Technologie Wirtschaft

„Zalando-Masche“: Vinted hat ein Problem mit Betrugsfällen

Zalando, Paket, Zalando-Masche
Zalando
geschrieben von Maria Gramsch

Der Online-Marktplatz Vinted hat ein Problem mit Betrugsfällen. Bei der sogenannten „Zalando-Masche“ würden Nutzer:innen abgezockt, wie der Spiegel berichtet.

Die Online-Plattform Vinted ist das Ebay-Kleinanzeigen für Modeartikel. Hier können Nutzer:innen gebrauchte Kleidung und Accessoires kaufen, verkaufen oder tauschen.

Vinted, das zuvor in Deutschland Kleiderkreisel hieß, ist damit auch sehr erfolgreich: Allein im April 2022 kam die Seite weltweit auf mehr als neun Millionen Visits.


Neue Stellenangebote

Fachkraft Online Marketing Steuerung Social Media Plattformen (m/w/d)
viastore SYSTEMS GmbH in Stuttgart
Content & Social Media Manager (m/w/d)
Gauselmann Group in Espelkamp in der Region Bielefeld
Social Media-Redakteur:in (m/w/d)
LEONINE Holding GmbH in Berlin

Alle Stellenanzeigen


Doch nicht nur gebrauchte Kleidung ist gefragt auf der Plattform. Ab und zu findet sich auf Vinted auch Neuware. Wie der Spiegel berichtet, kann sich dahinter aber auch eine Betrugsmasche verstecken.

Die „Zalando-Masche“ bei Vinted

In seinem Bericht erzählt Spiegel-Autor Markus Böhm die Geschichte von Vinted-Kundin Marie, die im echten Leben anders heißt. Sie hatte auf der Plattform Sportschuhe gekauft, die als neu ausgewiesen und sehr günstig angeboten wurden.

Doch ihre Bestellung kommt nicht etwa vom Vinted-Nutzer, sondern wird ihr im Zalando-Karton zugestellt. Doch im Karton steckten nicht nur die bestellten Schuhe, sondern auch eine große Überraschung: Eine Rechnung von Zalando über 160 Euro, obwohl bei Vinted ein Kaufpreis von 45 Euro vereinbart worden war.

Der angebliche Verkäufer hatte also bei Zalando ein Konto mit den Daten seiner vermeintlichen Kundin eröffnet und die Schuhe dort bestellt, um sich selbst die vereinbarten 45 Euro in die Tasche zu stecken.

Im Forum von Vinted finden sich derweil zahlreiche Einträge zur sogenannten „Zalando-Masche“.

Das sagt Zalando zu den Betrugsfällen

Der Modekonzern hat auf eine Spiegel-Anfrage hin zugegeben, dass es „in den vergangenen Wochen“ solche Fälle hat feststellen müssen. Zalando sei jedoch nicht im Detail auf die Frage eingegangen, ob es für Betrüger:innen nicht zu einfach sei, über einen neuen Account Ware auf Rechnung zu bestellen.

Vom Online-Händler heißt es, Konten würden „umgehend“ deaktiviert, sobald „ein Missbrauch von über Vinted durch Dritte erhaltenen personenbezogenen Daten“ bekannt werde.

Wir setzen mögliche Mahnungen aus und stornieren – in der Regel nach erfolgter Retoure des Artikels – die entsprechende Zalando-Forderung.

Betroffene sollen sich in einem solchen Fall Vinted kontaktieren sowie Anzeige erstatten. Die Produkte können sie mit dem der Bestellung beiliegenden Retourenschein kostenfrei zurückschicken.

Wie geht Vinted mit der „Zalando-Masche“ um?

Auf der anderen Seite rät Vinted seinen Nutzer:innen sich in einem solchen Fall an Zalando zu wenden. Die Plattform weist auch darauf hin, die Polizei einzuschalten.

Gegenüber dem Spiegel teilt Vinted mit, dass der Kundenservice „kontinuierlich jeden einzelnen Fall“ prüfe. Alle „Anfragen zur Stornierung der entsprechenden Transaktion“ würden bearbeitet, damit „Mitglieder, die mit dem Vinted-Käuferschutz gekauft haben, entschädigt werden“ können.

Die Plattform ist sich der Betrugsmasche bewusst und geht zum Schutz seiner Community dagegen vor.

Doch wer sich durch das Käuferschutzsystem sein Geld zurück holen will, muss schnell sein. Denn nach Erhalt der Sendung haben Nutzer:innen nur zwei Tage Zeit, um Beschwerde einzulegen.

Auch interessant:

Werbung


Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

Kommentieren