Manuscript Writing Cafe, Cafe Japan, verrücktes Cafe

Dieses verrückte Café lässt dich erst gehen, wenn du mit der Arbeit fertig bist

Fabian Peters
Manuscript Writing Cafe

Viele Beschäftigte haben oftmals mit Deadlines zu kämpfen. Ein japanisches Café hat sich deshalb ein ganz besonderes Konzept ausgedacht: Das Personal setzt seine Kund:innen nach Wunsch unter Druck und lässt sie erst wieder gehen, wenn sie mit der Arbeit fertig sind. 

Vor allem Autoren, aber auch viele Beschäftigte allgemein, haben in ihrem Job mit Deadlines zu kämpfen. Das japanische „Manuscript Writing Cafe“ hat sich deshalb ein ganz besonderes Konzept ausgedacht: Es setzt seine Kund:innen bei der Arbeit nach Wunsch unter Druck und lässt sie erst wieder gehen, wenn sie mit der Arbeit fertig sind.

Das Manuscript Writing Cafe setzt seine Kunden unter Druck

Das Lokal befindet sich im Westen Tokios und verfügt über zehn Sitzplätze für Autoren, Schriftsteller, Zeichner und alle, die sich mit Deadlines herumschlagen. An jedem Platz stehen Dockingstationen für Laptop und Co. sowie schnelles Internet zur Verfügung. Außerdem gibt es unbegrenzt viel Kaffee und Tee zur Selbstbedienung.

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Das Personal des Cafés sorgt auf Wunsch wiederum dafür, dass Kund:innen ihre Arbeit auch tatsächlich erledigen. Dafür stehen drei verschiedene Modi zur Wahl. Außerdem lässt das Café seine Gäste erst wieder gehen, wenn sie ihre gesteckten Ziele erreicht haben. Dabei kommt ein spezielles System zum Einsatz.

So funktioniert das Konzept des japanisches Cafés

Für den nötigen Druck stehen die Modi „mild“, „normal“, und „hart“ zur Verfügung. Das Personal passt dementsprechend seine Fortschrittskontrollen an. Im „milden“ Modus erkundigen sich die Angestellten des Cafés beispielsweise jedes Mal, wenn Gäste an die Theke kommen, ob sie mit ihrer Arbeit fertig sind.

Im regulären „normalen“ Modus erfolgt eine stündliche Fortschrittskontrolle – auch am Platz. Wer den „harten“ Modus wählt, steht unter besonderer Beobachtung, denn das Personal schaut den Kund:innen dann regelmäßig über die Schulter. Für den nötigen Druck kommt außerdem ein hauseigenes Zeiterfassungssystem zum Einsatz.

Denn alle Gäste, die das Café betreten, müssen neben ihrem Namen vor allem ihre Ziele festlegen und angeben, wie viel Zeit sie dafür einplanen. Der Haken oder auch Clou bei der Sache: Das Personal lässt seine Kund:innen erst wieder gehen, wenn sie ihre Zeile auch tatsächlich erreicht haben.

Bisher haben alle Gäste ihre Arbeit erledigt

Für seine Unterstützung berechnet das japanische Café laut eigenen Angaben 130 Yen für die ersten 30 Minuten. Das entspricht umgerechnet rund einem Euro – Getränke inklusive. Jede weitere Stunde kostet anschließend 300 Yen, also knapp über zwei Euro. Laut Takuya Kawai, dem 52-jährigen Besitzer, der selbst Schriftsteller ist, haben bisher alle Gäste ihre Arbeit erledigt.

Einige seien dafür jedoch über die regulären Öffnungszeiten hinaus geblieben. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußerte Kawai: „Das Café ging in den sozialen Medien viral und die Leute sagen, dass die Regeln beängstigend sind oder dass es sich anfühlt, als würde man von hinten beobachtet“. Er ergänzte:

Aber eigentlich bin ich nicht hier, um sie zu überwachen, sondern um sie zu unterstützen … Das Ergebnis war, dass das, wofür sie einen Tag brauchten, in drei Stunden erledigt war, oder dass Aufgaben, die normalerweise drei Stunden dauern, in einer erledigt wurden.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).