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E-Autobauer NIO bringt Batteriewechsel-Stationen nach Deutschland

Auto, Elektroauto, E-Mobilität, NIO
NIO
geschrieben von Beatrice Bode

Die Elektro-Automarke NIO will mit seinen Batteriewechsel-Stationen nach Deutschland expandieren. Nachdem der Autobauer bereits in Norwegen Stationen gebaut hat, sollen nun auch zwei Wechsel-Stationen in Berlin und München folgen.

Der chinesische E-Autohersteller NIO will künftig in Deutschland Batteriewechsel-Stationen für Elektrofahrzeuge bauen. Das geht aus verschiedenen Medienberichten hervor. Nachdem das Unternehmen bereits Stationen in Norwegen eröffnet habe, soll es nun auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern Stationen geben.

Die ersten sogenannten Power Swaps sollen demnach zunächst nach München und Berlin kommen, so Europachef Hui Zhang gegenüber dem Magazin für E-Autos EdisonEine Möglichkeit dabei sei, dass NIO mit Shell kooperiere. Dann könnten die Batteriewechsel in Zukunft beispielsweise an einigen Tankstellen angeboten werden.

Insgesamt rund 162 Batteriewechsel am Tag ließen sich an einer Wechsel-Station abwickeln. Dabei zeigten Testberichte aus Oslo, dass die Batterie innerhalb kürzester Zeit austauschbar sei. Zwischen vier und fünf Minuten müssten NIO-Besitzer:innen einplanen, um ihre Batterie an einer Wechsel-Station laden zu lassen.

So wird der NIO-Akku gewechselt

Möchten NIO-Nutzer:innen ihre Batterie in einer der Wechselstationen tauschen, können sie dies in einer App auf ihrem Smartphone anmelden. Dort können Kund:innen zudem sehen, ob die Station zum gewünschten Zeitpunkt geladene Batterien zur Verfügung stellt.

Die Besitzer:innen der NIO-Fahrzeuge können ihren Wagen dann auf einer speziell markierten Fläche in der Batteriewechsel-Station abstellen. Das E-Auto parkt sich selbstständig rückwärts ein. Den Befehl dazu geben die Besitzer:innen ebenfalls per Smartphone-App.

Eine Schiebevorrichtung auf der markierten Fläche richtet das Fahrzeug dann final aus. Der Wagen wird dann etwa fünf Zentimeter hoch angehoben und austariert. Anschließend öffnet sich unter dem Auto eine Luke, aus der ein Tauschroboter kommt. Dieser montiert den Akku vom Fahrzeugunterboden.

So will NIO mit dem Power Swap Erfolg haben

Dann taucht der Roboter wieder in die Luke ab und kommt anschließend mit der vollen Batterie wieder rauf und montiert sie. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, können die Besitzer:innen des Fahrzeugs einfach wieder losfahren.

Die Idee ist dabei nicht neu. Andere Unternehmen, wie zum Beispiel das US-amerikanische Better Place waren allerdings in der Vergangenheit an der Eröffnung von Batteriewechsel-Stationen gescheitert. Zu teuer waren die Batterien und der Aufbau der Stationen. Zudem gab es für E-Auto-Nutzer:innen flächendeckend einfach nicht genug Wechselmöglichkeiten.

NIO: Batteriewechsel-Stationen kommen nach Deutschland

Bei NIO soll das anders sein. Gegenüber Auto, Motor, Sport berichtete Firmenchef William Li, dass das System aus China vor allem viel günstiger sei. Zudem helfe die Hebenbühnen-Technik beim Wechsel der 500 Kilo schweren Akkus. Better Place habe den Wechsel im Vergleich dazu vorgenommen, während die Fahrzeuge am Boden standen.

In China wurden bereits 860 Power-Swap-Stationen eröffnet. Bis 2025 plane das Unternehmen die Eröffnung von insgesamt 4000 Standorten. Davon sollen 1000 außerhalb von China entstehen. Wann die NIOs Batteriewechsel-Stationen konkret nach Deutschland kommen ist noch nicht bekannt.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Vor einiger Zeit hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und ist in die Dominikanische Republik gezogen, um dort als Taucherin die Rettung der Korallenriffe zu unterstützen. Von dort aus schreibt sie nun als freie Autorin für BASIC Thinking.

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