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Amazon kämpft gegen Fake-Bewertungen – und meldet erste Erfolge

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unsplash.com/Sean Robbins
geschrieben von Beatrice Bode

Verschiedene Händler:innen von Fake-Bewertungen ziehen sich ab sofort von Amazon zurück. Im Februar 2022 hatte der Versandriese begonnen, rechtliche Schritte gegen Unternehmen, die mit Falschbewertungen handeln, einzuleiten.

Im Kampf gegen Fake-Bewertungen verzeichnet Amazon aktuell rechtliche Erfolge. Das teilte das Unternehmen in einem offiziellen Blogpost mit. Demnach ziehen sich drei große Plattformen, die mit Fake-Reviews handeln, zurück.

Der weltweit größte Online-Händler hatte in der Vergangenheit immer wieder den Missbrauch von Kundenrezensionen festgestellt. Im Februar 2022 hatte das Unternehmen dann rechtliche Schritte gegen einige sogenannte Broker eingeleitet, die mit Falschbewertungen handeln.

Amazon gewinnt gegen drei große Makler von Fake-Bewertungen

Dem Blogpost zufolge konnte sich Amazon gegen die Firmen Fivestar Marketing, Matronex und AppSally durchsetzen. Alle drei Fake-Review-Händler agierten auf Amazon-Plattformen in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Vor allem Fivestar steht dabei Fokus: Das Unternehmen wirbt auf seiner Firmenwebsite damit, der einzige deutsche Anbieter von „Testbewertungen“ zu sein, der weltweit ausliefert. Verkäufer:innen, die in der Vergangenheit Amazon als Plattform genutzt haben und ihre Waren per Fake-Bewertungen pushen wollten, müssen nun allerdings einen anderen Weg finden.

„Bitte beachten Sie, dass Fivestar Marketing das Angebot für Bewertungen und Rezensionen auf der Plattform Amazon vollständig eingestellt hat“, heißt es weiter unten auf der Website.

Amazons Kampf gegen Fake-Bewertungen ist noch nicht beendet

Trotz des aktuellen Erfolges wird Amazon rechtlich noch gegen weitere Händler:innen von Fake-Bewertungen vorgehen. Im Blogpost berichtet Amazons Vizepräsident für Kundenvertrauen und Partnerbetreuung, Dharmesh Mehta, dass die Online-Verkaufsplattform zusätzlich gegen den Fake Review Broker Extreme Rabate vorgehen wird.

Die Firma mit Sitz in Hong Kong arbeitet für Amazon-Shops in den USA, Europa, Japan und Kanada. „Amazon hat in den USA und Deutschland Klage gegen die Firma eingereicht, um sie auszuschalten und sie zu zwingen, Informationen über ihre Auftraggeber zu liefern“, so Mehta.

„Diese Informationen werden es uns ermöglichen, alle gefälschten Bewertungen zu entfernen, die nicht bereits durch unsere fortschrittliche Technologie und proaktiven Prozesse, die unsere Geschäfte ständig überwachen, entdeckt und entfernt wurden“, erklärt Mehta weiter.

So findet Amazon Fake-Reviews

Mithilfe von Machine-Learning-Technologie macht Amazon Falsch-Bewertungen in seinem Online-Shop ausfindig. Speziell ausgebildete Analysten überprüfen zudem Bewertungen auf Echtheit. Außerdem scannen über 10.000 Mitarbeiter:innen von Amazon Facebook-, Telegram- sowie Instagram-Gruppen, um Nutzer:innen, die Fake Reviews verbreiten, ausfindig zu machen.

Unternehmen, die mit Falsch-Bewertungen handeln, engagieren Einzelpersonen, die im Austausch gegen Geld oder kostenlose Produkte falsche, irreführende oder übertriebene Bewertungen schreiben. Nach Angaben von Amazon arbeiteten insgesamt etwa 350.000 Personen für die Unternehmen Fivestar Marketing, Matronex und AppSally.

Dass diese Personen nun keine falschen Rezensionen mehr schreiben, ist für Amazon natürlich ein Gewinn. Welche Produktbewertungen in Amazons Online-Shops wirklich echt sind, lässt sich für Kund:innen allerdings weiterhin schwer ergründen.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Vor einiger Zeit hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und ist in die Dominikanische Republik gezogen, um dort als Taucherin die Rettung der Korallenriffe zu unterstützen. Von dort aus schreibt sie nun als freie Autorin für BASIC Thinking.

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