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„Europol-Masche“: Kriminelle geben sich am Telefon als Ermittler aus

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Pixabay.com / sabinevanerp
geschrieben von Maria Gramsch

Von betrügerischen SMS bis hin zu Spam-Anrufen: Mit der „Europol-Masche“ versuchen Betrüger:innen, Geld per Telefon zu erbeuten. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen mehr als 12.000 Beschwerden erhalten. 

Im vergangenen Jahr machten vor allem Spam-SMS die Runde. Diese Masche steht bei Betrüger:innen in diesem Jahr offensichtlich nicht mehr ganz oben auf der Liste.

Denn das Bundeskriminalamt (BKA) warnt, dass es in diesem Jahr vermehrt zu betrügerischen Anrufen kommt. Bei diesen geben sich die Anrufer als angebliche Mitarbeiter:innen von Polizeibehörden wie dem BKA sowie Europol und Interpol aus.


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Was steckt hinter der „Europol-Masche“?

Wie so oft bei betrügerischen Anrufen sind vor allem ältere Menschen das Ziel, warnt das BKA. Die Ironie an der Sache: Die Betrüger:innen am Telefon behaupten, dass die angerufenen Opfer von Betrüger:innen geworden sind. Es werde behauptet, dass die persönlichen Daten gestohlen wurden und Kriminelle nun damit Straftaten begehen werden.

Natürlich wollen die Betrüger:innen an das Geld ihrer Opfer. Sie fordern diese dazu auf, Geld zu überweisen oder zu übergeben. Auch versuchen sie laut dem BKA „an Informationen über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse zu gelangen, um weitere Straftaten vorzubereiten“.

Kriminelle geben vor, von der Polizei anzurufen

Wie der Spiegel berichtet, hat die Bundesnetzagentur bereits 12.470 Beschwerden über solche Anrufe erhalten. Dabei würde zunächst eine automatische Ansagen kommen: „This is a message from the Federal Police Department.“ Wer dann die „1“ drücke, werde mit vermeintlichen Mitarbeiter:innen von Polizeibehörden verbunden.

Gekaperte Telefonnummern bei der „Europol-Masche“

Besonders problematisch an der „Europol-Masche“ sind die zum Teil echt wirkenden Telefonnummern. Denn die meisten Opfer bekommen laut BKA eine tatsächliche Telefonnummer von Europol, Interpol oder einer deutschen Polizeidienststelle angezeigt.

Außerdem variieren die Telefonnummern besonders häufig, wie die Bundesnetzagentur gegenüber dem Spiegel mitteilt: „Zu nahezu jeder Beschwerde wurde eine andere Rufnummer benannt.“ Darunter sei zum Beispiel auch die zentrale Rufnummer des Bundesamts für Verfassungsschutz gewesen.

Wie können sich Betroffene schützen?

Das Bundeskriminalamt rät deshalb niemals am Telefon „Details zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen“ anzugeben.

Bitte beachten Sie: Die Polizei wird Sie niemals um die Überweisung von Geldbeträgen bitten. Das gilt auch für das Bundeskriminalamt sowie Europol und Interpol.

Wer einen solchen Anruf erhält, solle laut dem BKA in keinem Fall die Rückruftaste betätigen. Besser sei es, die Nummer der Polizeidienststelle zu recherchieren und Strafanzeige zu erstatten.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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