Wirtschaft

Warum der regionale Einzelhandel zum Scheitern verurteilt ist

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unsplash.com/ Tim Mossholder
geschrieben von Gerold Wolfarth

Mein Herz hängt am Einzelhandel. Das Kerngeschäft meines Unternehmens liegt in diesem Feld. Nicht nur deswegen ist es mir ein Anliegen, dass der (regionale) Einzelhandel ein Teil unserer Einkaufslandschaft bleibt. Was gibt es Besseres als ein Einkauf mit exzellentem Service und einem außergewöhnlichen Sortiment? Doch leider stehen sich viele Unternehmen selbst im Weg.

Der Einzelhandel zählt mit 17 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt zu unseren bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren. Im Jahr 2020 erwirtschaftetet die 3,1 Millionen Beschäftigten in diesem Sektor rund 577 Milliarden Euro Umsatz.
Dennoch höre ich immer Nörgeleien und Jammern, wie schwierig und schlecht doch alles sei.

Ja, Corona war eine Herausforderung. Aber ich persönlich kann das Wort kaum mehr hören. Corona ist für mich inzwischen nur noch eine Ausrede. Wer sich zurückgelehnt, nichts getan und auf den Staat gewartet hat, ist selbst schuld daran, dass es bergab ging.


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Machen statt Jammern

Es gibt etliche Beispiele von Einzelhändlern, die dank neuer und innovativer Ideen sogar von der Situation profitiert haben. Ich weiß zum Beispiel von einem Einzelhändler im Bekleidungsbereich, der seinen Kund:innen Überraschungspakete zum Fixpreis nach Hause geliefert hat.

Ohne Rückgaberecht, dafür mit 50 Prozent Rabatt. Die Aktion hat dem Retailer doppelte Umsätze im Vergleich zur Zeit vor dem Lockdown beschert. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass Jammern nie der richtige Weg ist, sondern neu denken und machen!
Vor knapp zwei Wochen haben wir direkt am Tesla Supercharger-Park in Endsee die erste bk-World eröffnet.

Die Aufenthalts-Lounge für wartende Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos. Das Konzept schließt eine Online-Plattform für Einzelhändler aus dem direkten Umfeld des jeweiligen bk-World-Standorts mit ein. Die Händler entrichten dabei einen einmaligen niedrigen dreistelligen Betrag, um Ihre Produkte in unserem Shop zu listen und den wartenden Gästen präsentieren und verkaufen zu können.

Dieser Einzelhandel wird scheitern

Eine niedrigere Schwelle und geringere Risiken für die Erschließung eines neuen Geschäftsfelds sind kaum umzusetzen. Und dennoch ist es kaum zu glauben, wie viele der Händler:innen das Potenzial und die Chance nicht erkannt haben. Stattdessen wurden Bedenken angemeldet.

Muss der Betrag wirklich pro Produkt gezahlt werden? Muss ich den Versand wirklich selbst übernehmen? Brauch Sie die Beschreibungstexte wirklich von mir oder können Sie diese nicht von der Verpackung abtippen? Ich bin extrem froh, dass es in der Region auch viele Händler:innen gibt, die weiterdenken.

Die Neuem offen gegenüberstehen und die Chancen ergreifen. Mit diesem Mindset und ihrer Offenheit werden sie auch in Zukunft erfolgreich sein. Auf diese Art von Unternehmer:innen setze ich in Zukunft. Und dort werde ich auch künftig mit Freude einkaufen.

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Über den Autor

Gerold Wolfarth

Gerold Wolfarth ist Gründer und CEO der bk Group AG, dem europäischen Marktführer im Ladenbau und technischem Facility Management. Als Familienunternehmer, Startup-Mentor, Serial-Investor, Chairman des Unternehmernetzwerks THE GROW, Geschäftsführer des Ökovation Ventures Fonds und Autor des Buches „Gewinn ist nur ein Nebenprodukt“ ist er Experte für Innovationen und sucht zukunftsträchtige Ideen sowie neue Wege für Unternehmen. So betreibt er mit der bk World selbst die modernsten Ladeparks der Welt in Kooperation mit TESLA.
Gleichzeitig lebt er eine werteorientierte Führungskultur, welche Menschlichkeit und die Familie in den Mittelpunkt stellt.

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