektroautohersteller Tesla muss Hunderttausende Fahrzeuge wieder zurückrufen. Betroffen sind E-Autos der Modelle 3, S, X und Y. Es geht um technische Probleme mit dem Audiosystem Boombox. 

In den USA muss der Elektroautoproduzent Tesla 578.607 Fahrzeuge zurückrufen. Das berichtet am Donnerstag die Nachrichtenagentur Reuters.

Hintergrund ist ein technisches Problem mit dem Boombox-Soundsystem einiger Tesla-Modelle. Konkret betroffen sind das Model 3 von 2017 und neuer sowie die Modelle S, X und Y von 2020 und neuer.

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Boombox verstößt gegen Sicherheitsauflagen

Mit dem Boombox-System ist es möglich, auch außerhalb des Fahrzeugs Musik abzuspielen. Doch nach Ermittlungen der US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) übertönt die Boombox das Fußgänger-Warnsystem des Fahrzeugs. Dies wiederum verstößt gegen Verkehrsgesetze in den USA.

Demnach müssen Elektroautos sowie Hybridfahrzeuge einen Fußgängerwarnton abspielen, wenn sie langsamer als 30 Kilometer pro Stunde fahren. Denn bei E-Autos fehlt das typische Motorengeräusch von Verbrennerautos, das Fußgänger vor herannahenden Fahrzeugen warnt.

Bei höheren Geschwindigkeiten sorgen Reibung und Fahrtwind wiederum dafür, dass das auch E-Fahrzeuge gut hörbar sind. Daher gilt die Auflage nur bei geringem Tempo.

Da Teslas Boombox nach Ermittlungen der NHTSA jedoch dieses Fußgängerwarnsytem übertrumpft, muss Tesla nun Hunderttausende von Fahrzeugen zurückrufen.

15 Rückrufe seit 2021

Der Rückruf bedeutet in diesem Fall, dass die Fahrzeuge aus der Ferne ein Software-Update bekommen. Nach Informationen von Tesla wird danach die Boombox nur noch im Park-Modus verfügbar sein. Für Tesla ist es bereits der vierte Rückruf in zwei Wochen.

Zuvor gab es Probleme mit dem Sicherheitsgurt, dem Autopiloten sowie dem Heizsystem. All diese Rückrufe konnte Tesla über Software-Updates lösen. In der Vergangenheit gab es aber auch physische Rückrufe, etwa um die Kameras zu reparieren. Seit Anfang 2021 verzeichnet Tesla insgesamt 15 Rückrufe.

US-Sicherheitsbehörde ermittelt in mehreren Fällen gegen Tesla

Das zeigt auch, dass die NHTSA den Elektroautobauer genauer unter die Lupe nimmt. Die Behörde hat bereits eine Untersuchung zum Autopiloten von Tesla eingeleitet. Hintergrund sind hier mehrere Zusammenstöße zwischen Teslas und Sicherheitsfahrzeugen.

Die Boombox von Tesla steht seit Januar 2021 im Blick der Behörde. Tesla launchte das Feature Ende 2020. Seitdem hat die NHTSA im September 2021 die Ermittlungen nochmals aktualisiert und in dem Zusammenhang mehrere Gespräche mit Tesla geführt.

Nun hat die Behörde jedoch bestätigt, dass die Boombox gegen die Sicherheitsauflagen für E-Fahrzeuge verstößt und Tesla hat entsprechend den Rückruf der Fahrzeuge eingeleitet. Wann genau Tesla das Update durchführen wird, ist noch nicht bekannt.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.